FAW Mainz-Weisenau

FAW Mainz-Weisenau

„Dass 70 Prozent der Absolventen unserer Berufspraktischen Weiterbildung (BPW) wieder einen Arbeitsplatz gefunden haben, ist ein mehr als zufriedenstellendes Ergebnis“, zieht Seminarleiterin Britta Wehrmann ein positives Fazit aus ihrer halbjährigen Arbeit mit einer elfköpfigen Gruppe von älteren Erwerbslosen, die überwiegend vorher bei der insolventen Drogeriekette Schlecker in Lohn und Brot standen. Mit dem Angebot einer Requalifizierungs- und Integrationsmaßnahme durch die Fortbildungsakademie der Wirtschaft schaffte die Agentur für Arbeit letztendlich doch noch das, was allen anderen Bemühungen seit Insolvenz der Drogeriekette im Raum Alzey-Mainz versagt blieb: die Widereingliederung in den Arbeitsmarkt nach langer beruflicher Pause.

Qualifizierung der „Schlecker-Frauen“

Die Qualifizierung der „Schlecker-Frauen“ bei der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) in Mainz beinhaltete neben individueller Berufswegplanung auch intensives Bewerbungstraining und Computer-Schulungen. Da es nach dem Niedergang der Drogeriekette nicht zur Einrichtung einer Auffanggesellschaft kam, erhielten die Betroffenen die Möglichkeit, über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit an der Weiterbildung eines renommierten und alteingesessenen Bildungsdienstleisters in Mainz zur Verbesserung ihrer Vermittlungschancen teilzunehmen. Über mehrwöchige Praktika erhielten die BPW-Teilnehmer die Möglichkeit, sich für eine neue Beschäftigung zu empfehlen. „Zum ganz überwiegenden Teil sind die Absolventinnen weiterhin im Verkauf tätig, die meisten allerdings in anderen Branchen wie Tiernahrung, Geschenkartikel oder Spielwaren. Lediglich eine Teilnehmerin fand eine Folgebeschäftigung bei einer anderen Drogeriekette“, berichtet FAW-Mitarbeiterin Britta Wehrmann.

Ein Gewinn für Unternehmen

Das Negativ- Image der „Schlecker-Frauen“ kann die Seminarleiterin nicht nachvollziehen: „Unsere Teilnehmerinnen waren besser qualifiziert, als gemeinhin angenommen wird. Deshalb konnten sie in den Praktika unter Beweis stellen, dass ihre Arbeitsleistung dem heutigen Standard im Einzelhandel entspricht und sie auch für andere Unternehmen ein Gewinn sind“, stellt sie klar. Bis zur erfolgreichen Vermittlung war es trotzdem manchmal ein steiniger Weg, denn insbesondere Mitarbeiter jenseits der 50 stoßen bei Arbeitgebern oft auf Vorbehalte. „Hier war im Einzelfall Überzeugungsarbeit zu leisten, ehe der Arbeitsvertrag unter Dach und Fach war“, blickt Britta Wehrmann auf die Verhandlungen mit potentiellen Arbeitsgebern zurück.