Am 24.10.2013 um 19:00 Uhr lädt die FWG Selzen zu einem Vortrag zum Thema „Ehrenamtliches Engagement für Menschen mit Demenz“ ins MGV Vereinsheim „Zum Sälchen“, Tränkgasse 3, 55278 Selzen ein. Wir möchten über die Krankheit, die Folgen für Betroffene und Angehörige, den Umgang mit Betroffenen und Unterstützungsmöglichkeiten informieren.

Ziel ist es, Angehörigen von Betroffenen Unterstützungsmöglichkeiten aufzuzeigen und das ehrenamtliche Engagement zur Unterstützung betroffener Nachbarn und Freunde zu fördern.

Obwohl laut Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend derzeit rund 1,4 Millionen Männer und Frauen in Deutschland von einer Form der Demenz betroffen sind herrscht viel Unwissen über die Krankheit, die überwiegend Menschen über 65 und einige wenige jüngere trifft. Weil wir immer älter werden, sind es 2050 voraussichtlich 3 Millionen Betroffene. Zusätzlich sind nochmal so viele Angehörige direkt mit den Folgen dieses Krankheitsbildes konfrontiert. Damit ist die gesell­schaftliche Relevanz immens, wenn man bedenkt, dass die Zahl derjenigen, die helfen können immer mehr sinkt.

Wer an Demenz erkrankt ist, gilt schnell als verrückt, fühlt sich ausgegrenzt und alleingelassen. Darunter leiden auch die Familien. Dabei können und wollen Betroffene oft noch Jahre nach der Diagnose am öffentlichen Leben teilnehmen. Wir sollten sie dabei unterstützen. Angehörige und professionelle Helferinnen und Helfer, aber auch Freunde, der Nachbar, die Verkäuferin im Supermarkt können dazu beitragen, die Situation von Demenzkranken zu verbessern.

Familien unterstützen

Familien in Deutschland leisten einen unersetzlichen Beitrag, wenn es um die Betreuung und Pflege kranker, alter und gebrechlicher Menschen geht. Ohne sie wäre diese Aufgabe weder finanziell noch personell zu stemmen. Doch die häusliche Pflege Demenzkranker ist alles andere als leicht.

Ehrenamtlich engagieren

Menschen mit Demenz brauchen besondere Zuwendung. Für pflegende Angehörige und professionelle Betreuer ist das aufgrund der großen Arbeitsbelastung oft nicht zu leisten. Ehrenamtliche können Angehörige entlasten. Auch Demenzkranken tut es gut, wenn freiwillige Helfer und Helferinnen sich mit ihnen beschäftigen – zu Hause oder im Heim.

Einsatzfelder für Ehrenamtliche

Wer Demenzkranken und ihren Angehörigen helfen möchte, hat eine Fülle von Möglichkeiten. Sie reichen von einfacher Nachbarschaftshilfe über die Begleitung Angehöriger von Demenzkranken bis hin zur Mitarbeit in speziellen Angeboten der Sportvereine, professionellen Einrichtungen und Selbsthilfeorganisationen.

Als Referentin für diesen Abend konnte die FWG Selzen Frau Joyce Hösch gewinnen. Frau Hösch ist  ausgebildete Fachkrankenschwester für rehabilitative Pflege mit den Schwerpunkten Basale Stimulation, Kinästhetik und Bobath Konzept. Während ihrer beruflichen Tätigkeit konnte sie Erfahrungen in Krankenhäusern, als Gemeindeschwester bei der Diakonie und in einer Spezialeinrichtung für Wachkoma-Patienten sammeln. Zusätzlich hat sie eine 2-jährige Vollzeit-Ausbildung zur Heilpraktikerin absolviert. Neben ihrer beruflichen Tätigkeit ist Frau Hösch seit 1993 ehrenamtlich im Ambulanten Hospizdienst für Sterbebegleitung zu Hause und in Krankenhäusern / Pflegeheime tätig.

Seit einigen Jahren ist sie in Altenpflegeseminaren als Fachdozentin für die Fächer „Basale Stimulation“ und „Kinästhetik“ tätig und macht zurzeit die Auszubildenden mit dem Thema „Sterbebegleitung“ bekannt.

Im Jahr 2008 kamen im Rahmen des Projektes „Das Jahr der Diakonie“, in der Kirchengemeinde Holzwickede u.a. die Themen Ehrenamt, Seniorenarbeit und Sterbebegleitung zur Sprache. Seit diesem Zeitpunkt gibt Frau Hösch ihr Fachwissen und ihre Erfahrungen als ehrenamtliche Mitarbeiterin in einem Pflegeheim weiter.

Über Ihre Beweggründe sich mit von Demenz Betroffenen zu beschäftigen sagt Frau Hösch: „Bei meiner Tätigkeit im Pflegeheim kommt es zu Begegnungen mit vielen dementen Bewohnern und ihren Angehörigen. Es war und ist mir immer sehr wichtig, meine Mitmenschen darauf aufmerksam zu machen, dass Menschen mit einer dementiellen Erkrankung Personen mit besonderen Fähigkeiten sind.“

Die Diakonie Ruhr-Hellweg bildet heute „ehrenamtliche Demenzhelfer“ aus. Ziel dieser Ausbildung ist es, die Demenzerkranken in ihrem häuslichen Umfeld zu betreuen um damit die Angehörigen zu entlasten. In diesen Kursen unterrichtet Frau Hösch die Themen „Demenz und Schmerz“, „Basale Stimulation/Wahrnehmung“ und „Biographiearbeit“.

2012 wurde erstmalig von der Diakonie Ruhr-Hellweg eine einwöchige Freizeit für Demenzkranke und ihre Angehörigen durchgeführt, welche Joyce Hösch mit zwei Altenpflegeschülern betreute. Aufgrund der guten Resonanz wird sie im Herbst dieses Jahres wieder die Leitung einer diesmal zehntägigen Freizeit  übernehmen.