Spuren im Schlamm (Symboldbild: stock:xchng)

Autobahnabkürzung endet im Schlamm-Chaos (Symboldbild: stock:xchng)

Eigentlich wollte ein 72-jähriger Mercedesfahrer in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag auf der A61 nur die Fahrtrichtung wechseln. Da ihm der Weg bis zur nächsten Abfahrt aber zu weit war, ließ er sich auf dem Parkplatz Wonnegau den nicht ganz legalen Weg durch die angrenzenden Weinberge erklären.

Damit nahm das Unglück seinen Lauf

Damit nahm das Unglück seinen Lauf. Der 72-Jährige verlor in der Dunkelheit prompt die Orientierung und geriet auf einen unbefestigten und vollkommen aufgeweichten Wirtschaftsweg. Nach 100 Metern hatte er sich bereits festgefahren und war bis zu den Achsen im Schlamm eingesunken. Ein Rebenpfahl verhinderte das weitere Abrutschen in den abschüssigen Weinberg. Der eilig herbeigerufene Abschleppdienst sollte helfen.

Abschleppdienst fährt sich fest

Der Fahrer des Abschleppwagens fuhr arglos mit abgesenkter Laderampe rückwärts in den Feldweg hinein. Auf halber Strecke hatte er sich ebenfalls festgefahren. Nun sollte es die Polizei richten. Der Bitte, den Abschlepper mit dem Streifenwagen wieder herauszuziehen, konnten die Beamten aus Gau-Bickelheim mit Blick auf die bisherigen Erfahrungen nicht entsprechen. Als der Fahrer schließlich auch einsehen musste, dass er sich nicht mehr selbst befreien konnte, rief er einen Kollegen mit einem weiteren Abschleppfahrzeug zur Hilfe.

Zweiter Abschleppwagen fährt sich ebenfalls fest

Trotz Warnung der Polizei wollte dieser es versuchen und fuhr mit viel Schwung rückwärts in den Feldweg. Hier rutsche er dann ebenfalls in den Weinberg und fuhr sich in der weichen Erde fest. Vorausschauend hatte er ein langes Stahlseil mitgebracht, so dass er nun mit der Winde des ersten Abschleppwagens den Mercedes auf dessen Laderampe zog.

Bergung des Mercedes endete mit Totalschaden

Da aber die Entfernung zum Pkw zu groß war, rutschte der Pkw auf dem abschüssigen Weg zur Seite und an einer Reihe Rebenpfähle entlang. Der schon etwa ältere Mercedes – bis dahin ohne sichtbare Blessuren – wurde dabei erheblich beschädigt. Ein zwischenzeitlich hinzu gerufener Lkw des Unternehmens blieb vorsichtshalber auf dem befestigten Teil des Weges stehen und zog dann einen Abschleppwagen nach dem anderen aus dem Schlamm.

Ergebnis der Autobahn-Abkürzung

Ergebnis dieses Abkürzungsversuchs für den 72-Jährigen: wirtschaftlicher Totalschaden des Mercedes, mehrere beschädigte Rebenreihen, ein Bußgeld und ungeahnt hohe Abschleppkosten.

Quelle: Verkehrsdirektion Mainz.