Internetseite des Hallenbades in Oppenheim.

Internetseite des Hallenbades in Oppenheim.

In der Ausgabe vom Montag, dem 3. November, hat die Allgemeine Zeitung Lokalausgabe Landskrone unter der Überschrift „Oppenheimer Bad schließen“ eine Pressemeldung der „Liste Selzen“ veröffentlicht. In der wird eine Schließung des Oppenheimer Hallenbades zu Gunsten eines möglichen „Freizeitbad- und Wellnesskonzept für den Kasernenbereich“ diskutier. Dazu hat die DLRG Oppenheim die folgende Stellungnahme veröffentlicht:

Der Ball, den die Liste Selzen bezüglich des Hallenbades in Oppenheim in dem Artikel in der Allgemeinen Zeitung vom Montag, dem 3. November ins Spiel bringt, ist bereits im Aus! Denn eines dürfte wohl allen klar sein: Würde das Hallenbad in Oppenheim tatsächlich geschlossen, dann gäbe es keinen adäquaten Ersatz mehr! Dann gäbe es gar kein Schwimmbad mehr in der VG Rhein-Selz.

Wenn auf dem Gelände der Kaserne überhaupt ein Bad entstünde, dann wäre es ein Freizeit- und Spaßbad in privater und damit kommerzieller Trägerschaft. Das aber würde ein solcher Träger nur bauen, wenn er mit hoher Besucherfrequenz und kalkulierbaren Umsätzen rechnen könnte. Die Umsätze könnten nur über den Eintritt realisiert werden. Bei vermutlich deutlich höherem Eintritt als heute stünde nur ein „Spaß- und Planschbecken“ aber kein Schwimmbecken im Wortsinne mehr zur Verfügung. Statt Bahnen zum Schwimmen gäbe es große Wasserrutschen, Wellenbad und allerlei „Nassvergnügen“, das in Kombination mit der Saunalandschaft einen hohen Eintritt für seltene Spaßbesucher rechtfertigt. Der regelmäßige Schwimmer und Breitensportler würde sich in diesem Konzept wohl kaum wiederfinden.

Und wie negativ sich der Wandel von regulären Schwimmbädern zu kommerziellen Spaßbädern auf den Schulsportunterricht sowie Vereine und ihr Training auswirkt, ist deutschlandweit bekannt. Wenn beide überhaupt noch zum Zuge kämen, dann nur zu deutlich schlechteren Bedingungen und ebenfalls deutlich höheren Kosten.

Wie eingangs erwähnt, steht aber zu befürchten, dass eine Schließung des Hallenbades ersatzlos erfolgen würde. Das aber wäre absolut fatal für die VG Rhein-Selz und die Region darum herum!

Das Hallenbad Oppenheim ist das einzige Schwimmbad im großen Umkreis. Alternativen gäbe es nur in Mainz, Nieder-Olm oder Worms. Und diese Alternativen sind keine! Sie sind keine, denn kein Breitensportschwimmer wird 20 oder mehr Kilometer einfach fahren, um eine Stunde Bahnen ziehen zu können. Eltern werden diese Distanz ebenfalls kaum schultern, damit die Kinder mal schwimmen und im Wasser toben und dort Freizeit verbringen können.  Schwimmen müsste vom Sportlehrplan aller Schulen der VG Rhein-Selz ersatzlos gestrichen werden! Die Vereine, die bisher das Bad nutzen, stünden ebenfalls auf dem Trockenen und vor dem Aus, denn abgesehen von der Distanz zu den vorgenannten Bädern sind diese bereits durch dortige Vereine ausgelastet.

Es ist zudem falsch, das Hallenbad ausschließlich bilanztechnisch zu bewerten. Das Hallenbad ist das einzige und letzte offene Breitensportangebot in der Region. Badehose und Handtuch genügen, um diese Sportstätte zu nutzen. Andere Sportstätten wie Fußball- und Tennisplätze oder Turnhallen sind ohne Mitgliedschaft in einem entsprechenden Verein und ebenso feste wie begrenzte Trainingszeiten nicht zu nutzen. Damit wertet das Hallenbad den Wohnwert und die Lebensqualität der Region deutlich auf. Das bringt Einnahmen und Vorteile auf anderen Ebenen.

Wie nötig das Hallenbad in Oppenheim ist, zeigt sich schon alleine dadurch, dass alle Schulen der Umgebung hier vormittags Schwimmsport unterrichten. Es zeigt sich auch dadurch, dass zu den Schwimmkursen, die die DLRG aber auch das Bad selbst anbieten, Eltern auch aus großer Entfernung ihre Kinder anmelden und bringen. Die speziellen Schwimmkurse für Kinder mit Downsyndrom, die die DLRG seit 2013 mehrmals erfolgreich durchgeführt hat, sind im Prinzip weit und breit einzigartig, denn ein vergleichbares Angebot sucht man in Rheinhessen vergebens. Und betrachten wir die sportlichen Erfolge, die die Schwimmabteilung des TVO weit über die Grenzen Rheinhessens hinaus feiert, so wären diese ohne das Bad nicht machbar. Nehmen wir das seit Jahrzehnten angebotene Versehrtenschwimmen Dienstagabends. Nehmen wir Mitgliedschafts-unabhängige Kursangebote wie das Aqua Jogging des SC 1962 Hahnheim oder die Angebote, die das Bad selbst offeriert. Nehmen wir die Tatsache, das Schwimmen beinahe der einzige Sport ist, den man bis ins hohe Alter oder gefahrlos auch bei Übergewicht ausüben kann. All das macht deutlich, dass der Wert des Hallenbades jenseits nüchterner Bilanzen liegt.

Zudem ist das Hallenbad in tadellosem Zustand, da es in zwei Bauabschnitten 1996/1997 und 2001/2002 grundlegend saniert und modernisiert wurde. Kein Vergleich mit maroden Bädern in anderen Kommunen, deren Sanierung noch aussteht und zig Millionen Euro verschlingen würde. Eine vernünftige Sauna ist vorhanden, die selbst bei einer zukünftigen „Saunalandschaft im Rhein-Selz-Park“ durch einen günstigeren Preis sicher nach wie vor attraktiv bleibt. Für die DLRG Oppenheim und sicher auch für die anderen das Hallenbad nutzenden Vereine steht fest: Eine Schließung des Hallenbades der VG Rhein-Selz darf nicht zur Debatte stehen.

Andreas Lerg, 1. Vorsitzender der DLRG Oppenheim