Rechts im Kleingedruckten entlarvt sich die Absicht des Schreibens.

Rechts im Kleingedruckten entlarvt sich die Absicht des Schreibens.

Der Absender des Schreibens nennt sich „Gewerberegistrat“ und in dem Schreiben, das derzeit an Gewerbetreibende im „Raum Nierstein“ verschickt wird, wird der Empfänger aufgefordert, seinen Adresseintrag zu „korrigieren“ oder zu „ergänzen“. Das Formular soll er dann unterschrieben „kostenfrei“ per Fax zurück schicken. Es wird der Anschein erweckt, dass es nur um die Korrektur eines bestehenden Eintrages geht. Vielleicht soll der Name „Gewerberegistrat“ auch einen offiziellen oder behördlichen Eindruck erwecken, damit die Empfänger glauben, das Ganze sei was offizielles, vielleicht verpflichtendes.

Doch wer hier blind unterschreibt und das Formular tatsächlich abschickt, tappt in die Falle! Denn im Kleingedruckten in der rechten Spalte entlarvt sich die eigentliche Absicht, die der Absender mit diesem Schreiben verfolgt.

Der „Spaß“ kostet über 1100 Euro

Dort steht plötzlich etwas von der „Rücksendung dieses Angebotes„. Welche Konsquenz diese Rücksendung hat, ist auch dort zu lesen: „Durch die Unterzeichnung wird das Leistungspakert für zwei Jahre verbindlich bestellt.“ Aus der Korrektur einer Adresse ist so plötzlich der Kaufvertrag einer Dienstleistung geworden. Und die kostet 588,00 Euro pro Jahr! Mit anderen Worten, wer voreilig unterschreibt und zurück schickt, bindet sich einen Vertrag über einen Adresseintrag bei der Webseite „gewerberegistrat.de“ für 1176,- Euro ans Bein.

Hier hat die Firma GES Registrat GmbH ihren Sitz.

Hier hat die Firma GES Registrat GmbH ihren Sitz.

Der Betreiber der Seite ist eine Firma „GES Registrat GmbH“, mit Sitz in der Gerichtstraße 61 in 13347 Berlin. Das ist zumindest keine reine Briefkastenfirma, denn die auf der Internetseite angegebene Handelsregisternummer führt zu einem echten Eintrag unter dem Firmennamen.

Altbekannte Masche

Die Loschelder Leisenberg Rechtsanwaltsgesellschaft mbH warnt auf der Internetseite www.gewerberegister-abofalle.de vor dieser und ähnlichen Abofallen. Diese Masche der Adressbuch-Abzocker aber ist schon uralt und wird seit gut und gerne 15 Jahren von diversen „Anbietern“ betrieben. Anfang der 2000er Jahre hat ein Anbieter rotzfrech das Geschäftspapier der Telekom imitiert und dem Empfänger so die Korrektur seines Telefonbucheintrages vorgegaukelt. Das böse Erwachen kam denn per Rechnung und Mahnung.

Mal kommen diese Anschreiben per Post, mal per Fax, mal per E-Mail. Ziel und Absicht ist immer, den Empfänger einen Vertrag unterzujubeln, über den ihm dann für eine minimale Dienstleistung und die Eintragung auf meist irrelevanten Internetseiten übertrieben viel Geld angefordert wird.

Was sollte man tun?

Ganz einfach: Schmeißen Sie den Schrieb einfach in die Papiertonne!