Einer vom Club 27

Das Bild von Jimi Hendrix ist knappe drei mal vier Meter groß und hängt im Konzertsaal im Alten E-Werk in Nierstein.

Aktuell stellt der Niersteiner Maler Christian Seidel viele seiner Werke in der Fenster-Galerie in Darmstadt in der Dieburger-Straße 56 aus. Eines haben Seidel und seine Bilder gemeinsam: Beide fallen auf. Seidel mit seinem ungewöhnlichen und „Dali-esken“ Bart und seine Bilder mit oft provokanten Inhalten und Darstellungen. „Sarkasmus ist meine Sprache“ steht in Seidels Selbstdarstellung anlässlich der derzeit in Darmstadt in der Dieburger Straße 56 gastierenden Ausstellung zu lesen.

Alle Diktatoren und Despoten an einem Tisch

Die Bilder sind Beleg für diese Aussage. Mal sieht man Eisbären, die in einem Schlauchboot vor der Erderwärmung flüchten und Asyl am Südpol suchen. Mal sind alle Diktatoren und Despoten der Welt an einem Abendmahltisch vereint. Oder das „Todes-Pendel der Energiewirtschaft.“ Schwingt über Mutter Erde und fügt ihr zunehmenden Schaden zu.

Kritik übt er auch an der Religion oder vielleicht eher ihrer Anwendung. So zeigt das Bild „Meine Herren, wir haben etwas falsch gemacht“ Ganesha, Jesus, Buddha und Mohammed, die beim Kartenspiel zocken, während unter ihnen die Erde in Chaos und Krieg versinkt.

Erotik von subtil bis sehr direkt

Tür zur Welt

Tür zur Welt

Neben den politisch und gesellschaftlich kritischen Bildern spielt Seidel auch gerne mit erotischen Anspielungen und Motiven. Mal sieht man im Bild „Frühlingsgefühle“ im Wald auf den ersten Blick Bäume, die sich auf den zweiten Blick als nackte Körper in mitunter eindeutig zweideutigen Posen bewegen.

Von London und New York nach Darmstadt

Seidel hat bereits internationale Ausstellungen beschickt. So stellte er im Mai 2012 in London in der Chelsea Old Town Hall im Rahmen der Parallax-Art-Show aus. Auch im Museum of Comtemporary Art Soho in New-York waren seine Bilder 2012 zu sehen. Anfang November eröffnete er eine Ausstellung seiner Werke in Darmstadt in der Dieburger Straße 56.

Seidel betreibt die Malerei nicht etwa als Liebhaberei oder kreatives Hobby. Der gelernte Bauarbeiter hat in seiner Liebe zur Malerei vor vielen Jahren Berufung und Beruf gefunden und lebt davon.

Atelier-Tür ist immer offen

Seidels Atelier in Nierstein.

Seidels Atelier in Nierstein ist für Gäste immer offen.

Sein Atelier ist in Nierstein in der Rheinstraße zu finden und wenn er da ist, steht die Tür jedermann offen. Er freut sich über Besucher, die sich für seine Arbeit interessieren. Und bei gutem Wetter stellt er die Staffelei auch gerne einfach mal raus auf die Straße und malt öffentlich.

Einer vom Club 27- Riesenbild von Jimi Hendrix

Seidel wünscht sich eigentlich ein größeres Atelier, denn er liebt große Formate. Anfang November malte er sein bisher größtes Bild von knapp drei mal viereinhalb Metern. Um das zu malen musste er improvisieren und die riesige Leinwand wie ein Rollo aufrollen, damit er bei kaum zweieinhalb Metern Raumhöhe daran arbeiten konnte. So rollte er immer nur den Teil ab, an dem er gerade malt.

Das Bild mit dem Titel „Einer vom Club 27“ zeigt Jimi Hendrix. Der Musiker ist, wie auch andere Musiker wie Janis Joplin, Kurt Cobain oder Amy Winehouse mit 27 Jahren gestorben. Daher der Titel. Das gigantische Bild schmückt mittlerweile die Konzerthalle im „Alten E-Werk“ in Nierstein, für die Seidel es gemalt hat.

Die aktuelle Ausstellung in Darmstadt ist noch bis zum 15. Januar zu sehen. Seidel hat auch eine Internetseite unter www.surreale-kunst.de auf der er sich vorstellt.