Telefonbetrug mit Call-ID-Spoofing.

Telefonbetrug mit Call-ID-Spoofing.

Es ist eine bekannte Masche, die leider immer wieder erfolgreich ist:  Der Trick nennt sich „Call-ID-Spoofing“. Dabei werden den angerufenen Opfern falsche Telefonnummern vorgetäuscht, um die meist folgenden Geldforderungen glaubwürdiger zu machen. Die Polizei Mainz meldet aktuelle Fälle.

Am 22. Juni um 11:00 Uhr wurde ein 93-jähriger Mainzer von einem angeblichen Kommissar der Polizei angerufen, der ihm mitteilte, dass er in einer Lotterie gewonnen hätte. Die Gewinnauszahlung werde durch die Polizei überwacht. Er müsse nur eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 4.000,- Euro zahlen. Um der Sache Seriösität zu verleihen, gab der falsche Kommissar noch eine telefonische Erreichbarkeit durch. Der Senior allerdings durchschaute die Masche, beendete das Gespräch und erstattete Anzeige.

Telefonbetrüger drängen zu Prepaidkarten

Information: Üblicherweise verlangen die Täter von zahlungswilligen Opfern häufig den Kauf von sogenannten Prepaidkarten (elektronischen Zahlungsmitteln), deren Nummerncodes sie sich dann telefonisch übermitteln lassen und damit den entsprechenden Geldwert eintauschen können.

Am 20. Juni gegen 20:00 Uhr wurde die Mitarbeiterin eines Einkaufsmarktes in Mainz von einem angeblichen E-Plus-Mitarbeiter angerufen, dessen vorgetäuschte E-Plus-Hotline-Nummer sie im Display erkannte. Der Anrufer behauptete, dass die Kunden der Prepaidkarten Probleme mit dem Freischalten hätten. Daher sollte sie alle im Markt befindlichen Karten im Kassensystem freischalten und ihm die Cash-Codes telefonisch durchgeben, damit er sie der Filiale wieder gutschreiben könne. Das tat die Mitarbeiterin und gab dem Anrufer über 100 Cash-Codes im Gesamtwert von circa 2000 Euro durch. Erst als keine Gutschrift erfolgte, bemerkte sie den Betrug.

Vorsicht vor Anrufern, die Geld oder Zahlungsmittel ansprechen

Vorsicht: Die Polizei warnt vor Anrufern, die Geld – ob in bar oder in Form von elektronischen Zahlungsmitteln – wollen. In jedem Fall sollte man erst den Wahrheitsgehalt durch eigene Recherchen überprüfen und die Polizei informieren.

Weiterer Fall von Call-ID-Spoofing in Mainz

Die Polizei berichtete von einem weiteren Fall. Ein Mitarbeiter eines Geschäftes in Finthen war ebenfalls am 20. Juni von einem angeblichen Mitarbeiter von E-Plus angerufen worden, der behauptet hatte, in Mainz hätte es betrügerische Handlungen mit falschen E-Plus-Nummern gegeben. Er müsse daher die Cash-Codes der E-Plus-Telefonkarten und Simyo-Karten überprüfen und bat den Mitarbeiter, die Nummern durchzugeben. Mehrere Stunden dauerte der Prozess, dann hatte der Betrüger alle Nummern der im Markt zum Kauf angebotenen E-Plus- und Simyo-Karten, die er vermutlich gleich einlöste. Es entstand ein Schaden von über 2.500 Euro.

Quelle: Polizei Mainz