Angekommen und Spaß gehabt 🙂 (Foto: Andreas Lerg)

Es ist 6:20 Uhr. Der Wecker klingelt. Sonntags freiwillig so früh aufstehen? Wofür? Für den Novo Nordisk Gutenberg Marathon in Mainz. Nach reichlich Training mit der Gruppe Laufend auf dem Laufenden der Allgemeinen Zeitung Mainz, bei der ich als Gast mit trainieren durfte, schlägt heute die Stunde der Wahrheit. Halbmarathon. Nach einem knappen Frühstück geht dank „Taxi Papa“ es um 7:20 Uhr los. In Nackenheim wird noch „Lauf-Schwester“ Ulla eingesammelt und dann geht es weiter nach Mainz.

Um 8:30 Uhr wird ein Gruppenfoto auf dem Platz vor der Lokalredaktion Mainz gemacht. Die Sonne lacht bereits aus vollem Leibe. Danach laufen wir alle zusammen zur Startaufstellung. Die Läufer von Laufend auf dem Laufenden haben unterschiedlichen Ehrgeiz. Manche haben eine feste Zielzeit im Visier, andere wollen einfach laufen und Spaß haben, manche hoffen, überhaupt anzukommen. Es benötigt etwas Überzeugungsarbeit, dass wir uns nicht alle weit vorne bei den Schnellen aufstellen, sondern eher in der Vernunft-begabten Mitte. Ganz nach hinten, dagegen sträuben sich dann doch einige erfolgreich.

9:30 Uhr. Der Startschuss fällt und es ist schon sonnig und warm. Es geht über die Startlinie und über die große Prachtstraße am Schloss vorbei Richtung Schott-Gelände. Schnell sind Kilometer zwei und drei abgespult. An der ersten Verpflegungsstation trinken wir ordentlich Wasser, wie Coach Tanja (die den Halbmarathonm übrigens in 1:37 „durchflogen“ hat) empfohlen hat, denn es ist schon richtig warm. Es geht nach Mombach rein und dort bei der Phoenix-Halle kommen einem die ersten Rennläufer schon wieder entgegen. Deren Gesichter sprechen Bände, keiner schaut aus der Wäsche, als hätte er Spaß. Bei uns läuft mittlerweile alles richtig rund. Wir sind eingelaufen, auf Betriebstemperatur, die Gelenke sind durchgeschmiert und quietschen nicht mehr.

Die Stimmung in Mombach ist wie immer sehr gut, die Leute feuern uns an. An den Verpflegungsstationen trinken wir brav und kippen uns den Rest des Bechers in die Laufmütze. Hauptsache der Kopf ist schön gekühlt, denn es wird wärmer. Auch die eine oder andere Banane wird gemampft, die fleißige Helfer schälen und mundgerecht portionieren. Kilometer acht geht durch und es geht Richtung Innenstadt, wir sind immer noch gut und vergnügt unterwegs. Ab und zu sehen wir mal jemanden den wir kennen und winken.

Mittlerweile ist es richtig heißt. Aber oh Wunder, in der Innenstadt geht tatsächlich ein Wind, der etwas Kühlung bietet. Die immer wieder nass gemachte Mütze ist dennoch meist wieder schnell trocken. Wir laufen über die große Bleiche. „Lutz!“ „Luuuuhuuutz!“ Es fühlt sich der richtige angesprochen, läuft ein paar Meter mit und wünscht uns viel Spaß und Erfolg. Wir haben mittlerweile mehr Kilometer hinter uns als vor uns. Das tut gut. Es geht am Theater vorbei. Volksfeststimmung und all die jubelnden Menschen sind natürlich nur wegen uns da 😉

Die Augustinerstraße bietet wieder Schatten, aber das Kopfsteinpflaster macht sich direkt in den Gelenken bemerkbar. Nach der wunderschönen Altstadt, kommt die die fiese Strecke nach Weisenau raus, von manchen auch „Weisenauer Hölle“ genannt. Zu Recht. Zu Beginn passieren wir zwar die 15 Kilometermarke, was gut tut. Aber dann geht es ewig gerade aus. Und das fiese ist, man weiß, dass man die gleiche Strecke auch wieder zurück muss. Uta und Holger vom Team Laufend auf dem Laufenden kommen uns entgegen, die eine nickt nur, der andere ruft vergnügt.

Die Wendemarke weit draußen am Zementwerk ist erreicht. Aber wir schwitzen, denn in Weisenau geht im Gegensatz zur Innenstadt kein Lüftchen. Die Luft steht und es ist sehr heiß. Und über den größten Teil der Strecke kein Schatten. Mittlerweile tauchen wir im Vorbeilaufen die Laufmützen komplett in einer Wasserwanne ein und der coole Hut tut gut!

Kurz nach dem Ziel. Das (alkoholfreie) Bierchen haben wir uns verdient. (Foto: Jens Freitag)

Kurz nach dem Ziel. Das (alkoholfreie) Bierchen haben wir uns verdient. (Foto: Jens Freitag)

Die letzte Kurve unter der Bahnbrücke durch und wir sind auf der Zielgeraden. Auf den letzten 500 Meter laufen die Beine wieder schneller und das fast von alleine. Nach 2:35:50 Stunden flitzen wir über die Ziellinie und bekommen direkt unsere Medallien überreicht. Das alkoholfreie Weizenbier und später das Eis tun richtig gut. Und verdient haben wir uns das wohl alle mal! 😉