TUS Dexheim feiert Fastnacht. (Plakat der Kampagne 2014)

TUS Dexheim feiert Fastnacht. (Plakat der Kampagne 2014)

Schon früh im Jahr wandelte sich Dexheims Gemeindehalle in ein vierfarbbuntes Narrenschiff. Nach dem zünftigen Einmarsch mit der Guggemusik-Gruppe „Meenzer Nodequetscher“, die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiern, übergab Moderator Chris Best die Bühne dem Protokoller. Christian Bachmann las dann auch der weltweiten, regionalen und lokalen Politik gehörig die Leviten. Bezüglich des Streits zwischen Penzer und Storck empfahl er „Nehmt euch einen Paartherapeut“. Auch Lokführer- und Pilotenstreik wurden ebenso wenig ausgespart, wie Grand Prix-Sieger(in) Conchita Wurst. Auch das der Fußball neben einer positiven Seite – das grandiose 7:1 gegen Brasilien und der Sieg im Endspiel der Fußballweltmeisterschaft – eine negative Seite hat, machte Bachmann deutlich: „Apropos Skandal um Ulli Hoeneß, was ich nicht verstehe und ich treib es auf die Spitze, als Kleinbürger würden wir nicht unner’m Weihnachtsbaum sitze!“

Oh oh oh, das wird teuer

Als Pole am Bau berichtete Lars Lichtenberger über den Unterschied zwischen dem deutschen Handwerksmeister und polnischen Handwerkern: „9:35 Uhr, der deutsche Handwerksmeister hat ausgeschlafen und gefrühstückt kommt endlich auf dem Bau an. Die Polen haben bereits das zweite Zimmer fertig verputzt.“ Lichtenberger nannte auch die typischen vier Sätze eines deutschen Handwerkers: 1. „Oh oh oh, das wird teuer.“ 2. „An ihrer Stelle würde ich das alles neu machen lassen.“ 3. „Das war ich nicht, das war vorher schon kaputt.“ 4. „Brauchen sie unbedingt eine Rechnung?“

Frivol bis politisch

Herrlich frivol gestaltete sich der Sprechgesang-Vortrag der „Niersteiner Trauerschnallen“ alias Hiltrud Naab Erika Schindel, Silke Lutz, Ursula Spies und Birgid Klunker. In ihrem amüsanten Lamento ging es nicht selten um Mann und Frau. Beispielsweise als direkt nach der Heirat die Gemahlin gestand „Ich bin Prostituierte“ und der Mann erwiderte: „Do musste doch nett glei‘ weine, ich geh in moi Kersch und du halt in Deine.“ Das Publikum war bei diesem Wortbeitrag recht ruhig, hörte zu und spendete tobend Beifall.

Burgerking Hubert Horn

Leider war das nicht bei jedem Vortrag so. So kam es, dass „Burgerking“ Hubert Horn in seinem Vortrag spontan und frei von der Leber weg reimte: „Ich sag’s euch Junge, ich sag’s euch Alte, wenn ich hier red‘ habt ihr’s Maul zu halte.“ Doch die deutliche Botschaft verklang ohne Wirkung zu zeigen. Horn nahm ebenfalls die VG-Fusion und vor allem den unanständigen Umgang mit Michael Storck ins Visier: „Genau so züchtet man ihr Leut, bei uns Politikverdrossenheit!“ Sehr wunderte er sich auch über zwei politisch mittlerweile beste Freunde: „Günther und Held ich kann‘s net vergesse, haben sich vor Jahren noch gefressen, heut‘ wird‘ geknutscht, ich finds net cool, man meint glatt die wär’n schwul.“

Sowohl die beiden Teens Emma Heerde und Milena Zoiro, die in ihrem Zwiegespräch über die Wahl des richtigen Freundes berichteten, als auch Franziska Blum mit ihrem Vortrag als „Germany next Top-Moppel“ mussten in ihren humorvoll-würzigen Vorträgen gegen das in großen Teilen unaufmerksame, lärmende und schwätzende Publikum anbrüllen, was dank der guten Beschallungstechnik aber gut gelang.

Närrischer Gesang

In der Fastnacht ist auch der Gesang eine feste Größe. So luden die Tugendbolde unter der Leitung von Peter Jakob das Publikum ins „Hotel närrischer Hof in Mainz“ ein. Dort begegnet einem so manch obskurer Gast. Beispielsweise eine „Frau Wurst“ mit Bart und goldenem Krönchen. Auch ein Jogi Löw, der wirklich nichts dafür kann, dass er so schön ist und eine närrische Ausgabe von Helene Fischer mit der vierfarbbunten Version von „Atemlos“. Auch der Männergesangverein Dexheim knöpfte sich in Wort- und Liedbeiträgen so manches aktuelle Geschehen vor. „Die Anderson Barracks stehen lange schon leer. Der Rambo, der Neustadtbürgermeister ist jetzt auch Kasernenkommandant.“ Und ob eine „Saunalandschaft alá Putin“ für das Areal die richtig Wahl ist, zogen sie auch in Zweifel. Mehr schlecht als recht aber dafür textlich sehr derb und hochamüsant intonierte das Duo Infernale alias Chris Best und Jörn Butterfass den Song „Männer sind Schweine“ von den Ärzten. Mit dem selbst verfassten Text wusste jeder im Saal, wer mit „Em Hubert soi Schweine“ und „Em Friedel soi Weine“ gemeint war.

Die Giggel Dabscher

Tanzdarbietungen sind in der modernen Fastnacht nicht mehr wegzudenken. Neben den exzellenten Leistungen der diversen Jazztanzgruppen brachte vor allem das Männerballett „Die Giggel Dabscher“, die als schwer erziehbare Nonnen die Bühne stürmten, um diese dann als Cowboys wieder zu verlassen, den Saal zum Toben. Die 15 Tänzer stehen unter der Leitung von Bianca und Milena Brückner.

Ebenfalls auf der Bühne

In der Bütt:
Sven Brückner als „Der Chiller“.

Tanzgruppen:
Die Dexi Devils unter der Leitung von Lisa Karst und Milena Brückner.
Die Dexi Beats unter der Leitung von Denise Reiss und Tobi Großmann.
Die Crazy Chicks unter der Leitung von Lisa Gebele.
Die Dexi Dancers unter der Leitung von Bianca Brückner und Silvia Geiberger

Für Programm und Regie war Sven Brückner verantwortlich.