"Wir bringen Sport in den Ganztag" - unter diesem Motto stand das Treffen des Sportbundes mit den Vereinen. Foto: Vanessa Rehm

„Wir bringen Sport in den Ganztag“ – unter diesem Motto stand das Treffen des Sportbundes mit den Vereinen. Foto: Vanessa Rehm

Kaum ein Thema beschäftigt die Sportvereine in Rheinhessen aktuell so sehr wie die Herausforderungen und Folgen, die durch die Ganztagsschulen entstehen. Aus diesem Grund hat sich der Sportbund Rheinhessen mit Vereinsvertretern zusammengesetzt und über die aktuelle Situation sowie mögliche Lösungen diskutiert.

Sportbund Rheinhessen setzt sich auch für Sport an Schulen ein

„Wir wollen die Vereine nicht irgendwo hineintreiben“, betonte Sportbund-Vizepräsident Reinhold Heinz. „Dieser Schritt in die Schulen macht nur dann Sinn, wenn die Strukturen innerhalb der Vereine gegeben sind und sie die Aufgaben stemmen können.“ Dennoch setze sich der Sportbund dafür ein, dass „der Sport auch in der Schule eine wichtige Rolle spielt“.

Doch die Probleme und Anforderungen für Vereine sind auf der einen Seite vielfältig und auf der anderen Seite sehr individuell. „Im Prinzip kann es keine Patentlösung für alle geben“, schilderte Ralf Winkler, Vorsitzender der DJK Nieder-Olm. „Jeder Verein muss für sich die richtigen Lösungen finden.“ Denn die Kooperation mit Schulen, die Verfügbarkeit von Sporthallen und die personellen Ressourcen sind von Klub zu Klub unterschiedlich. Die personellen und finanziellen Herausforderungen seien, aus seiner Sicht, in der Regel nur durch den Einsatz von Bundesfreiwilligendienstlern zu lösen. „Wenn wir die aber nicht mehr bekommen, sieht es dunkel aus“, sagte Winkler.

„Wir tun es, weil wir es tun müssen“

In einem Punkt waren sich alle einig: Aufwand und Ertrag stehen für die Vereine in keinem Verhältnis. „Wir tun es, weil wir es tun müssen“, sagte Dieter Vogt, Vorsitzender des TV Hechtsheim. „Wir nutzen die AG’s als Plattform, um uns zu präsentieren. Das wird für uns aber nie eine Einnahmequelle sein“, betonte Winkler. Denn angesichts des enormen Angebotes für Kinder in der heutigen Zeit, „müssen wir um jedes Kind kämpfen“, sagte Winkler. Dabei dürfe man jedoch nicht den Fehler machen, AG’s in der Schule als Mittel der Mitgliedergewinnung zu sehen. „Das ist vielmehr eine Einstiegsplattform in der Zusammenarbeit zwischen Schule und Verein.“

Um seine Vereine in den entscheidenden Fragen zu unterstützen, will der Sportbund Rheinhessen ihnen künftig Hilfestellungen anbieten und mit ihnen Erfahrungswerte austauschen. „Ich glaube, viele Vereine wissen gar nicht, welche Möglichkeiten es gibt“, schilderte Winkler. Gerade kleinere Vereine könnte der bürokratische Aufwand abschrecken, „dabei können auch schon kleine Kooperationen wertvoll sein“. Cäcilia Kuhlmann vom TuS Ober-Ingelheim brachte zudem die Idee in die Runde, dass die Krankenkassen Präventionskurse im Rahmen der Ganztagsschule anbieten könnten.

Ein weiteres Problem sahen die Vereine in der Zusammenarbeit mit den Schulen. Die Vertreter wünschen sich mehr Akzeptanz bei den Schulen und einen regelmäßigen Austausch zwischen Lehrern und Übungsleitern.