Eltern sollten mit ihren Kindern rechtzeitig den Schulweg gemeinsam abgehen und üben. (Foto: LKA Mainz)

Eltern sollten mit ihren Kindern rechtzeitig den Schulweg gemeinsam abgehen und üben. (Foto: LKA Mainz)

Für viele Kinder beginnt Anfang August die Schule und somit ein neuer Lebensabschnitt. Schon der Weg dorthin stellt die Schulanfänger vor neue Herausforderungen, müssen sie doch die Besonderheiten des Schulweges erst kennenlernen. Die Polizei Rheinland-Pfalz gibt Tipps, worauf Eltern achten sollten, damit ihre Kinder sicher in der Schule ankommen.

Kinder zählen zu den verkehrsschwachen Personen und sind somit im Straßenverkehr besonders gefährdet. Hier ist es egal, ob sie als Fußgänger, Radfahrer oder als Insasse in einem Fahrzeug unterwegs sind.

2017 kam es in Rheinland-Pfalz zu 1445 Verkehrsunfällen, bei denen Kinder im Alter von null bis 14 Jahren beteiligt oder betroffen waren – im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein leichter Rückgang um 59 Fälle. Dabei wurden im vergangenen Jahr 1279 Kinder verletzt, davon 195 schwer. 2016 wurden drei Kinder, 2017 fünf Kinder getötet.

Kinder müssen erst eine Vielzahl von Verhaltensweisen und Fähigkeiten entwickeln, die ihnen eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr ermöglicht. Aufgrund ihrer Körpergröße haben sie generell einen schlechteren Überblick über das Verkehrsgeschehen und ihr Blickfeld ist um rund 30 Prozent kleiner als das eines Erwachsenen. Entfernungen und Geschwindigkeiten können sie noch nicht sicher einschätzen. Diese kindestypischen Verhaltensweisen sind jedoch Ursache für das hohe Unfallrisiko.

Die Polizei Rheinland-Pfalz rät daher, einige Ratschläge zu beachten, damit die Kleinsten sich sicher im Straßenverkehr bewegen können:

– Seien Sie immer bremsbereit und verringern Sie ihre Geschwindigkeit deutlich, sobald sie Kinder am Straßenrand sehen. Denken Sie immer daran: Wir, die Erwachsenen, haben eine Vorbildfunktion. Durch unser Verhalten erlernen unsere Kinder das richtige und sichere Verhalten im Straßenverkehr. – Der kürzeste Schulweg ist nicht immer der sicherste. Wählen sie den Schulweg so, dass ihr Kind möglichst selten die Straße überqueren muss. Wenn doch, dann vorzugsweise an Kreuzungen und Einmündungen mit Fußgängerampeln oder Zebrastreifen. – Üben Sie mit Ihrem Kind rechtzeitig den Schulweg ein und besprechen sie die Gefahrenstellen.
Dazu gehören:

– Vor dem Überqueren einer Straße immer erst am Bordstein stehen bleiben und mehrmals nach rechts und links schauen.

– Auch bei einer grünen Ampel erst nach rechts und links schauen.

– Am „Zebrastreifen“ stehen bleiben und deutliches Handzeichen geben. Erst losgehen, wenn alle Autos (Gegenverkehr beachten) wirklich halten.

– Zeigen Sie dem Kind die Gefahren auf, die an Ein- und Ausfahrten und auf Parkplätzen lauern.

– Erklären Sie ihrem Kind, was ein „toter Winkel“ an einem Auto/Lkw ist und worauf es hier besonders achten muss.

Wenn Sie den Weg mehrmals geübt haben, überprüfen sie das Verhalten Ihres Kindes. Lassen sie es den Weg alleine gehen und folgen Sie ihm in einem ausreichenden Abstand. Setzen Sie Ihr Kind nicht unter Zeitdruck und schicken sie es nicht zu früh auf den Weg.

Zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr tragen auch helle Kleidung und Reflektoren bei – insbesondere in der „dunklen Jahreszeit“. Denn so werden die Kinder von den anderen Verkehrsteilnehmern besser wahrgenommen.

Und auch wenn es gut gemeint ist, ist es nicht immer eine gute Idee, die eigenen Kinder mit dem Auto zur Schule zu fahren: Die sogenannten Elterntaxis schaffen gerade vor den Schulen eine unübersichtliche Verkehrssituation und erhöhen damit für Kinder, die zu Fuß unterwegs sind, oder sich auf und vor dem Schulgelände befinden, das Unfallrisiko erheblich. Die Polizei empfiehlt daher, auch Grundschüler möglichst zu Fuß zur Schule gehen zu lassen. Manche Schulen bieten ihre Hilfe an, Schülergruppen für den gemeinsamen Schulweg zu organisieren.

Wenn sich der Fahrdienst nicht vermeiden lässt, suchen Sie sich in der Nähe der Schule einen geeigneten Platz, an dem Sie gefahrlos anhalten können und niemand anderen behindern oder sogar gefährden. Man muss nicht immer bis zur „Haustüre“ fahren. Ein solcher Platz kann ein Parkplatz oder eine geeignete Seitenstraße sein. Zeigen Sie ihrem Kind von dort aus, wie es sicher zur Schule kommt.

Hilfestellung und Tipps zum Thema „sicherer Schulweg“ erhalten Sie u.a. von

– Ihrer Schule – der Landesverkehrswacht Rheinland-Pfalz oder den Kreisverkehrswachten

– dem Forum Verkehrssicherheit Rheinland-Pfalz – der Unfallkasse Rheinland-Pfalz

– Ihrer Polizei

Näheres über themenbezogene Projekte wie „Gelbe Füße“ oder „Sicher zur Schule“ finden sie im Internet unter:

www.ukrlp.de (im Feld Suchbegriff „Gelbe Füße“ eingeben) – www.verkehrssicherheit-rlp.de/kinder-und-jugendliche/sicher-zur- schulewww.landesverkehrswacht-rheinland-pfalz.de/home/projekte-und-akt ionen/sicher-zur-schule