Trauernde haben am Tartort Kerzen und Blumen abgelegt.

Trauernde haben am Tartort Kerzen und Blumen abgelegt.

Die Staatsanwaltschaft hat das Urteil im Mordfall „La Casa“ verkündet. Der Täter, der am 29. November den Inhaber der Niersteiner Pizzeria „Las Casa“ ermodert hat, wurde zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt. Damit folgt das Gericht der Forderung der Anklage.

15 mal geschossen

Die Staatsanwaltschaft beantragte, den Angeklagten wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe zu verurteilen. Die Staatsanwaltschaft sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte am Abend des 29. November 2014 in Tötungsabsicht insgesamt 15 Mal auf den Inhaber der Pizzeria geschossen habe. Die Staatsanwaltschaft gehe ferner davon aus, dass der Getötete trotz vorheriger Drohungen durch den Angeklagten in der konkreten Situation nicht mit einem Angriff gerechnet und sich daher nicht dagegen habe wehren können. Der Angeklagte soll diese Situation zur Ausführung seiner Tat bewusst genutzt haben.

Verteidigung plädierte auf Freispruch wegen Notwehr

Die Verteidigung des Angeklagten beantragte, den Angeklagten freizusprechen. Die Verteidigung ist der Ansicht, es habe eine Notwehrsituation vorgelegen. Da der Getötete von einer Person, die sich zum Tatzeitpunkt in der Pizzeria aufgehalten habe, vor dem Angeklagten gewarnt worden sei, habe der Getötete selbst eine Waffe gezogen und sie auf den Angeklagten gerichtet. Gegen diesen unmittelbar bevorstehenden Angriff des Getöteten habe sich der Angeklagte gewehrt.