Richtiges Verhalten bei Pöbelei und Gewalt. (Symbolbild: stock:xchng)

Richtiges Verhalten bei Pöbelei und Gewalt. (Symbolbild: stock:xchng)

Am Weihnachtsmarktstand neben Ihnen pöbelt eine Gruppe Jugendlicher einen älteren Mann an und drohen ihm mit Gewalt. Was tun Sie? Diese Frage ist mit Sicherheit nicht ganz einfach zu beantworten. Viele würden vermutlich ohne in der konkreten Situation zu sein sagen, dass sie dazwischen gehen und sich schützend vor den wehrlosen Mann stellen.

Dieses Verhalten wäre von dem Gedanken getragen, direkt helfen zu wollen. Bei gründlicher Betrachtung kommen dann aber Zweifel. Kann ich das wirklich leisten in der konkreten Situation? Werde ich womöglich selbst zum Opfer? Unsicherheit und Angst kommen auf.

Couragiertes Handeln erfordert mehr. Sei es nun auf dem Weihnachtsmarkt oder auch an anderen Schauplätzen, bei denen Wehrlose verbal oder körperlich attackiert werden.

In Notsituationen ist oft schnelles Handeln gefragt. Zivilcourage fordert Mut, dabei aber keinesfalls leichtfertiges Heldentum. Niemand erwartet, dass die eigene Gesundheit riskiert wird. Bereits ein Anruf
bei der Polizei oder ein direkter Appell an weitere Personen, aktiv zu werden, kann genügen, um wirksam Hilfe zu leisten. Auch die Bereitschaft, sich als Zeuge zur Verfügung zu stellen, ist von großer
Bedeutung. Denn die Polizei ist auf die Hilfe von couragierten Bürgern angewiesen, um Straftaten aufzuklären. Wichtig ist, dass Opfer nicht allein zu lassen!

Doch wie kann man helfen, ohne sich selbst zu gefährden? Mit der Kampagne „Wer nichts tut, macht mit“, die 1998 von der Polizei Hamburg ins Leben gerufen wurde, wirbt die rheinland-pfälzische Polizei seit 2000 für mehr Zivilcourage. In einprägsamen Vorträgen mit zum Teil provozierenden Fallbeispielen und anschließenden
intensiven Gruppendiskussionen oder Dialogen vermitteln die Präventionsexperten der Polizei den Menschen Handlungsstrategien, die sie in brenzligen Situationen schnell abrufen können.

Mit diesen sechs Verhaltenstipps handeln Sie richtig:

  • Ich helfe, aber ohne mich in Gefahr zu bringen.
  • Ich fordere andere direkt zur Mithilfe auf.
  • Ich beobachte genau und merke mir den Täter.
  • Ich organisiere Hilfe unter Notruf 110.
  • Ich kümmere mich um das Opfer.
  • Ich stelle mich als Zeuge zur Verfügung.

Weiter Infos zum Thema finden Sie im Faltblatt „Tu was!“ Dieses ist bei jeder Polizeidienststelle und unter
http://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/zivilcourage/ zu erhalten.