Narrenfreiheit soll allen Spaß machen. (Symbolbild: stock:xchng)

Narrenfreiheit soll allen Spaß machen. (Symbolbild: stock:xchng)

Die Fastnachtsumzüge in Dienheim und Guntersblum haben sich zu einem gelungenen Beispiel fröhlicher Straßenfastnacht aller Generationen in unserer Region entwickelt. Damit diese auch künftig von der Mehrheit der Bevölkerung mitgetragen und mitgefeiert werden können, haben die Verantwortlichen für die öffentliche Sicherheit in beiden Gemeinden auf Anregung des Kriminalpräventiven Rates der Verbandsgemeinde ein Konzept entwickelt, das die Sicherheit aller Mitwirkenden und aller Zuschauenden sicherstellen soll. Den Wortlaut der Bestimmungen finden Sie im Internet. Für Dienheim: www.dienheim.de>Fastnacht, Anmeldeformular pdf. Für Guntersblum: www.cvg-helau.de.

Würde und leib-seelische Unverletztheit aller Beteiligten

Wir Seelsorger fühlen uns mitverantwortlich für die Würde und die leib-seelische Unverletztheit aller Beteiligten. Deswegen melden wir uns in dieser Form zu Wort. Wir rufen alle Mitbürgerinnen und Mitbürger auf, die jetzt geltenden Bestimmungen zu beachten und zu unterstützen. Zugleich erinnern wir an grundlegende ethische Normen und Werte, die Grundlage dieser Bestimmungen sind und die zugleich Grundlage unseres freiheitlich demokratischen Rechtsstaates sind. Die Ereignisse der Silvesternacht in Köln geben solchen Normen eine drängende Aktualität.

Geistige Grundlage unserer Erklärung sind die zehn Gebote Gottes und die Botschaft Jesu Christi. Mit Absicht formulieren wir die folgenden Thesen als Selbstverpflichtungen und bitten alle, sich diesen anzuschließen.

  1. Wir feiern fröhliche Fastnacht nur so dass alle Mitfeiernden und alle Zuschauenden entspannt und angstfrei dabei sein können.
  2. Kreative und spitzbübische Ideen realisieren wir nur so, dass alle Betroffenen herzhaft mitlachen können.
  3. Wir respektieren die Würde und leib-seelische Unverletztheit jedes Menschen.
  4. Wir wissen: Auch in einer Gruppe bin ich Verursacher meines Handelns und dafür verantwortlich.
  5. Wir sorgen dafür, dass auch ansprechende nicht-alkoholische Getränke angeboten werden.
  6. Wir wissen: Auch im Vollrausch bin ich Verursacher meines Handelns und dafür verantwortlich. Die überall zugängliche Aufklärung über die Wirkung von Alkohol und Drogen verpflichtet mich die persönliche Grenze meines Konsums einzuhalten.
  7. Wir respektieren die geltenden Gesetze unseres Landes, insbesondere das Jugendschutzgesetz.
  8. Diensthabende Damen und Herren der kommunalen Ämter, der Rettungsdienste, der Feuerwehr, der Polizei und der Notfallseelsorge betrachten wir als Partnerinnen und Partner zum Schutz unserer Sicherheit und unterstützen hilfreich deren Einsätze.
  9. Zugleich bitten wir die genannten Damen und Herren im Einsatz die Angemessenheit und Verhältnismäßigkeit ihres Handelns zu beachten.
  10. Wir Erwachsene wissen, dass unser Verhalten Vorbildfunktion für Kinder und Jugendliche hat.

Wir vertrauen auf die innere Überzeugungskraft der genannten Normen und Werte und auf die Bereitschaft vieler Menschen zu einem angstfreien und sicheren Zusammenleben in unseren Kommunen beizutragen. Alle Mitbürgerinnen und Mitbürger rufen wir auf, diese Normen und Werte zu beachten und im Gespräch zu vertreten, besonders in der Erziehung von Kindern und Jugendlichen. Mit Ihrem Besuch der Fastnachtsumzüge zeigen Sie, dass Sie sich dieses fröhliche Brauchtum nicht kaputt machen lassen. Zu Gesprächen in diesem Anliegen stehen wir gern zur Verfügung.

Dienheim, Guntersblum, Oppenheim den 7. Januar 2016

Pfarrer Hermann Josef Zorn, Polizeiseelsorger Oppenheim.

Pfarrer Heinz-Günther Beutler-Lotz, Evang. Kirchengemeinde Dienheim

Pfarrer Johannes Hoffmann, Evang. Kirchengemeinde Guntersblum

Pfarrer Manfred Lebisch,  Kath. Pfarrgruppe Oppenheim