Nein, die 90 Jahre sieht man ihm wirklich nicht an. Erst recht nicht, als sich Friedrich Schwamb verbeugt und für den tosenden Applaus bedankt. Denn Schwamb ist so etwas wie das personifizierte Sportabzeichen. 50 Mal hat er den Sportorden schon abgelegt. Der Auftritt des Mainzers war ohne Zweifel der Höhepunkt der Sportabzeichen-Ehrung des Sportbundes Rheinhessen.

„Das Sportabzeichen ist ein wesentlicher Bestandteil der Gesellschaft“, sagte Sportbund-Präsident Magnus Schneider. „Es ist eine schöne Institution, um hin und wieder die Mühe auf sich zu nehmen, zu einer sportlichen Prüfung anzutreten.“ 7365 Mal wurde das Sportabzeichen in Rheinhessen insgesamt abgelegt. Neben 1627 Erwachsenen wagten sich auch 5738 Jugendliche an die Prüfungen.

Jubilar Friedrich Schwamb (l.) im Gespräch mit Sportbund-
Präsident Magnus Schneider. Foto: Sportbund

„Der Kopf will unbedingt“

Aber zurück zu Friedrich Schwamb. Lange Jahre hatte er gar nicht so viel mit Sport am Hut. „So wirklich habe ich erst mit 40 damit angefangen“, erinnerte er sich. Umso überraschender kam seine Idee, spontan eine Sportabzeichen-Prüfung abzulegen, bei seiner Ehefrau an. „Ich habe alle Übungen zum ersten Mal gemacht“, erzählte Schwamb. Und er bestand sie alle. 1963 und die 49 Jahre danach. Denn diese spontane Idee sollte der Beginn einer wahren Sportabzeichen-Ära werden. Der Sport wurde ein fester Teil seines Lebens. Tennis, Fußball bei den Alten Herren von Mainz 05, Radfahren – alles war dabei. Noch heute fährt Schwamb im Monat mehr Kilometer mit dem Rad als mit dem Auto. „Seit meiner Rente bin ich mehr als 70.000 Kilometer gefahren“, rechnete Schwamb vor. Die 51. Abnahme hat er schon fest im Blick. „Der Kopf will unbedingt. Ob der Körper es schafft, weiß ich aber nicht.“ Als weitere Anerkennung sicherte Sportbund-Präsident Schneider dem Jubilar zu, sich ein Bundesligaspiel seiner Wahl von Mainz 05 aus der Lotto-Loge ansehen zu dürfen.

Helmut Siegel macht die „40“ voll

Neben Schwamb feierten auch andere Sportlerinnen und Sportler ein Jubiläum. Auf mittlerweile 40 Abnahmen kommt Helmut Sigel. Dahinter haben elf Sportlerinnen und Sportler 35 Orden im Schrank hängen. Zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer durften sich über 30 Abnahmen freuen und die „25“ machten im vergangenen Jahr 17 Sportler aus Rheinhessen voll.

Im Rahmen des Vereinswettbewerbes sicherte sich der DJK BSC Mainz in der Gruppe bis 400 Mitglieder den Sieg (98,75 Punkte) vor dem Binger Tauchsportclub (27,85) und der TuS Hackenheim (22,37). Bei den Vereinen von 401 bis 600 Mitgliedern setzte sich Stimmel Sports mit 24,07 Punkten vor der TuS Gensingen (11,60) und dem HSV Alzey (9,90) durch.

SG Spiesheim (14,20) lautet der Sieger bei den Vereinen von 601 bis 900 Mitgliedern. Die SG gewann vor dem TuS Gau-Bischofsheim (8,99) und dem TV Gundersheim (8,04). Mit großem Abstand setzte sich der TV Laubenheim bei den Vereinen zwischen 901 und mehr Mitgliedern durch. Mit 16,96 Punkten landete der TV vor der TSG Heidesheim (8,96) und dem USC Mainz (8,60).

Großer Andrang bei den Schulen

Ungebrochener Beliebtheit erfreut sich das Sportabzeichen bei den Schulen. Bei den Schulen bis 150 Schülerinnen und Schüler gewann die Grundschule Gundersheim mit 78,05 Punkten vor der Grundschule Mauchenheim (72,58) und der Grundschule am Jakobsberg in Ockenheim (54,93). In der nächst höheren Kategorie bis 300 Schülerinnen und Schüler setzte sich die Grundschule Bodenheim (72,01) vor der Grundschule Mainz-Laubenheim (65,49) und der Grundschule Saulheim (51,92) durch. Bei den Schulen bis 500 Schülerinnen und Schüler landete die Grundschule Nieder-Olm (57,33) vor den Grundschulen Am Gleisberg (14,32) und Nierstein (9,75). Die Realschule Plus schnappte sich in der Kategorie bis 750 Schülerinnen und Schüler den Sieg (78,36) vor der IGS und Realschule Plus Osthofen (19,89) und der Grund- und Realschule Plus Westhofen (14,14). Ganz vorne landete auch das Rabanus-Maurus-Gymnasium Mainz mit 59,48 Punkten vor dem Theresianum Mainz (41,47) und der Hildegardisschule Bingen (32,36).[c attid=“26468″ aption id=“attachment_26468″ align=“alignnone“ width=“350″] Jubilar Friedrich Schwamb (l.) im Gespräch mit Sportbund-Präsident Magnus Schneider. Foto: Sportbund[/caption]