Mittelalterliche Atmosphäre lockt Gäste von nah und fern

Nicht nur für Freunde des mittelalterlichen Marktgeschehens ist der Leininger Markt in Guntersblum ein Anziehungspunkt geworden. Bereits zum sechsten Mal wurde er in einer Kooperation von Ortsgemeinde und Verkehrsverein veranstaltet und ist inzwischen weit über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannt.

Erstmals an 2 Tagen ausgetragen strömten mehr als 1.000 Besucher am letzten Aprilwochenende in die Kellerweg-Fest-Gemeinde und genossen bei Sonnenschein das bunte Treiben rund um das ehemalige alte Leininger Schloss, das jetzige Rathaus.

Ausgesuchte Handwerker, hochwertige Handelsstände, außergewöhnliche Verpflegungsstände, Kinderaktionen, Falkner-Vogelschau und das besondere Kulturprogramm mit handverlesenen Künstlern wie dem Gaukler Rasputin, dem Erzähler Uldarich, dem Ensemble von Poeta Magica und den Fahnenschwingern vom CVE Nackenheim hatten Jung und Alt dazu eingeladen, in die einzigartige Atmosphäre des Mittelaltermarktes einzutauchen.

„Wer bis jetzt dachte, nur High-Tech-Unterhaltungselektronik könnte Kinder glücklich machen, wurde auch dieses Jahr auf dem Leininger Markt wieder eines Besseren belehrt“, freut sich Christine Scholz, die Geschäftsführerin des Verkehrsvereins. So viele aufmerksame und strahlende Kindergesichter habe sie schon lange nicht mehr gesehen.

Der erstmals angebotene Frühschoppen wurde musikalisch begleitet von der Irisch-Folk-Bank Ellwertritsch und wurde dadurch auf Anhieb ein voller Erfolg. Schon nach wenigen Takten Musik gelang es den Musikern die Atmosphäre der „Grünen Insel“ Irland an den Rhein zaubern.

Von den lebhaften Erzählungen des Uldarich alias Prof. Ulrich Mehler konnten nicht nur die jungen Besucher an den beiden Markttagen nicht genug bekommen. Samstags abends hatte er auf Einladung des Guntersblumer Kulturvereins im Ratskeller ein interessiertes Publikum von 8 bis über 80 Jahren in seinen Bann gezogen. Musikalisch begleitet von der Harfenistin Shadia (Katja Hütte) entführte er die Zuhörer mit seinen Rheingold-Sagen und –Märchen vom Fluss und von verschollenen Schätzen in vergangene Jahrhunderte. Dabei spannte er einen weiten Bogen von skandinavischen Götter- und Heldensagen über die Nibelungen bis in die Romantik.

Abseits des bunten Treibens luden die Winzerhöfe in der Alsheimer Straße zum Verweilen ein. Wer hier keinen Platz mehr bekam, fand an den verschiedenen Essensständen auf dem Rathausplatz eine große Auswahl an Speisen und auch Wein- und Bierkenner litten keine Not.

Eine Guntersblum-Rundfahrt im Planwagen, der mit Pferdekraft gezogen wurde, war eine weitere Markt-Attraktion, die sich eines regen Zuspruchs erfreute. Bei den Ortsführungen von Schloss zu Schloss wurden den Teilnehmern die Guntersblumer Besonderheiten nahe gebracht.

„Unser Konzept eines kleinen, aber feinen mittelalterlichen Marktes mit viel Unterhaltung für die ganze Familie ist aufgegangen“, lautet das Fazit von Ortsbürgermeister Reiner Schmitt. Die Veranstalter hatten sich dabei bewusst gegen ein Eintrittsgeld für den Markt entschieden. Dies sei allerdings nur dank der Unterstützung von einheimischen Sponsoren wie der e-rp Energie für Rheinhessen-Pfalz aus Alzey und der Volksbank Alzey-Worms eG sowie der Guntersblumer Gewerbetreibenden und der vin-novativen Weingüter möglich gewesen.

Dass die Kühkopf-Fähre an diesem Sonntag fuhr und damit auch den Besucher von der anderen Rheinseite die Gelegenheit bot, auf 2 Rädern zum Markt zu gelangen, hat die Veranstaltung abgerundet. So die einhellige Meinung der Veranstalter, die zufrieden auf das historische Spektakel zurückblicken und sich schon jetzt auf den Leininger Markt 2016 freuen.