Für die Guntersblumer Heimatforscher Frank Frey und Volker Sonneck, beide Mitglieder des Vereins zur Erhaltung Guntersblumer Kulturgutes e.V., geht ein erfolgreiches Jahr zu Ende.

Bei ihren Recherchen zur zeitnahen Geschichte ihrer Heimatgemeinde konnten die beiden im Jahr 2015 vier Projekte erfolgreich abschließen.

Im Heimatjahrbuch 2016 des Landkreises Mainz-Bingen wurde die Geschichte der Guntersblumer Apotheke veröffentlicht. Sie beginnt im Jahr 1740 mit dem Apotheker Christian Albrecht König und endet mit dem 11. Apotheker, Martin Fähndrich, der die Apotheke im Jahr 1990 von seinem Vater Felix übernahm.

Das zweite Projekt war dem 100. Jahrestag von Adam Schaab gewidmet, der in Guntersblum als Lehrer tätig war. Außer der Familiengeschichte wurden seine Leistungen, die er ehrenamtlich für Guntersblum erbrachte, beschrieben. Aus Sicht der Autoren war er der letzte Lehrer, der mit seiner Familie in der katholischen Lehrerwohnung in der Volksschule am Marktplatz wohnte. In einer Broschüre wird das Auf und Ab der katholischen Schule, beispielsweise der Übergang zur Kommunalschule im Jahr 1875, bei dem eine katholische Lehrerstelle festgeschrieben wurde, dargestellt. Dazu wurden im Pfarrarchiv Guntersblum und im Diözesanenarchiv in Mainz Unterlagen ausgewertet. Die Lebensgeschichten der Lehrer – soweit sie bekannt gemacht wurden – sind dargestellt. Die älteren Guntersblumer Bürgerinnen und Bürger werden sich noch an die Lehrer Franz Josef Schmitt und Lehrer Höllfritsch, der bereits im Jahr 1936 die Lehrerstelle in Ludwigshöhe annahm erinnern, oder aber an Heinrich Metzler, der von 1934-1954 in Guntersblum wirkte. Franz Berkes kam im Jahr 1946 nach Guntersblum und war bis zum Jahr 1954 Lehrer an der hiesigen Volksschule.

Das dritte Projekt, die Geschichte des Kindergartens am Rathaus, erschien in der Reihe der „Guntersblumer Blätter“ gedruckt. Bereits im Jahr 2013 begannen die beiden Autoren mit den Recherchen, die in diesem Jahr abgeschlossen wurden. Aus Archivunterlagen in Speyer, der „Oppenheimer Landskrone“ und Gesprächen mit Nachkommen der ersten Kindergartenleiterin konnten die Autoren die Geschichte der „Kleinkinderschule“ bis in die heutige Zeit aufschreiben. Örtliche Veränderungen der „Kinderaufbewahrungsanstalt“ und dessen Personal schon vor dem Bau im Jahr 1901, die Übernahme der Kleinkinderschule durch Diakonissen-Schwestern im Jahr 1902 und die Umwandlung nach dem Willen der örtlichen NSDAP-Verantwortlichen in einen NSV-Kindergarten im Jahr 1939 sind in diesem Guntersblumer Blatt zusammen gefasst.

Wie es vor dem Krieg bzw. nach dem zweiten Weltkrieg im Kindergarten weiterging, belegen zahlreiche Bilder von Kindergartengruppen mit ihren wechselnden Leiterinnen. Auch die gesetzlichen Auflagen mit den geforderten Maßnahmen zu mehr Räumen sind darin festgehalten, ebenso die Umwandlung des Kindergartens in Senioren- und Jugendtreff oder die Unterbringung der Bücherei in dem Gebäude. Auch die heftigen Diskussionen im Gemeinderat um die Wiederaktivierung sind nachzulesen. Auch der jüngste Kindergarten „Zukunftswerkstatt“ mit seinen Zielen wird beschrieben.

Das vierte Projekt war die Ausgestaltung der Poster für die Ausstellung zur Einweihung des „Neuen Bahnhaltepunktes“. Dort wurde in 15 Postern die Geschichte des Guntersblumer Bahnhofs vorgestellt. Dazu erstellten die Autoren auch ein Begleitheft. Alle Blätter und Broschüren sind während der Öffnungszeiten im Museum in Guntersblum zu erwerben.

Volker Sonneck veröffentlichte außerdem im Oppenheimer Heft Nr.44 eine umfangreiche Zeitungsrecherche zu den Denkmälern der Stadt Oppenheim und der Gemeinde Undenheim aus den Jahren 1870/71.