Neben Deutsch informiert das Schild auf Englisch, Französisch, Spanisch, Polnisch, Russisch, Arabisch, Persisch und Paschtu. (Foto: Karl-Arnold Lerg)

Neben Deutsch informiert das Schild auf Englisch, Französisch, Spanisch, Polnisch, Russisch, Arabisch, Persisch und Paschtu. (Foto: Karl-Arnold Lerg)

„Nicht überwachter Strand. Schwimmen und baden auf eigene Gefahr. Vorsicht, starke Strömung“. Das steht gut lesbar auf einem Blechschild am Zugang zum Oppenheimer Strandbad. Doch wer sich am Wochenende auf diesem wunderschönen Gelände am Rhein aufhält und die Sonne genießt, der hört oft an der Sprache mancher Badegäste, dass diese durchaus auch aus anderen Sprach- und Kulturkreisen kommen. Mal ist es Polnisch oder Russisch und immer öfter auch Sprachen aus dem arabischen Raum.

Gerade jetzt bei dem sehr niedrigen Wasserstand bietet den Rhein den trügerischen Eindruck, dass er weniger gefährlich und die Strömung weniger Stark ist. Doch eben dieser Eindruck trügt, das Gegenteil ist der Fall. Menschen können in dem flachen Wasser bis an die Fahrrinne heran laufen. Dieser aber ist für die Berufsschiffe, die Europas wichtigste „Schiffsautobahn“ nutzen, durch gängig ausgebaggert. In dieser Rinne ist die Strömung gerade jetzt bei Niedrigwasser sehr stark. Ein Mensch, der über den Rand der Fahrrinne läuft, kann schlagartig nicht mehr stehen und wird mitgerissen.

Ein Kamerateam des Südwestfunks drehte über die Montage der Schilder einen Nachrichtenbeitrag. (Foto: Karl-Arnold Lerg)

Ein Kamerateam des Südwestfunks drehte über die Montage der Schilder einen Nachrichtenbeitrag. (Foto: Karl-Arnold Lerg)

Den tragischen Tod der beiden afghanischen Mädchen am ersten Augustwochenende nahm die DLRG Oppenheim jetzt zum Anlass, um vor den beiden wesentlichen Gefahren im Rhein in mehreren Sprachen zu warnen. Auf zwei Schildern wird in neun Sprachen vor der starken Strömung und den oft durch Schiffe verursachten heftigen Wellen gewarnt. Menschen über die Gefahren von Gewässern aufzuklären ist einer von vielen Bausteinen im Konzept der DLRG zur Verhinderung des Ertrinkungstodes. Ein weiterer Baustein sind Schwimmkurse, in denen Kinder das Schwimmen lernen. Daran schließt sich neben dem Schwimmtraining im Allgemeinen die Ausbildung zum Rettungsschwimmer und die Durchführung von Wasserrettungsdienst an.

Andreas Lerg, Vorsitzender der DLRG Oppenheim, erläutert: „Menschen, die nach der Flucht aus ihren Heimatländern hier ankommen, sprechen oft noch kein oder kaum Deutsch. Deshalb ist es sinnvoll, sie mit diesen Warnschildern in ihrer Muttersprache anzusprechen und über die Risiken zu informieren, die das Baden im Rhein mit sich bringt.“ Die beiden Schilder, eines hängt im Durchgang vom Parkplatz zum Strand, das andere an der Wachstation der Wasserretter, sind auf eine stabile und wetterbeständige Lkw-Plane gedruckt. Neben Deutsch informieren sie Badegäste auf Englisch, Französisch, Spanisch, Polnisch, Russisch, Arabisch, Persisch und Paschtu über die vorgenannten Gefahren. „Sollte sich die Notwendigkeit für weitere Sprachen ergeben, ist das schnell umzusetzen“, erklärt Lerg, denn „die beiden Schilder haben zusammen keine 40 Euro gekostet, der Aufwand hält sich also in Grenzen.“

Oppenheims Bürgermeister Walter Jertz, der beim Anbringen der Schilder vor Ort war, begrüßt das Engagement der Wasserretter: „Ich bin dankbar für das Engagement der DLRG, das hier einmal mit dieser sinnvollen Aktion, aber auch dem Wachdienst am Strandbad und der Arbeit im Allgemeinen geleistet wird.“

Eines der Schilder hängt am Haupteingang zum Strandbad, das andere an der Wachstation der DLRG. (Foto: Andreas Lerg)

Eines der Schilder hängt am Haupteingang zum Strandbad, das andere an der Wachstation der DLRG. (Foto: Andreas Lerg)