Nach den Erlebnissen an der Landskronfähre heute früh sei mir an dieser Stelle etwas „Realsatire“ erlaubt. Das mitunter unerbittliche Fahrverhalten einiger „Fährwilliger“ heute morgen, hat mich motiviert diese kleine und kurze Anleitung „Fähre fahren für Doofe!“ zu schreiben.

Punkt 1: Fähre voll ist Fähre voll!

Wenn die Fähre voll ist, dann ist sie voll!

Wenn die Fähre voll ist, dann ist sie voll!

Bauartbedingt hat die Fähre – wie auch jedes andere Wasserfahrzeug – eine Ladekapazität, die faktisch unbestreitbar begrenzt ist. Wenn die Fahrbahn, meinetwegen auch Stellfläche der Fähre voll ist, dann ist es ebenso sinn- wie zwecklos, den Versuch zu unternehmen, noch mit aller Gewalt auf die Fähre aufzufahren.

Die rotweiße Schranke bildet die gut sichtbare Markierung der begrenzten Kapazität des Autodecks. Wenn dann noch ein Mitarbeiter der Fähre hinter der Schranke steht und deutlich „abwinkt“, dürfte das kaum Raum für Missverständnisse lassen. Denkt man zumindest, denn wie das Bild zeigt, rückten zahlreiche Fahrzeuge nach und stellten sich denn einfach mal auf die Rampe. Das führt zu

Punkt 2: Fähre fahren funktioniert wie Fahrtsuhl- oder Zugfahren

Erst mal die anderen Autos runterfahren lassen - oder nicht...

Erst mal die anderen Autos runterfahren lassen – oder nicht…

Die Fähre hat eine deutliche Gemeinsamkeit mit Zügen, die in Bahnhöfe einfahren und Fahrstühlen, die in Erdgeschossen ankommen. Bei den beiden letztgenannten Verkehrsmittel, mal horizontaler mal vertikaler Natur, wollen fast IMMER zuerst Leute aussteigen. Wer also in Zug oder Fahrstuhl einsteigen will, muss ABWARTEN und die anderen Fahrgäste zunächst aussteigen lassen.

Sie ahnen es schon: Genau so wenig wie das bei Zug und Fahrstuhl funktioniert – immer versuchen Leute einzusteigen, bevor die anderen aussteigen können – so funktionierte es heute bei der Fähre nicht besser. Kaum legte die Fähre an, rückten die nächsten Autos nach. Die aus Hessen ankommenden Fahrzeuge mussten – einem Spießrutenlauf gleich – sich durch die schmale Gasse zwängen. Eben ganz wie an Bahnhöfen und in Erdgeschossen, wo ein Pulk Einsteigewilliger den Aussteigebedürftigen kaum Platz lässt, das Gefährt zu verlassen.

Wie es scheint, verursachen ein Unfall auf der B9 in Richtung Mainz und morgendliche Hetze beim zugegeben endlos wirkenden „Anstehen“ für die Überfahrt bei etlichen Autofahrern zerebrale Dysfunktionalitäten, die dafür sorgten, dass die Vernunft zusammen mit der Geduld im Handschuhfach zwischen gelagert wurden.

Neben den oben beschriebenen Zuständen hat man bei solchen Gelegenheiten auch immer die ganz Eiligen und Wichtigen, die versuchen, auf der Rampe andere Fahrzeuge zu überholen und sich auf die Fähre zu drängen.