DLRG 24-Stunden-Übung.

Die 24-Stunden-Übung der DLRG Oppenheim war ein voller Erfolg.

Ein Boot treibt manövrierunfähig im Rhein. Teile der Besatzung sind über Bord gegangen und brauchen dringend Hilfe. Rettungsboote der DLRG zischen herbei. Die Männer und Frauen in einsatzroter Kleidung, sammeln die im Wasser treibenden Menschen auf und versorgen sie mit Erster-Hilfe. Das havarierte Boot wird in den Koppelverband genommen, also längsseits am Adler Merian, dem großen Rettungsboot der DLRG vertäut und in Schlepp genommen. Nachdem Menschen und Boot außer Gefahr sind, machen Ulla Niemann Leiterin Ausbildung der DLRG Oppenheim und Holger Zajonc, 2. Vorsitzender der DLRG Nieder-Olm/Wörrstadt zufrieden einen Haken auf ihrem „Fahrplan“ für die 24-Stunden-Übung. Der erste Einsatzauftrag der Übung war erfolgreich abgearbeitet worden.

Abwechslungseiches Programm für die 24-Stunden-Übung

Ulla Niemann und Holger Zajonc hatten noch einige spannende Programmpunkte geplant, die von Samstag 14 Uhr bis Sonntagvormittag für Kurzweil sorgen und die Arbeit eines Wasserettungsdienstes vermittel sollten. Nach der ersten „Übungslage“ stand zunächst Stationsausbildung an. Bei der Erste-Hilfe-Station galt es, verschiedene Maßnahmen zu üben. Beispielsweise die Herz-Lungen-Wiederbelebung oder den Umgang mit einem Beatmungsbeutel oder einer Vakuummatratze.

Stationsausbildung mit Eisretter und Seemannschaft

Rettungsball

Auch der Umgang mit dem Rettungsball wurde geübt.

Die DLRG Nieder-Olm/Wörrstadt hatte ihren „Eisretter“ mitgebracht, der mit weiterem Rettungsgerät eine weitere Station bildete. Der Eisretter ist eine Art Schlauchboot, das an der Vorder- und Rückseite große Öffnungen hat. Damit wird der Eisretter von zwei Personen über die Einbruchstelle bewegt und der Verunfallte kann aus dem Eisloch gezogen und ohne Gefährdung der Retter geborgen werden. Das der Eisretter aber auch als Schlauchboot taugt, probierten die DLRG’ler im Rhein am Strandbad ebenfalls aus.

DLRG Eisretter

Bei der Übung wurde auch der DLRG Eisretter erklärt.

Eine weitere Station war das Bootfahren, wobei hier vor allem das Mann-über-Bord-Manöver geübt wurde, mit dem man eine Person, die über Bord gegangen ist, wieder aus dem Wasser holt. Die vierte Station war die „Seemannschaft“, also das Knüpfen von seemännischen Knoten.

Deichverteidigung in Theorie und Praxis

Am frühen Abend stand dann ein fast noch aktuelles Thema auf dem Lehrplan. Stefan Seeber, Leiter Einsatz der DLRG Oppenheim erklärte in der Theorie, wie man einen Deich an einem Fluss gegen das Hochwasser verteidigt und Schäden mit Sandsäcken bekämpft. Ein weil alle Theorie bekanntlich grau ist, zauberte er plötzlich 50 leere Sandsäcke aus der Garage hervor und erklärte: „So ihr Lieben, hier sind 50 Sandsäcke, die werdet ihr jetzt befüllen und damit ein Stück Damm aufstocken.“

50 Sandsäcke in kurzer Zeit verbaut

Theorie Deichverteidigung.

Stefan Seeber vermittelt die Theorie Deichverteidigung.

Mit Eimer, Schaufel, einem selbst gebauten Trichter und einer Menschenkette machte sich die Truppe dann am Strandbad daran, die Sandsäcke zu füllen und korrekt „zu verbauen“. Stefan Seeber war mit der Arbeit sehr zufrieden und die Leute hatten ihren Spaß. Als Stefan Seeber dann erklärte, dass im Hochwasser nicht 50 sondern zigtausende dieser Säcke befüllt und verbaut werden, wurde vielen plötzlich klar, was für ein Kampf es sein muss, gegen steigende Hochwasserfluten anzukämpfen. Danach wurde der Grill angeworfen und es geb für alle Abendessen.

Vermisstensuche in der Dunkelheit

Nach der Stärkung schloss sich abermals ein Theorieblock an. Ulla Niemann unterrichtete zum Thema Unfallverhütungsvorschriften. Plötzlich klingelt das Telefon. Die Polizei wurde von einem Mann alarmiert, der mehrere Freunde am Rhein vermisst. Es war unklar, ob die Personen im Rhein oder an Land im Oppenheimer Wäldchen verschollen sind. Damit begann die nächste Übungslage. Markus Borg, der – unverhofft kommt oft – mit der Einsatzleitung beauftragt wurde, hatte die Suche nach den Vermissten in der beginnenden Dämmerung zu organisieren. Mit Booten und mehreren Fußtrupps begann die Suche nach den Vermissten. Dabei hatte die Mannschaft nicht nur mit der Dunkelheit und den Stechmücken, sondern auch technischen Problemen mit einem Funkgerät zu kämpfen. Bis auf zwei Personen konnten aber alle vermissten gefunden werden, bevor die Übungsleitung kurz nach 23 Uhr die Übung für diesen Abend abbrach und den gemütlichen Ausklang des ersten Tages einläutete.

Fazit: Voller Erfolg

Deichverteidigung Praxis

Alle Teilnehmer – hier das Gruppenbild nach der Deichbauübung – waren von der Übung begeistert.

Nach einem leckeren Frühstück am Sonntagmorgen standen dann noch verschiedene Fahrpraxisübungen mit den Booten auf dem Programm. Nachdem dann um die Mittagszeit alles abgebaut und aufgeräumt war, zogen Teilnehmer und Übungsleitung ein sehr positives Fazit für diese 24-Stunden-Übung. Zum einen haben alle viel gelernt und geleistet. Zum anderen hatten auch alle viel Spaß und ein erlebnisreiches Wochenende. Das war sicherlich nicht die letzte Übung dieser Art.

Und all das wird EHRENAMTLICH geleistet!