Dschihadisten zielen mit ihrer Propaganda auch auf deutsche Jugendliche. (Bild: stock:xchng)

Dschihadisten zielen mit ihrer Propaganda auch auf deutsche Jugendliche. (Bild: stock:xchng)

Am 6. November fand die in der nachfolgenden Pressemeldung des Landeskriminalamtes beschriebene Veranstaltung statt. Mit den Ereignissen in Paris und der Tatsache, dass der IS seinen Terror immer stärker „exportiert“, bekommt dieses Thema deutlich mehr Gewicht.

Am Abend des 6. November  haben im Foyer des SWR in Mainz der Leiter des Landeskriminalamtes, Johannes Kunz und Dr. Simone Schelberg, SWR-Landessenderdirektorin, den Vortragsabend zum Thema: „Terror aus dem Internet – Unsere Jugend im Fadenkreuz der IS-Propaganda“ eröffnet.

Zunehmend deutsche Jugendiche im Visier

LKA-Chef Kunz hob in seiner Begrüßung das vom IS ausgehenden Gefahrenpotential hervor, das auch uns in Europa jederzeit und unangemeldet treffen könne. Der IS ist eine Ansammlung gleichgesinnter Terroristen, die auf der Grundlage salafistischer Auslegung des Islam auch zunehmend Jugendliche aus Deutschland in den Jihad verführe. Und dies sei seiner Einschätzung nach eine der größten Herausforderungen für die Innere Sicherheit.

Soziale Netzwerke werden zur Propaganda genutzt

Durch Propaganda in den sozialen Medien werden zunehmend junge Salafisten mobilisiert. Sie reisen aus Deutschland aus, um in den Kriegsgebieten von Syrien und dem Irak ihre vermeintlich islamischen Normen umzusetzen.

Daher, so Kunz, sei die Diskussion um die Wirkungskraft dieser Propaganda auf Jugendliche, die Frage nach den Ursachen für den Erfolg dieser Strategie und die Darstellung der daraus resultierenden Gefahren der Radikalisierung für ihn der zentrale Aspekt, auf den Staat und Gesellschaft reagieren müssten.

Ignorieren ist keine Lösung

Der SWR-Islamismusexperte, Eric Beres, der für das ARD-Politikmagazin REPORT MAINZ mehrfach über den IS berichtet hat, ging in seinem Vortrag auf die Verantwortung der Medien im Umgang mit der IS-Propaganda ein. Propagandavideos des IS seien im Internet quasi „frei Haus“ verfügbar und fänden auf vielen Plattformen Verbreitung. Diese völlig zu ignorieren, wie es einige Medienkritiker forderten, sei keine Lösung. Vielmehr müssten sich seriöse Medien dem Phänomen stellen. Die Berichterstattung und die Verwendung von IS-Propagandamaterial müsse sich an dessen Erkenntnisgewinn und Authentizität orientieren. Die Einordnung etwa durch Experten sei dringend erforderlich, damit der „Bilderdschihad“ keine unkritische Fortsetzung in den Medien finde.

Ergänzung der Redaktion

Genauso nutzen hierzulande auch rechtsextreme und gewaltbereite Gruppierungen das Internet und soziale Netze, um beispielsweise gegen Flüchtlinge zu hetzen und ebenfalls, um Jugendliche von ihrer kranken Weltsicht zu überzeugen und für sich zu gewinnen. Auch auf dem „rechten Auge“ darf man nicht blind sein!

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