Zum 7. Neujahrsempfang der Berufshelfer und Rehaberater begrüßte die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) Bereich Süd-West die Vertreter der Deutschen Rentenversicherung, von Berufsgenossenschaften und von Netzwerkpartnern in ihren Räumlichkeiten in Mainz. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Austausch über Themen der ambulanten beruflichen Rehabilitation in der Region. Von Seiten des Bildungsträgers standen Mitarbeiter des Reha-Managements aus den Akademien in Hessen und Rheinland-Pfalz als Ansprechpartner zur Verfügung. Auch Matthias Rösch, Landesbeauftragter für die Belange behinderter Menschen in Rheinland-Pfalz, informierte sich vor Ort über die neusten Entwicklungen und suchte das Gespräch mit Berufshelfern und FAW-Mitarbeitern.

Nach der Begrüßung durch Sandra Stenger, Bereichsleiterin Süd-West der FAW, informierten die FAW-Mitarbeiterinnen Susanne Schätzle (Reha-Management-Beauftragte der Akademie Mainz), Elisabeth Riebschläger (Regionale Koordinatorin – Fachbereich Rehabilitation) und Tina Poklitar (Leiterin Kompetenzzentrum von Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen) in einem Fachvortrag über Strategien der Krisenintervention im Prozess der beruflichen Neuorientierung. „

„Es geht um den empfundenen Grad der Belastung“, stellte Elisabeth Riebschläger heraus. Die regionale Koordinatorin im Fachbereich Rehabilitation legte dar, dass Auslöser, Intensität und Bewältigung einer Krise sich nicht anhand von Regelhaftigkeiten absehen oder planen lassen und ging auf den Unterschied zwischen Veränderungskrisen und traumatischen Krisen ein.

Im Anschluss erläuterte Susanne Schätzle typische Auslöser und Ausdrucksformen von Teilnehmerkrisen während des Reha-Managements. „Das Vermeidungsverhalten nimmt zu, während ungelöste Bedürfnisse immer größere Spannung erzeugen“, beschrieb sie den Teufelskreis, in dem Rehabilitandinnen und Rehabilitanden in Krisensituationen geraten können, was bis zu psychosozialen Notfällen mit akuter Selbst- und Fremdgefährdung, in jedem Fall aber zu einer Gefährdung des Reha-Ziels führen kann. Als Ziel der Krisenintervention definierte die REM-Beauftrage der FAW-Akademie Mainz die Rückbesinnung auf die eigenen Ressourcen, sowie die Stärkung und Erweiterung der bestehenden inneren und äußeren Ressourcen.

Tina Poklitar, Leiterin des Kompetenzzentrums für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen im FAW-Bereich Süd-West, präsentierte den Zuhörerinnen und Zuhörern in ihrem Beitrag Lösungsmöglichkeiten in schwierigen Beratungssituationen. Sie stellte klar, dass es kein Patentrezept gibt, sondern man sich immer neu auf den jeweiligen Klienten und die spezielle Beratungssituation einstellen müsse.

Die Kompetenzzentrums-Leiterin zeigte auch Möglichkeiten für die Beratung von Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit häufig wechselnden Zielen und mit wenig belastbaren und unmotivierten Klienten auf. Eine schriftliche Fixierung von wenigen, realistischen Zielen sei bei diesen Personengruppen wichtig.

Den Umgang mit impulsiven Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie mit Klientinnen und Klienten mit hoher Erwartungshaltung thematisierten Elisabeth Riebschläger und Susanne Schätzle. Im Anschluss an den anderthalbstündigen Fachvortrag stand das Referentinnen-Team den anwesenden Reha-Akteuren für vertiefende Gespräche zur Verfügung.

Nach dem Referat bot der Neujahrsempfang den Gästen Raum für einen Erfahrungsaustausch bei einem reichen kulinarischen Angebot, liebevoll hergerichtet durch die Hauswirtschaftsgruppe der FAW in Bingen.