Falsche Drückerkolonne der Telekom unterwegs. (Symbolbild: freeimages.com)

Falsche Drückerkolonne der Telekom unterwegs. (Symbolbild: freeimages.com)

Heute klingelten zwei Männer bei Häusern in der Bildstockstraße in Nierstein. Sie zückten kurz einen Ausweis und gaben an, dass sie von der Telekom kämen. Die Männer verlangten Zutritt zum Haus und den Computern bzw. dem Internetanschluss.

Sie gaben vor, dass sie „den Anschluss überprüfen müssten“, weil es ja jetzt das viel schnellere Internet gäbe. Als die skeptischen Anwohner den Zutritt verweigerten, wurden die beiden Männer pampig und unhöflich und versuchten weiter mit Nachdruck zu argumentieren, damit sie eingelassen werden.

Die beiden Männer sind geschätzt Mitte und Ende zwanzig und waren „gelackt“ angezogen mit gegelten Haaren. Dienstkleidung der Telekom trugen sie nicht, sondern wiesen sich wie beschrieben nur mit einem nur kurz gezückten Ausweis aus.

Möglicherweise Trickbetrüger

Ob diese aggressive Drückerkolonne von einer Vermarktungsfirma kommen, die tatsächlich Telekom-Anschlüsse verkaufen und auf Provisionsbasis abkassiert, ist ungewiss. In einem ersten Gespräch mit der Polizeiinspektion Oppenheim vermutete diese, dass sich hier eher kriminelle Personen unter einem Vorwand Zutritt verschaffen wollen.

Es könnte sich also um Trickbetrüger handeln. Einer lenkt die Bewohner ab, indem er angeblich den Telefonanschluss besichtigt, während der andere schnell nach leicht zu stehlenden Wertsachen wie Geld oder Schmuck sucht.

Die Telekom muss Anschlüsse nicht überprüfen

Die Telekom muss einen Telefonanschluss nicht persönlich in Augenschein nehmen, um festzustellen, auf welchem technischen Stand dieser ist. Abgesehen davon, dass der Telekom natürlich die Anschlussdaten ihrer Kunden vorliegen, kann das Unternehmen die Leitungen technisch aus der Ferne durchmessen ohne ein Anwesen betreten zu müssen.

Eine direkte Nachfrage bei der Telekom bestätigt das. Der Konzern arbeitet zwar durchaus mit Vertretern, beispielsweise wenn in einer Region neue schnellere Internetleitungen verlegt wurden und damit schnellere Anschlüsse möglich sind. Aber uns wurde in dem Telefonat versichert, dass diese Mitarbeiter weder Zutritt zum Haus verlangen noch den Anschluss oder Computer anschauen oder „überprüfen“ müssten. Zudem seien die Mitarbeiter geschult, höflich zu sein und würden nicht aggressiv und nachdrücklich werden. Außerdem haben solche Mitarbeiter ein eigenes Notebook dabei, auf dem Informationen vorgeführt werden. Ein Zugang zum Computer des Kunden wird nie verlangt.

Bei der Polizei melden

Wer ebenfalls von dieser Drückerkolonne besucht wurde und dies verdächtig findet, kann die Polizei in Oppenheim informieren und die Personen beschreiben. Es bietet sich auch die Nachfrage bei der Telekom beispielsweise über die Hotline 0800 33 01000 oder in einem lokalen Telekom-Shop an.

Drückerkolonne NICHT ins Haus lassen!

Auf keinen Fall sollten Sie dem aggressiven Drängen der Personen nachgeben und diese ins Haus lassen. Sollten die Personen Sie bedrängen, hilft es, mit der Polizei zu drohen und einfach die Tür zu schließen.

Es ist zu vermuten, dass diese Personen nicht nur in Nierstein unterwegs sind.