war das Einsatzstichwort als am 31.01.2015 gegen 13:45 die Funkmelder der Feuerwehren Selzen und Hahnheim ausgelöst wurden. Kurz darauf wurde auch die Sanitätsbereitschaft des DRK Ortsvereins Nierstein-Oppenheim alarmiert.

Aus der Tür der Kinderkrippe quillt dichter Rauch.

Aus der Tür der Kinderkrippe quillt dichter Rauch.

 

So begann eine gemeinsame Einsatzübung der Rettungsdienste und der Ortsgemeinde Selzen als Brandschutzübung für die Kinderkrippe in Selzen. Die Übungsleiter Patrik Neunecker (FF Selzen) und Harald Hösch (DRK) hatten einige Aufgaben für das Personal der Kinderkrippe, die Feuerwehr und das DRK vorbereitet. Das Treppenhaus im Gebäude Kaiserstraße 17 war durch ein Feuer in den Lagerräumen im Keller stark verraucht. Die Rauchmelder lösten aus. Die Erzieherinnen mussten den Notruf absetzen und schnellstmöglich die Kinder und sich selbst aus dem Gebäude über die Nottreppe evakuieren. Auf dem alten Schulhof angekommen galt es zunächst einen geeigneten Sammelpunkt zu finden und die Vollzähligkeit zu kontrollieren.

Feuerwehrleute mit Atemschutz.

Feuerwehrleute mit Atemschutz.

DRK und Feuwehr arbeiten Hand in Hand.

DRK und Feuwehr arbeiten Hand in Hand.

 

Die anrückenden Rettungskräfte verschafften sich zügig einen Überblick über die Lage. Schläuche wurden ausgerollt, Atemschutzgeräte angelegt und der Löschangriff gestartet. Im Keller fand die Feuerwehr einen bewusstlosen Gemeindearbeiter, den es zu retten galt. In der Bücherei im Dachgeschoss hielten sich zum Zeitpunkt des Feuers zwei Personen auf, die lautstark auf sich aufmerksam machten. Eine Person hatte sich beim Versuch über das Treppenhaus zu flüchten am Fuß verletzt und war nicht mehr gehfähig. Die Feuerleiter konnte daher nicht genutzt werden. Also wurden beide Personen mit Fluchthauben über das verrauchte Treppenhaus gerettet und an den Rettungsdienst des DRK übergeben. Hier wurden Rauchgasvergiftungen und eine Überdehnung der Bänder am Fuß festgestellt. Alle drei verletzten Personen wurden imaginär an weitere inzwischen eingetroffenen Rettungswägen und den Rettungshubschrauber übergeben.

Ortsbürgermeistern Seidel im Einsatz.

Ortsbürgermeistern Seidel im Einsatz.

Betroffene werden vom DRK betreut.

Betroffene werden vom DRK betreut.

 

Die in der Kälte stehenden Kinder und Erzieherinnen durften sich in einem der bereitstehenden Rettungswagen vorübergehend warmhalten. Die nachalarmierte Schnelleinsatzgruppe (SEG) Betreuung des DRK richtete im evangelischen Gemeindehaus eine provisorische Betreuungsstelle ein und brachte die Betroffenen im Pendelbusverkehr dort hin. Hier wurde Spielzeug für die Kinder ausgegeben und die Kinderbetreuung organisiert. Babynahrung, warme und kalte Getränke sowie Windeln wurden bereitgestellt.

DRK richtet Betreuungstelle im ev. Gemeindehaus ein.

DRK richtet Betreuungstelle im ev. Gemeindehaus ein.

 

Nach knapp zwei Stunden Übung waren alle Personen gerettet und versorgt, das Feuer gelöscht. Jetzt galt es für die SEG Betreuung noch die Kinder und Erzieherinnen so lange zu betreuen bis die zwischenzeitlich informierten Eltern ihre Kinder abholten.

Bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen fand die Übung einen gemütlichen Ausklang im Sitzungssaal der Gemeinde. Die Übungsleitung und die Führungskräfte der Rettungsdienste zeigten sich mit dem Verlauf der Übung zufrieden. Die Übungsziele wurden erreicht und die aufgedeckten Mängel können kurzfristig beseitigt werden.

Insgesamt waren ca. 30 Feuerwehrleute inklusive der Einsatzleitung der VG Rhein-Selz, 6 Kräfte des DRK, 8 Verletztendarsteller (darunter 6 freiwillige Kinder aus der Gemeinde), das Krippenpersonal und die Gemeindeverwaltung im Einsatz. Allen Beteiligten und den Organisatoren sprechen wir an dieser Stelle nochmal unseren herzlichen Dank aus.