Jahreskonzert des Musikvereins St. Julianen Guntersblum

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Musikverein St. Julianen Guntersblum

Unter dem Motto „Die großen Orchester dieser Welt“ stand das diesjährige Jahreskonzert des Musikverein St. Julianen Guntersblum, welcher seinem Publikum im nahezu ausverkauften Dorfgemeinschaftshaus einen durchaus amüsanten Abend bescherte. In nur zwölf Probestunden und einem Probewochenende haben sich die vierzig Musiker unter ihrem neuen Dirigenten Ralf Worf ein beachtliches Repertoire erarbeitet. Schon gleich zu Beginn war das Publikum verblüfft, als sich beim ersten Musikstück „Grüß Gott ihr Freunde“ die Orchestermusiker erhoben und stimmgewaltig den Refrain sangen. Nach dem Florentiner Marsch und Ernst Moschs „Bis bald auf Wiedersehn“ war der volkstümliche Teil des Programmes abgeschlossen und man wendete sich den Evergreens aus dem Musical „My fair Lady“ zu. Beim Thema große Orchester durften natürlich auch Potpourris mit Hits von James Last, Glenn Miller und Herb Alpert nicht auf dem Programm fehlen. Offensichtlich war der Name des Bert-Kaempfert-Medleys „Free and Happy“ inspirierend, als die Musiker nach der Pause ihre blauen Jacken auszogen und gut gelaunt bekannte Hits wie „Strangers in the night“, „Swinging Safari“ und „Sweet Caroline“ zum Besten gaben.

Musikalisches Parlament

In guter Guntersblumer Tradition wurden selbstverständlich alle dargebotenen Stücke vom 1. Vorsitzenden Ortwin Hess oder Klaus Weckheuer auf erfrischend unkonventionelle Art angesagt. So verglich Klaus Weckheuer humorvoll das Orchester mit einem Parlament: Die schwarzen Klarinetten ordnete er der CDU zu, und die FDP (Freunde der Posaunen) habe in diesem Falle gemessen an der Anzahl der Musiker die 5 Prozent-Hürde geschafft. Nur der Ausdruck „Splitterpartei “ bekomme bei Holzbläsern eine ganz neue Bedeutung.

Hupe im Einsatz

A propos Tradition: Weckheuer erklärte bei dieser Gelegenheit auch, dass die Ansagen manchmal länger dauern als die entsprechenden Musikstücke, damit der Dirigent sich währenddessen ausruhen kann. Und Ralf Worf wirkte in der Tat sehr ausgeruht und dynamisch, als er anschließend die Hits „Musik ist Trumpf“ und „Tijuana Taxi“ dirigierte, wobei es sich der quirlige Mainzer bei letzterem nicht nehmen ließ die „Taxi-Hupe“ eigenhändig zu betätigen.

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Dirigent Ralf Worf

Vergessener Bademantel

Als Hommage an den kürzlich verstorbenen Udo Jürgens gab es ein Medley seiner Hits „Aber bitte mit Sahne“, „Immer wieder geht die Sonne auf“, „Mit 66 Jahren“ und „Ein ehrenwertes Haus“ zu hören. Auch hier bewies Dirigent Worf erneut seine Entertainerqualitäten, als er sich beim Abtrocknen des Schweißes mit einem Handtuch die Bemerkung „meinen weißen Bademantel habe ich vergessen“ nicht verkneifen konnte.

Standing Ovations

Die anschließenden Dankesworte des vom tosenden Applaus des begeisterten Publikums sichtlich gerührten Ortwin Hess galten dem neuen Dirigenten sowie allen Mitwirkenden dieser gelungenen Veranstaltung, und nicht zuletzt dem ehemaligen Dirigenten Ernst Kolling, der dem Musikverein freundschaftlich verbunden ist und sich noch immer hervorragend um die Ausbildung der Nachwuchsmusiker kümmert.
Selbstverständlich kam vom begeisterten Publikum die Forderung nach einer Zugabe. Und auch dies ist in Guntersblum eine liebgewonnene Tradition: Die erste der insgesamt drei Zugaben war „Alte Kameraden“, wenn auch diesmal in einer flotten Swing-Version.

Text: Dagmar Muth

Fotos: Peter Muth