Welcher Verein hätte ihn nicht gerne – diesen einen Sponsoren, der das so dringend benötigte Geld bereitstellt, um die vielen wichtigen Projekte zu finanzieren. Denn aus den eigenen Mitteln heraus ist fast kein Sportverein in der Lage, zu überleben. Wie man auch als kleiner Klub ein Unternehmen von sich überzeugen und sogar so weit bringen kann, Aktionen, Projekte oder Abteilungen zu unterstützen, zeigte Matthias Poppen den 18 Teilnehmern, die sich im Rahmen der Reihe „Mittwoch in Rheinhessen“ des Sportbundes Rheinhessen zu dem Thema „Sponsoring im Sportverein“ angemeldet hatten.

„Sehr ungleiche Verteilung“

Dass es im Schatten von König-Fußball nicht einfach ist, Sponsoren auszugraben, wollte Poppen gar nicht erst bestreiten. „Es gibt da schon eine sehr ungleiche Verteilung“, sagte der Geschäftsführer des Unternehmens SponsorMAT, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Sponsoren für kleinere Vereine zu finden. Und so schränkte Poppen auch gleich ein, das man angesichts dieser Verteilung keinesfalls die Flinte ins Korn schmeißen müsse. Denn auch kleinere Klubs außerhalb des Fußballs haben durchaus ihren Charme für Sponsoren – es kommt eben nur auf die Herangehensweise an. „70 Prozent der Vereine haben nicht einmal eine Übersicht, welche Sponsoren sie haben“, sagte Poppen. „Das führt dann dazu, dass einige Unternehmen mehrfach von verschiedenen Personen angesprochen werden.“ Unprofessionell.

Matthias Poppen gibt den Teilnehmern Tipps für die Akquise von Sponsoren. Foto: Sportbund Rheinhessen

Matthias Poppen gibt den Teilnehmern Tipps für die
Akquise von Sponsoren. Foto: Sportbund Rheinhessen

Damit die Sponsorenansprache erfolgreich ist, brauchen Vereine demnach nicht nur eine solche Auflistung, sondern vor allem eine gründliche Selbstanalyse in der sie ihre Stärken und Schwächen sowie Sponsoringmöglichkeiten auflisten. Am Ende dieser Analyse sollte dann ein Alleinstellungsmerkmal stehen – ein Unique Selling  Proposition (USP), wie es in der Fachsprache heißt. „Was ist der Punkt, den sich Außenstehende von Ihrem Verein merken und mit dem Sie begeistern können?“, fragte Poppen. Eine besondere Jugendarbeit, Erfolge, ausgefallene Aktionen – das alles seien geeignete Alleinstellungsmerkmale.

Verschiedene Pakete schnüren

Orientiert an diesem USP sollen die Vereine dann verschiedene Sponsoringpakete schnüren. Vom Hauptsponsor über Partner oder kleineren Bronze-Sponsoren – auf diese Weise schaffe jeder Klub attraktive Pakete für potenzielle Interessenten, schilderte Poppen und betonte, dass es ebenso wichtig sei, die richtigen Sponsoren anzusprechen. „Wer profitiert vom Verein? Wer hat die gleiche Zielgruppe? Und wer wirbt viel in der Region“, nannte Poppen einige Aspekte, die Klubs beachten müssen, um die richtigen Unternehmen anzusprechen – und diese mit ihrem Alleinstellungsmerkmal von sich zu überzeugen.