Noch vor zwei Jahren sah die Welt des Sportbundes Rheinhessen ganz anders aus. Düsterer. Als Magnus Schneider bei der vergangenen Sportkreistagung vor die Vereinsvertreter trat, musste der Sportbund-Präsident von finanziellen Sorgen des rheinhessischen Dachverbandes berichten. „Die Situation hat sich mittlerweile aber deutlich entspannt“, sagte Schneider bei der diesjährigen Tagung der Sportkreise Mainz und Mainz-Bingen.

„Das liegt daran, dass die Landesregierung Wort gehalten hat, keine Erhöhungen für den Sport vorzunehmen, aber auch keine Kürzungen, wie in anderen gesellschaftlichen Bereichen.“ So habe der Sportbund im vergangenen Jahr unter anderem seine Zuschussprogramme wieder erhöhen können. Neben den Übungsleiterzuschüssen betrifft das unter anderem auch vereinseigene Sportanlagen, Zuschüsse für langlebige Sportgeräte sowie für Sportstätten-Pflegegeräte.

Bekenntnis zu Sportbünden

Ein wesentlicher Grund für die finanzielle Stabilität seien die Zuwendungen durch die Lotto Rheinland-Pfalz GmbH, „die aus meiner Sicht auch in den kommenden Jahren gesichert scheinen“, sagte Schneider. „Die Geschäftsführung und das Land Rheinland-Pfalz haben ein klares Bekenntnis zur Stützung seiner Mitgesellschafter, den Sportbünden, ausgesprochen.“

Volles Haus beim Sportkreistag. Foto: Sportbund Rheinhessen

Im Rahmen der Tagung, zu der sich im Vereinsheim des ASV Mainz 88 Vertreter von 29 Vereinen aus Mainz und 22 aus Mainz-Bingen eingefunden hatten, wurden die beiden Sportkreisvorsitzenden Klaus Kuhn (Mainz) und Alexander Berg (Mainz-Bingen) einstimmig im Amt bestätigt. Als Stellvertreter wählten die Vereinsvertreter Franz-Josef Hesch (Mainz) und Gerd Schmitt (Mainz-Bingen). Diese Wahl ist bis zur Mitgliederversammlung am 14. Juni in Nieder-Olm jedoch als Vorratsbeschluss anzusehen, da diese Stellvertreterposten erst per Satzungsänderung eingeführt und beschlossen werden müssen.
Im Tagesgeschäft müsse sich der Sportbund Rheinhessen auch immer wieder mit Fragen beschäftigen, die aus gesellschaftlichen Entwicklungen oder politischen Entscheidungen heraus Folgen für die Vereine haben. „Oft werden Folgen für Vereine nicht gleich wahrgenommen, sind aber nicht nur unerfreulich in der täglichen Arbeit, sondern stellen auch eine Belastung für das Ehrenamt dar“, betonte Schneider. Ein solches Thema sei das novellierte Bundeskinderschutzgesetz, das für viele Vereine einen neuen bürokratischen Aufwand mit sich bringe.

Sportbund-Präsidium schafft zwei neue Posten
Um immer am Puls der Zeit zu sein und sich ständig zu hinterfragen, hat das Sportbund-Präsidium in den vergangenen Jahren insgesamt drei Klausurtagungen durchgeführt und dabei seine Arbeitsweise und Tätigkeitsfelder kritisch überprüft. Eines der Ergebnisse: Der Sportbund Rheinhessen will sein Präsidium im Hinblick auf die Mitgliederversammlung mit veränderten Ressortzuschnitten für die Zukunft neu ausrichten.
„Wir wollen uns und unsere Vereine fit halten und tragen mit den Veränderungen den gesellschaftlichen Gegebenheiten Rechnung“, schilderte Schneider. Mit den beiden Ressorts „Sport und Gesellschaft“ und „Vereinsentwicklung“ erweitert die Dachorganisation ihr Präsidium um zwei Posten. „Wir schätzen das Ehrenamt als sehr wertvolles Gut und wollen es deshalb auf vielen Schultern verteilen“, sagte Schneider. Zudem wird das bisherige Ressort „Frau im Sport“ umbenannt und heißt künftig „Sport und Chancengleichheit“. In diesem Zusammenhang informierte Schneider die Vereinsvertreter auch schon über die vorgesehenen personellen Veränderungen im Präsidium. Für den ausscheidenden Rudolf Heckl kandidiert Frank Müller für das Amt des Schatzmeisters. Wolfgang Bärnwick, Vorsitzender der Spvgg. Ingelheim, soll das Ressort „Vereinsentwicklung“ übernehmen. Rainald Kauer soll von der Öffentlichkeitsarbeit zu „Sport und Gesellschaft“ wechseln. Für seinen Posten ist Thorsten Richter vorgesehen. Nicole Muth gestaltet nicht nur den Wandel des Ressorts „Frau im Sport“ zu „Sport und Chancengleichheit“, sondern soll auch den Vizepräsidenten-Posten des ausscheidenden Karl-Heinz Adam übernehmen.

Gratulation an erfolgreiche Vereine
Der Sportbund-Präsident nutzte die Gelegenheit aber auch, um einen Blick auf die vergangenen zwei Jahre zu werfen. „Rückblickend darf ich auf unsere öffentlichkeitswirksamen Lehrtagungen, die Sportabzeichen-Tage und -Veranstaltungen oder unsere Sporterlebnistage verweisen“, sagte Schneider. Mit einem gewissen Stolz erfüllen den Sportbund dabei die herausragenden Leistungen seiner Vereine.
„Ich gratuliere natürlich dem ASV Mainz 88 zur Mannschaftsmeisterschaft 2013. Die Kunstradfahrer, Minigolfer, die Ruderer, die Tischtennisspielerinnen und Schwimmer möchte ich exemplarisch nennen.“ Zudem habe über Mainz durch die Landessiege des TSV Schott Mainz und des TV Laubenheim zweimal der „Stern des Sports“ gestrahlt. „Während der TV Laubenheim beim bundesweiten Wettbewerb auf Platz vier landete, beglückte uns der TSV Schott mit seinem Bundessieg.“