Heizung

Wenn es nicht richtig warm wird…

Auch im Jahr 2013 bringt der März noch einmal ordentliche Wintertemperaturen nach Rheinhessen. Viele Winterfans freuen sich über den erneuten Schneefall, denn für viele gibt es an einem Winterwochenende kaum etwas schöneres, als nach einem langen Spaziergang im Schnee einen gemütlichen Abend mit heißem Kakao oder Tee auf dem Sofa zu verbringen.

Nicht immer bietet das eigene Zuhause allerdings die Chance auf Gemütlichkeit und Wohlfühl-Atmosphäre. Jedes Jahr sehen sich viele Menschen vor diesem Problem: Die Heizung funktioniert nicht, während der Winter in vollem Gange ist. Mit der Freude am Winter ist es schnell vorüber, wenn in der Wohnung nicht richtig geheizt werden kann und auch drinnen Schal, Mütze und Handschuhe zum Einsatz kommen müssen. Nicht selten entwickelt sich hieraus für Menschen, die zur Miete wohnen, ein langwieriges Ärgernis.

Probleme mit Heizung sind typische Konfliktauslöser

Wenn eine schnelle Behebung des Heiz-Problems durch einen uneinsichtigen Vermieter verhindert wird, ist das meist der Anfang einer längeren Auseinandersetzung. Mietmängel gehören zu den häufigsten Auslösern von Konflikten zwischen Mietern und Vermietern, Probleme mit der Heizung sind besonders typisch. Häufig sind sich die Mieter in einer solchen Situation gar nicht über ihre Rechte im Klaren oder sie zögern aus Unsicherheit, diese anzuwenden. Fest steht, dass ein Defekt der Heizungsanlage eine Wohnwertminderung der Wohnung darstellt und somit den Mieter zu einer Mietminderung berechtigt.

Grundsätzlich sind Mieter dazu verpflichtet, einen Mangel der Wohnung an den Vermieter zu melden. Verzögert oder verweigert der Vermieter die Beseitigung des Mangels, kann der Mieter die Mietzahlung heruntersetzen, und zwar für den gesamten Zeitraum, in dem der Mangel besteht. Oftmals verzichten Mieter bei einer Heizungsstörung auf dieses Recht. Meist liegt das an dem fehlenden Wissen über Mieterrechte oder an der Unsicherheit, ob ein solcher Schritt auch für den Mieter negative Konsequenzen haben kann, beispielsweise in Form einer Kündigung durch den Vermieter. Diese Gefahr besteht allerdings nicht, da ein Vermieter einem Mieter nicht kündigen darf, nur weil dieser aufgrund eines Mangels eine Mietminderung vorgenommen hat.

Mietminderung möglich

Mieter, die sich für eine Minderung der Miete entscheiden, stehen vor der Frage, wie hoch diese ausfallen sollte. Grundsätzlich muss der Mieter dies eigenständig entscheiden, es gibt keine verbindlichen Vorgaben dazu. Als Orientierungshilfe dient der Grundsatz, dass die Mietminderung prozentual der Minderung des Wohnwertes entsprechen soll. Aber wie hoch ist die Wohnwertminderung in Prozent, wenn die Heizung defekt ist? Einen exakten Wert kann man hier kaum nennen. Verschiedene Aspekte müssen Berücksichtigung finden: Ist die gesamte Anlage defekt, oder nur einzelne Heizkörper? Wo befinden sich die defekten Heizkörper (ein nicht beheizter Flur stellt eine geringere Wohnwertminderung dar als ein nicht beheiztes Wohnzimmer oder Schlafzimmer)? Besteht das Problem in einem Komplettausfall der Anlage bzw. der Heizkörper oder nur in einer Funktionseinschränkung?

Diese Faktoren sollten beachtet werden, um die Herabsetzung der Miethöhe festzulegen. Auch die Jahreszeit spielt eine Rolle. Jetzt im Winter ist eine defekte Heizung ein größerer Mangel als im Sommer. Wenn die Heizung während des ganzen Winters komplett ausfällt, so ist der Mangel so gravierend, dass eine Minderung der Miete von bis zu 100% gerechtfertigt sein kann. Wenn die Heizung nur eingeschränkt funktioniert und die Wohnung nicht auf eine normale Raumtemperatur aufheizen kann, kann beispielsweise eine Herabsetzung der Miete um 25 % angemessen sein.

Deutscher Mieterbund hilft

Mieter, die sich über ihre Rechte oder die Höhe der Mietminderung unsicher sind, können sich vom Deutschen Mieterbund beraten lassen. Wenn sich der Konflikt mit dem Vermieter länger hinzieht oder sich ausweitet, sollte gegebenenfalls auch über eine Rechtsberatung nachgedacht werden (über eine Anwaltssuche kann bei vielen Anwaltskammern ein Fachanwalt für Mietrecht in der Region gefunden werden). In vielen Fällen kann durch die Intervention eines spezialisierten Anwalts der Konflikt beigelegt und ein Streit vor Gericht vermieden werden.

Wer im Winter ohne Heizung leben muss, sollte sich damit nicht zufrieden geben. Mieter haben das Recht aktiv zu werden und bei Bedarf die Miete zu senken. In den meisten Fällen reicht schon ein entsprechender Hinweis an den Vermieter aus, um das Problem zu lösen und die Wohnung wird wieder warm. Dann können auch die letzten Tage des Winters genossen werden.