Freitag, Dezember 4

Die Opfer von Cyberkriminalität setzen bewusst auf Sicherheit

Schutz gegen Internetkriminalität.
Schutz gegen Internetkriminalität.

Ergebnisse der Online-Umfrage 2016: Internetnutzer zeigen mehr Sicherheitsbewusstsein und zeigen Straftaten eher bei der Polizei an.

Wie schützen sich Nutzer im Internet? Wie viele erstatten Anzeige bei der Polizei, wenn sie Opfer werden? Und gibt es Anwendungen, auf die Nutzer ganz verzichten? Diese und weitere Fragen stellten die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bei einer Online-Umfrage den Besucherinnen und Besuchern ihrer Webseiten. Die beiden Partner wollten wissen, wie kompetent Bürgerinnen und Bürger mit den Gefahren des digitalen Alltags umgehen. Positives Ergebnis: 72,97 Prozent der Opfer von Cybercrime setzen danach auf mehr Sicherheit im Internet. Auf höheren technischen Schutz achten 47,76 Prozent.

Sicherheit spielt eine wichtige Rolle

Sicherheit bei der Nutzung des Internets und verschiedener Dienste spielt für die meisten Befragten eine sehr wichtige Rolle: Über 85 Prozent gaben das in der Online-Umfrage an. Beim Online-Banking achten sogar 86,3 Prozent auf die Sicherheit, bei Downloads 82,75 Prozent und beim Surfen im Netz an sich sind es 82,25 Prozent. Aber auch bei der Kommunikation (80,41 Prozent) oder beim Einkaufen im Netz (79,13 Prozent) wird Sicherheit nicht vernachlässigt. Ganz anders ist dies bei sozialen Netzwerken: Nur 35,14 Prozent der Befragten halten Sicherheit dabei für wichtig. Am wenigsten achten die Befragten (26,91 Prozent) auf die Sicherheit bei der Nutzung von vernetzten Heimgeräten.

Aufgrund des hohen Stellenwerts von Sicherheit bei der allgemeinen Internetnutzung setzen die meisten Befragten auch gängige Sicherheitsempfehlungen um. Ein aktuelles Antiviren-Programm ist für 92,13 Prozent Pflicht, auf eine sichere Verbindung bei der Datenübertragung achten 86,46 Prozent. Mehr als die Hälfte der Befragten (58,88 Pro-zent) legt regelmäßig Sicherheitskopien an, die beispielsweise beim Befall eines Gerätes mit Schadprogrammen wie Ransomware notwendig sind, um das System wiederherzu-stellen. Der Verzicht auf bestimmte Tätigkeiten im Internet ist für manche Umfrageteil-nehmende ebenfalls eine Schutzmöglichkeit. 32,46 Prozent nutzen keine sozialen Netz-werke, 13,91 Prozent verzichten auf Online-Banking und 6,28 Prozent kaufen nicht im Internet ein.

Cyberkriminalität bei der Polizei anzeigen

Von den 492 Personen, die angegeben haben Opfer von Cybercrime geworden zu sein, haben 22,97 Anzeige bei der Polizei erstattet. Im Vorjahr 2015 waren es nur 15,6 Prozent. „Die gestiegene Anzeigenbereitschaft ist für uns besonders wichtig“, sagt Gerhard Klotter, Vorsitzender der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK). „Wir werten dieses Ergebnis auch als Erfolg unserer bisherigen Aufklärungsarbeit über Straftaten im Internet und Cybercrime. Aber wir sehen auch Handlungsbedarf, beispielsweise bei der Information über Gefahren durch miteinander vernetzte Heimgeräte.“

„Nutzer greifen oft auf gängige Schutzmaßnahmen zurück, die sie ohne viel Aufwand umsetzen können, beispielsweise auf ein aktuelles Virenschutzprogramm oder das auto-matische Einspielen von Updates“, sagt Arne Schönbohm, Präsident des BSI. „Nachholbedarf besteht bei Schutzmaßnahmen, die beim Einrichten etwas mehr Aufwand erfordern, etwa das Verschlüsseln von E-Mails oder das Surfen über ein virtuelles privates Netzwerk, kurz VPN. Sie steigern den Schutz von Gerät und Daten erheblich. Wir müssen weiter über die Wirksamkeit dieser Maßnahmen aufklären und uns gleichzeitig für einfach handhabbare Lösungen einsetzen.“

Straftat im Internet erkennen

Weitere Ergebnisse der Online-Umfrage der Polizei und des BSI 2016 – 1639 Teilnehmende (männlich: 77,8 Prozent, weiblich: 22,82 Prozent). – 46,67 Prozent setzen aktuelle Sicherheitsempfehlungen sofort um, bei 18,61 Prozent laufen Updates automatisch über das System. – 868 Befragte sind überzeugt, sie könnten eine mögliche Straftat im Internet er-kennen. – Von den 492 Personen, die Opfer von Internetkriminalität geworden sind, haben sich 22,97 Prozent an die Polizei gewandt.

Die Ergebnisse der Umfrage 2015 finden Sie online unter: http://www.polizei-beratung.de/presse/presse-archiv/detail/135-opfer-von-cybercrime-setzen-danach-nicht-auf-hoeheren-schutz.html

Die Online-Umfragen anlässlich des Europäischen Monats der Cyber-Sicherheit im Okto-ber sollten die Bevölkerung für das Thema sensibilisieren – und zu einem verbesserten Informationsangebot der beiden Partner beitragen.

Diese Pressemitteilung sowie die Grafiken zur Umfrage 2016 finden Sie auch unter: www.polizei-beratung.de/presse oder unter www.bsi.bund.de/presse

PROFIL PROGRAMM POLIZEILICHE KRIMINALPRÄVENTION Das Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) verfolgt das Ziel, die Bevölkerung, Multiplikatoren, Medien und andere Präventionsträger über Erscheinungsformen der Kriminalität und Möglichkeiten zu deren Verhinderung aufzuklären. Dies geschieht unter anderem durch kriminalpräventive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und durch die Entwicklung und Herausgabe von Medien, Maßnahmen und Konzepten, welche die örtlichen Polizeidienststellen und andere Einrichtungen, zum Beispiel Schulen, in ihrer Präventionsarbeit unterstützen.

PROFIL BUNDESAMT FÜR SICHERHEIT IN DER INFORMATIONSTECHNIK Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist der zentrale IT-Sicherheitsdienstleister der Bundesregierung. In dieser Funktion gestaltet das BSI die IT-Sicherheit in der Bundesverwaltung operativ mit. Als neutrale und unabhängige Stelle befasst sich das BSI mit allen Fragen zur IT-Sicherheit in der Informationsgesellschaft. Insbesondere die Sensibilisierung und Aufklärung von Bürgern, die Kooperation mit der Wirtschaft und Wissenschaft bilden hierbei Arbeitsschwerpunkte. Ziel der Arbeit ist der sichere Einsatz von Informations- und Kommunikati-onstechnik in unserer Gesellschaft.

Quelle: Polizei Mainz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Melden Sie sich zu unserem Newsletter an!

Einmal in der Woche die interessantesten und wichtigsten Nachrichten und Geschichten aus Rheinhessen.

Prima. es hat geklappt. :-)

Pin It on Pinterest

Share This

Teilen

Teile das mit Deinen Freunden!