Die SHG Mobiltreff Worms hatte am 24.08.2013 Frau Dr. Corina Zolle im Burkhardhaus des Caritas zu Gast. Corina Zolle referierte zum Thema „Persönliche Assistenz“.

Mehr als 30 Zuhörer waren gekommen und verfolgten gespannt dem Vortrag. Das Interesse bei den kommunalen Politikern war nicht sehr groß, nur wenige fanden den Weg zur Veranstaltung z.B. der Landtagsabgeordnete Adolf Kessel CDU, Bundetagskandidat Jan Metzler CDU, Franktionsvorsitzender Sebastian Knopf Die Linke, Katharina Schmitt Bündnis 90/Die Grünen. Die Behindertenbeauftragten Herr Henn (Stadt Worms) und Herr Weber (Rhein Pfalz Kreis) waren auch unter den Zuhörern.

vl. Dr. Corina Zolle, Regionalleiter MMB Peter Fellmann, Vorsitzender MMB Heinrich Buschmann

vl. Dr. Corina Zolle, Regionalleiter MMB Peter Fellmann, Vorsitzender MMB Heinrich Buschmann

Mit der Frage „Was is eigentlich Persönliche Assistenz?“ begann Corina Zolle ihren Vortrag.
Assistenz ist jede Form der persönlichen Hilfe, bei der Menschen mit Behinderungen ihr Leben so selbstbestimmt gestalten können wie es dem Normalprinzip entspricht.
Sie stellte auch klar, das Persönliche Assistenz keine Betreuung ist. Denn unter Betreuung hat man den Zwang, den tagesablauf von anderen bestimmen zu lassen. Behinderten Menschen ist es mit persönlicher Assistenz möglich gleichberechtigt und selbstbesimmt am Leben teilzunehmen wie alle anderen auch. Zolle verwies auf Artikel 19 BRK (Behinderten Rechtskonvention).

Durch die vielen Fragen der Anwesenden ging Corina Zolle sehr schnell zum dialog über und beantwortete hilfreich jede Frage z.B.
„Was ist ein persönliches Budget?“
Das persönliche Budget ermöglicht Menschen mit einem Anspruch auf Teilhabeleistungen anstelle einer traditionellen Sach- oder Dienstleistung eine Geldzuwendung zu erhalten. Der Empfangsberechtigte kann im Rahmen der vereinbarten Kriterien und Auflagen selbst entscheiden, wann und in welchem Umfang er welche Dienstleistung oder Unterstützung durch welche Person oder Einrichtung bzw. Firma in Anspruch nehmen möchte.

Auch von großem Interesse „Wer bezahlt das alles?“ Auch zum trägerübergreifenden Persönlichen Budget wurden sehr viele Fragen gestellt.

Nach fast 2 Stunden hatte Corina Zolle alle offenen Fragen beantwortet. Mit der Erkenntnis das wir ein Gesetz zur sozialen Teilhabe (GST) brauchen, endete der Vortrag.

Der Mobiltreff war aber lange noch nicht zu Ende, denn bei Kaffee und Kuchen wurde noch sehr intensiv weiter diskutiert, wie z.B. über das Anrechnen des Vermögens. Alle empfinden es als sehr ungerecht das behinderte Menschen nicht mehr als 2600€ auf ihrerm Konto haben dürfen. Dadurch ist man trotz Arbeit schlechter gestellt als Hartz IV Empfänger. Auch über die Sachbearbeiter bei den Kostenträgern, Ämtern und Behörden hat man sich aufgeregt und man war sich einig das sie besser geschult werden müssen.

Man trennte sich mit der Erkenntnis, das es ein sehr unterhaltsamer und informativer Nachmittag war.

©Peter Fellmann