Roger Lewentz, Minister des Inneren, Rheinland-Pfalz (Bild: Wikipedia / Sven Teschke)

Roger Lewentz, Minister des Inneren, Rheinland-Pfalz (Bild: Wikipedia / Sven Teschke)

Im Juli hat der Bund seine Bundesförderrichtlinie für den Breitbandausbau novelliert und im Zuge dessen die Möglichkeit eines Technik-Upgrades eingeräumt. Wird dieses in laufenden Verfahren umgesetzt, können Ausbauschritte hin zu einem vollständigen Netzinfrastrukturwandel von Kupfer zu Glasfaser vorgezogen werden.

Innenminister Roger Lewentz: „Wir ziehen einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zur Gigabit-Gesellschaft vor und unterstützen die Landkreise, die ein technisches Upgrade vornehmen möchten. Diesen Netzinfrastrukturwandel streben wir ohnehin an. Jetzt setzen wir ihn bereits zu einem früheren Zeitpunkt um.“ Das Breitband-Kompetenzzentrum im Innenministerium führt gerade Gespräche mit allen infrage kommenden Landkreisen. Bis zum 31.12.2018 können diese sich für das Upgrade entscheiden.

Glasfaser mindestens bis zur Grundstücksgrenze

Verfahrenstechnisch geht es um eine Umstellung der Ausbauqualität von FTTC, also Glasfaser bis zum Kabelverzweiger, auf FTTB, also Glasfaser, das mindestens bis zur Grundstücksgrenze verlegt wird. Das Innenministerium stellt hierfür zusätzliche Mittel bereit, die entsprechend des Landesförderanteils zur Verfügung stehen.

„Wir ermöglichen, dass der Glasfaseranteil in den Projekten bereits jetzt wesentlich erhöht wird. Deshalb senden wir die klare Botschaft aus, dass wir analog zu unseren bisherigen Fördermittelzusagen auch das Upgrade und damit die Mehrkosten von Seiten der Landesregierung fördern“, so Lewentz. Nur ein 10 Prozent-Eigenanteil verbleibt im jeweiligen Landkreis.

Insgesamt befinden sich 24 Breitbandinfrastrukturprojekte in 22 Landkreisen in der Umsetzung, die eine landesweite Versorgung mit Breitbandnetzen herstellen sollen. Für zehn Projekte rollen bereits die Bagger. Vier weitere Projekte stehen kurz vor Baubeginn. Zehn befinden sich im Vergabeverfahren.

Für den Ausbau der Breitband-Infrastruktur bis zum Jahr 2020 hat das Land einen umfangreichen Bewilligungsrahmen in Höhe von 124,7 Millionen Euro geschaffen.

Für den Netzinfrastrukturwechsel und den Ausbau der Infrastrukturen für die Gigabit-Gesellschaft wird in den kommenden Jahren ein zusätzlicher Verfügungsrahmen von rund 575 Mio. Euro bereitgestellt.