Betrugswelle schwappt auch in Rheinhessens Briefkästen

Eigentlich eine uralte Masche...

Eigentlich eine uralte Masche…

Die Verbraucherzentrale warnt derzeit vor einer eigentlich uralten Betrugsmasche der sogenannten „Nigeria-Connection„. Eigentlich wird diese in den letzten Jahren nur noch per E-Mail betrieben, aber die Betrüger besinnen sich wohl alter Zeiten und versenden ihre Köder jetzt wieder per Briefpost. Auch in Oppenheim kamen solche Briefe schon an.

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnt vor betrügerischen Erbenermittlern: Derzeit erhalten Verbraucher Post von Oliver Williams, einem angeblichen Rechtsanwalt aus Manchester in Großbritannien. Wortreich wird erklärt, ein entfernter Verwandter sei verstorben.

Angeblicher unerwarteter Geldsegen

Der Anwalt wolle nun ein Geldguthaben in Höhe von 41 Millionen US-Dollar auszahlen. Nach Abzügen würden dem Angeschriebenen noch rund 16 Millionen Dollar winken. „Kriminelle versuchen mit fadenscheinigen Angaben zu einer hohen Erbschaft Kasse zu machen“, warnt Christian Gollner, Rechtsreferent bei der Verbraucherzentrale. Hinter den seriös erscheinenden Schreiben, die das Zeichen der Fantasie-Kanzlei „Williams Law“ tragen, lauert eine fiese Masche.

Reine Abzocke der Nigeria-Connection

In Wahrheit gibt es weder die Kanzlei noch den Rechtsanwalt. Wer das angebliche Erbe antreten möchte, soll für Anwaltskosten oder Verwaltungsgebühren vorab Geld überweisen. Oft werden gleich mehrere tausend Euro verlangt. „Wer zahlt, sieht sein Geld nie wieder und wartet vergeblich auf die Auszahlung“, weiß Gollner. Die Verbraucherschützer raten dringend davon ab, mit den Hintermännern der Schreiben in Kontakt zu treten und Zahlungen vorzunehmen.

Regelmäßig erhält die Verbraucherzentrale Anfragen zu Schreiben falscher Erbenvermittler. Auf den ersten Blick ist der Betrug nicht leicht zu erkennen. Eine umständliche Ausdrucksweise, Grammatikfehler, fehlende Angaben zum Sitz der Anwälte und ein Bezug zum meist außereuropäischen Ausland sind typische Kennzeichen für kriminelle Machenschaften.

Zu solchen Vorgängen bieten die örtlichen Beratungsstellen und Stützpunkte der Verbraucherzentrale individuelle Rechtsberatung. Telefonischen Rechtsrat erhalten Betroffene montags, mittwochs und donnerstags von 10 bis 16 Uhr am landesweiten Beratungstelefon der Verbraucherzentrale unter 09001 77 80 80 1. Der Anruf kostet 1,50 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz, Tarife aus den Mobilfunknetzen können abweichen. Mit den Telefongebühren sind die Kosten für die Beratung beglichen.