Leitartikel
DLRG Pfingst-Schifferstechen ein voller Erfolg
Wieder einmal war das Pfingst-Schifferstechen, dass die Schifferstecher der DLRG Nierstein gemeinsam mit der DLRG Oppenheim ausrichten, ein voller Erfolg. Während in den vergangenen Jahren ein Jedermannturnier ausgestochen wurde, bei dem jeder mitmachen konnte, zeigten die Schifferstecher dieses Mal einen Schaukampf. Pfingst-Schifferstechen ist traditioneller Wettkampf Das Schifferstechen entstammt einer alten Tradition, bei der vor vielen Jahrzehnten
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Auf dem Podium von links nach rechts: Wolfgang Bärnwick, Magnus Schneider, Dr. Johanna Becker, Hans-Georg Schnücker und Andreas Lerg.
Magnus Schneider baut auf die Anpassungsfähigkeit der Vereine
Mit über 100 Vereinsvertretern war die Veranstaltung sehr gut besucht.
Magnus Schneider, Präsident des Sportbundes Rheinhessen, bot in seinem Impulsvortrag den Blick von innen. Auch er identifizierte den soziodemographischen Wandel und Ganztagsschulen als Schwierigkeiten, mit denen Vereine derzeit zu kämpfen haben. Dazu Schneider: "Aktuell arbeiten wir mit Nachdruck am Thema Ganztagsschule. Unsere Vereine müssen sich auf Änderungen einstellen, die mit der Ganztagsschule eng verbunden sind. Die Ganztagsschule ist eine logische Konsequenz durch die Veränderungen in der Gesellschaft, mit der wir umgehen müssen und wollen. Die passenden Konzepte entwerfen wir gerade." Auch Magnus Schneider sieht positiv in die Zukunft. "Ich sehe die Zukunft der Vereine nicht so pessimistisch. Auslaufmodelle verschwinden entweder ganz von der Bildfläche oder es gibt ein Nachfolgemodell. Beides sehe ich für unsere Vereine nicht. Die Macher haben sich seit 200 Jahren immer wieder anpassen können und sind mit Veränderungen sehr positiv und erfolgreich umgegangen."
Ganztagsschulen derzeit eher ein rotes Tuch
In der Podiumsdiskussion, moderiert von Andreas Lerg, Betreiber des Bürgerjournalismus-Portals Wir-in-Rheinhessen, wurde schnell klar, dass Vereine heute mit vielfältigen Problemen und Herausforderungen zu kämpfen haben. Das Thema Ganztagsschulen ist dabei für viele Vereine derzeit eher noch ein rotes Tuch, wie folgender Kommentar aus dem Publikum deutlich macht: „Die Kinder, für die wir nachmittags Training angeboten haben, sind jetzt in der Ganztags. Und selbst da, wo wir noch Training für Kinder anbieten könnten, wird es schwierig, denn die Trainer sind oft ältere Jugendliche, die auch in die Ganztagsschulen müssen.“ Andere Vereine haben bereits Konzepte und Lösungen realisiert. Ralf Winkler, Vorsitzender der DJK Nieder-Olm, berichtete von mehreren Kooperationen mit Schulen, sodass der Basketball-Verein seine Angebote direkt in den Schulen einbinden kann. Doch auch er fordert, dass sich zum Thema Ganztagsschulen alle Beteiligten an einen runden Tisch setzen müssen, um zukunftsfähige Konzepte auszuloten. Beispielsweise die Frage der Finanzierung, denn solche Vereinsprojekte werden aus Schulbudgets bezahlt. Die Schulen müssten entscheiden, ob sie vorhandene Mittel in solche Kooperationen oder doch eher in schuleigene Projekte investieren.
Vor allem das Thema Ganztagsschulen ist für viele Vereine derzeit ein rotes Tuch.
Dr. Johanna Becker, Leiterin der Leitstelle Ehrenamt und Bürgerbeteiligung in der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz, erklärte auf dem Podium, dass der soziodemographische Wandel aus empirischer Sicht nicht so dramatisch aussähe, wie er sich für die Vereine tatsächlich auswirkt. Gleichzeitig betonte sie wie unverzichtbar und wichtig Ehrenamt und Vereine für die Gesellschaft sind. Auch aus staatlicher Sicht, denn: „In Vereinen lernt man Demokratie, das ist gerade heute etwas sehr wichtiges“, betonte Dr. Becker.
Podiumsteilnehmer Wolfgang Bärnwick, Vorsitzender der Spielvereinigung Ingelheim 1923, beschrieb, dass sein Verein als reiner Fußballverein weniger von Nachwuchsproblemen betroffen sei, da Fußball nach wie vor ein attraktiver Sport ist. Dennoch spüre auch die Spvgg Ingelheim den demographischen Wandel. So fehlen vor allem Mitglieder im mittleren Alter von 30 bis 50, um beispielsweise Führungsfunktionen im Verein zu übernehmen. Und auch sein Verein versucht, mit dem Thema Ganztagsschulen umzugehen.
Wird das Ehrenamt zu teuer
Andreas Link, der als Vertreter des Mommenheimer Karnevalsvereins im Publikum saß, berichtete, das der Verein aktuell mit GEMA-Nachforderungen von über 1200 Euro konfrontiert ist. Generell stellten die Anwesenden fest, dass immer mehr Kosten auf Vereine zukommen. Das beginnt bei gebührenpflichtigen Schankerlaubnissen für Vereinsfeste und endet noch lange nicht bei den erwähnten GEMA-Gebühren. Die Gebühren werden selbst dann fällig, wenn die Showtanzgruppen nichtöffentlich trainieren und dabei die Musik nutzen, zu der sie tanzen. Dr. Johanna Becker stellte in Aussicht, seitens der Staatskanzlei hier Möglichkeiten auszuloten, ob mit der GEMA hier ein Arrangement zu treffen ist. Gleichwohl schätzte sie die Chancen dafür wenig günstig ein. Außerdem berichtete sie von einer Studie und einem Projekt mit dem etwas sperrigen Namen „Monetarisierung des Ehrenamtes“. Hier geht es darum, das Ehrenamt auch finanziell zu födern.Fazit zur Zukunft der Vereine:
Claudia Ibba, Verlagsleiterin der Gesellschaft für lokale Medien, begrüßt die Gäste.
Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion und auch das Publikum waren sich einig: Vereine sind definitiv kein Auslaufmodell. Im Gegenteil, sie sind unverzichtbarer und lebenswichtiger Teil unserer Gesellschaft. Deutschlands Vereinskultur ist einmalig auf der Welt. Doch Vereine müssen sich an die sich immer wieder verändernden Rahmenbedingungen anpassen, so wie sie es schon immer getan haben. Dabei werden ihnen aber manchmal von staatlichen und anderen Stellen Hindernisse in den Weg gestellt. Diese können nur im gemeinsamen Konsens ausgeräumt werden. Alle waren sich einig, dass diesem sehr gelungenen Abend weitere vergleichbare Veranstaltungen und Projekte folgen müssen, um die in der Podiumsdiskussion identifizierten Themen und Probleme aufzugreifen und anzugehen.
Fragen von Vereinen willkommen
Vereine und Vereinsvertreter, die zu dem Thema Fragen, Kommentare und Anregungen haben, können diese gerne per E-Mail an redaktion@wir-in-rheinhessen.de schicken. Das Thema soll und muss weiter behandelt und verfolgt werden.
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