Heinz Abbel spricht mit Interessenten über seine Bilder. (Foto: Andreas Lerg)

Heinz Abbel spricht mit Interessenten über seine Bilder. (Foto: Andreas Lerg)

Wer die VG-Verwaltung Rhein-Selz besucht, kann dort derzeit eine Weltreise machen, ohne Oppenheim dafür verlassen zu müssen. Im Treppenhaus der Verwaltung ist die Ausstellung „Rheinhessen und die weite Welt“ der beiden Fotografen Heinz Abbel und Franz Klossek zu sehen. Am vergangenen Donnerstag fand die Vernissage statt. Die Ausstellung ist zu den regulären Öffnungszeiten der VG-Verwaltung zu sehen.

Bilder von allen fünf Kontinenten

„Wir beide sind seit Jahren Weltreisende. Die Bilder, die Sie heute hier sehen, sind auf allen fünf Kontinenten entstanden“, erklärt Heinz Abbel während seiner Ansprache bei der Eröffnung der Fotoausstellung. Dank dem Motto der Ausstellung mischen sich zwischen die Bilder aus aller Herren Länder auch immer wieder heimische Motive. Mal ein Trullo oder Landschaftsbilder aus den Weinbergen, mal Stadtansichten von Oppenheim oder Raureif auf dem winterlichen Damm am Rhein bei Dienheim.

Land und Leute abgelichtet

Landschaften und Menschen haben es den beiden engagierten Hobbyfotografen angetan und mit ihrer Kamera fangen sie auf Reisen spannende Motive ein. Interessant sind dabei manche Gegenüberstellungen. So hängt ein Bild vom Lake Havea aus Neuseeland neben zwei Aufnahmen vom Rhein. Alle drei Bilder begeistern mit tollen Farben und Lichtstimmungen und der Betrachter sieht, dass er für landschaftliche Schönheit nicht unbedingt in die Ferne reisen muss.

Geschichten mal froh mal traurig

Heinz Abbel kann zu vielen Bildern Geschichten erzählen, die mal schön und amüsant und mal traurig sind. So berichtet er, dass in der syrischen Stadt Palmyra, die er noch vor wenigen Jahren besuchte, um die archäologischen Bauwerke zu fotografieren, mittlerweile nachts Kunsträuber am Werk sind. Nachts kommen die Räuber und stehlen viele Antiquitäten: „Die verkaufen sie dann an europäische und amerikanische Händler, die nicht nach der Herkunft fragen, weil sie Geschäfte machen wollen. Mit dem Geld wird dann der Terror, der IS finanziert. Wenn man darüber nachdenkt, dann kommen einem die Tränen.“

40 Jahre „Weltbilder“

Manche der Bilder sind schon 40 Jahre alt. Beispielsweise das Foto eines Teeverkäufers, das Abbel in Afghanistan aufgenommen hat. „Heute kommen Sie doch nicht mehr sicher nach Afghanistan rein“, erklärt er seinen Gästen. Auch Gastgeber VG-Bürgermeister Klaus Penzer freute sich, dass die neue Ausstellung die nächsten zwei Monate die Räume der Verwaltung bereichern und neben Eindrücken aus Rheinhessen auch ein Blick auf die weite Welt bietet.

In der Tat kann der Besucher beim Schlendern durch das Treppenhaus mit den Augen eine Weltreise machen. Er sieht das blaue Eis des Perito Moreno Gletschers in Patagonien oder Kinder, die in einem Einbaum über einen Fluss in Vietnam fahren.  Er kann ein beeindruckendes Foto von „Sadhu, dem guten heiligen Mann“ aus Indien oder die karge Schönheit der Namib-Wüste bewundern. Eindrucksvoll ist auch das Bild der 2000 Jahre alten Felsenstadt Petra, die Abbel in Jordanien fotografiert hat.

Die Bilder zudem auch einen Einblick in den Lebensalltag in anderen Ländern. Beispielsweise die Aufnahme, mit der Klossek einen Vietnamesen zeigt, der auf einem Moped mehrere dutzend Enten zum Markt bringt. Vor lauter Enten ist außer dem Fahrer nur noch Lenker und Vorderrad des Gefährtes zu sehen.