VDSL-Verträge in Oppenheim werden gekündigt. (Foto: Andreas Lerg)

VDSL-Verträge in Oppenheim werden gekündigt. (Foto: Andreas Lerg)

Mittlerweile haben auch Bürger in Nierstein das nebenstehende Schreiben oder schon die darin avisierte Kündigung ihres bestehende VDSL-Tarifes bekommen. Die Ursache ist die gleiche, wie in Oppenheim. Es ist das Kartellrecht bzw. entsprechenden Entscheidungen der Bundesnetzagentur. Wie auch die Allgemeine Zeitung berichtet hatte, hat die Telekom in einem von der Bundesnetzagentur vorgeschriebenen Anbieter-Wettbewerb, die „letzte Meile“ also quasi die Verteilung von den Verteilerschränken zu den Haushalten an einen Wettbewerber verloren. Die Telekom darf deshalb ihre bestehenden VDSL-Verträge nicht aufrecht erhalten, sondern muss den Kunden diese gezwungenermaßen kündigen. Wer bei der Telekom bleiben will, muss auf langsamere DSL-Anschlüsse mit maximal 16.000 Mbit/s ausweichen oder besser absteigen, denn diese darf die Telekom weiter direkt verkaufen.

Die Telekom muss nicht kündigen

Im Prinzip müsste das aber garnicht sein. Die Telekom könnte diese Infrastruktur, die sie abgeben muss, vom neuen Anbieter „zurück mieten“ und darauf aufgesattelt ihr ganz normales Produktportfolio anbieten, also auch VDSL 25/50. Das teilte die Bundesnetzagentur unter anderem Oppenheims Bürgermeister Marcus Held auf dessen Anfrage mit. Aber es hat den Anschein, dass die Telekom das nicht will und statt dessen lieber ihren Kunden die schnellen Anschlüsse kündigt und ihnen statt dessen die veralteten DSL-Anschlüsse mit maximal 16.000 Mbit/s anbietet, die sie noch selbst direkt und ohne externe Kosten anbieten darf. Sprich, die Kunden müssen, wollen sie bei der Telekom bleiben, wieder zurück ins Internet-Mittelalter.