Samstag, Juli 25

Gelungene närrische Weltreise des Mommenheimer Karneval Vereins

Die Mumerummer Dorfgazellen schwingen grazil das Bein.
Die Mumerummer Dorfgazellen schwingen grazil das Bein.

Das auch in Mommenheim die fünfte, also die närrische Jahreszeit die wichtigste ist, belegte der Mommenheimer Karnevalsverein am Samstag eindrucksvoll. Das Sitzungsmotto „Der MKV mit wenig Geld, reist durch Deutschland und die Welt“ spiegelte sich auch im selbst gestalteten Bühnenbild wieder. Auf dem schlängelte sich die Reiseroute von „Miss Libby“, der Freiheitsstatue in New York, rund um den Globus bis zum Brandenburger Tor. Nach dem Einzug des Elferrates, akustisch unüberhörbar vom Spielmannszug des MKV in Szene gesetzt, begann die kurzweilige närrische Weltreise.

Narrentanz von Strolchen bis zu den Gazellen

Die „MKV Strolche“, das Kinderballett des Vereins, das unter der Leitung von Nicole Jud steht, nahmen das Publikum mit lateinamerikanischen Rhythmen mit nach Brasilien. Ein Blick ins Publikum verriet, wer die stolzen Eltern des Tanznachwuchses sind, waren deren Gesichter doch meist hinter Foto- und Videokameras verborgen. Auch die „Crazy Diamonds“, das Jugendballett der Gastgeber, das ebenfalls unter der Leitung von Nicole Jud steht, hatte sich die Weltreise zum Moto gemacht. Kamen alle gemeinsam als Stewardessen auf die Bühne, so verwandelten sich die Tänzerinnen im Laufe ihrer Show beispielsweise in Cowgirls oder orientalische Schönheiten aus 1000 und einer Nacht. Eine Tanzshow der besonderen Art boten wieder die „Mumerummer Dorfgazellen“, das Männerballett des MKV, das von Carina Kilian trainiert wird. Hier entfesselten die sehr beweglichen Herren ein spannend-vergnügliches Tanzduell zwischen Hardrock-Fans und Anhängern des 70er-Jahre Disco-Fevers. Außerdem tanzten: Das Damenballett Schwabsburg „New Stone Age“ und das KCU Damenballet „Dance Explosion“ aus Undenheim.

Wenn die Garderobenfrau aus dem Nähkästchen plaudert

Garderobenfrau Martina Enders hatte gut grinsen, bei dem was sie in fremden Jacken und Mänteln fand.
Garderobenfrau Martina Enders hatte gut grinsen, bei dem was sie in fremden Jacken und Mänteln fand.

Stammtischbruder Horst Kau lud das Publikum ein, sich mit ihm an den Tresen zu hocken, denn er ist ja „so gern daheim … fort!“ Er berichtete von Bierdiäten, die ebenso wirkungslos wie vergnüglich sind und vom betreuten Jodeln der Rollator-Sisters. Und er klagte über seine Frau, den „Taschengeldzerstäuber“. Das aber auch Ehefrauen reichlich zu klagen haben, bewies Melanie Scheele: „Mir hocke daheim und stopfe die Socke, während die Männer in de Kneip erum hocke.“ Deshalb lautete ihr vielfach rezitiertes Fazit: „Mir Weibsleut haben wirklich en schwierige Stand.“

Eine Garderobenfrau macht viel mit in ihrem harten Berufsalltag. Vor allem wenn die Garderobenständer kollabieren und es gilt, den Damen und Herren im Publikum ihre durcheinander gewürfelten Mäntel und Jacken zuzuordnen. Da fand Garderobenfrau Martina Enders so manchen Hinweis in den Taschen der Kleidungsstücke, die sie – selbstverständlich sehr diskret – dem ganzen Publikum in ihrem Vortrag präsentierte. Sie fand im teuren Nerz die Quittung vom Kleidermietservice oder in einer „Zotteljack“ „ein komisches zähes Kaugummi mit Erdbeergeschmack aus Paris“. Und sie erklärte: „Eine Frau braucht zum Leben vier Tiere! Einen Nerz, einen Hengst im Bett, einen Jaguar vor der Tür und einen alten Esel der alles bezahlt.“

Gesungene Fastnacht auf hohem Niveau

Ein ganz wichtiges Element der Mummerummer Fastnacht ist immer wieder der Gesang, den beispielsweise die „Singenden Kellermeister“ aus Mainz Kastell auf die Bühne bringen. Doch der MKV hat auch in den eigenen Reihen ettliche stimmgewaltige Stimmungsmacher. Beispielsweise Ulla Niemann und Siegfried Herrgesell, die mit Stimmungsliedern die närrische Weltreise auflockerten. So auch mit einem „Mitmachlied“, das der Mommenheimer Mathias Gall extra für die beiden komponiert und getextet hat.

Gall selbst trat wieder als „dem Peter Lustig sein Sohn“ auf und besang die wichtigsten Ereignisse des letzten Jahres. Aus Billy Joels „We didn‘t start the fire“ wurde dank Gall und seiner Gitarre „Wir ham‘ nen Grund zum feiern“. Und als er den Moonwalk von Michael Jackson vorführte tobte der Saal vor Begeisterung. Apropos Begeisterung. Auf keiner MKV-Sitzung dürfen Rainer Kilian und Thomas Schleicher in ihrer Rolle als „Die Tramps“ fehlen. Das Publikum johlte vor Freude, als beide von ihren Abenteuern auf der Tour de France sangen und zur bekannten Melodie „Mir sind die Tramps aus de Palz“ anstimmten: „Mir sind die zwaa, zwaa, zwaa mit dem Bike. Mir ham beide Bodys all the women like. Unser‘ Po, Po, Position ist klar, mir sind Mummerums Biker-Stars.“

Mommenheimer Fastnacht ist erfrischend anders

Gesungene Weltreise beim große Finale im "Kommitee-Stadl".
Gesungene Weltreise beim große Finale im „Kommitee-Stadl“.

Und wo in anderen Narrhallen der Region die Sitzung mit einem einfachen Defilee aller Teilnehmer enden, da boten die MKV-Narren mit dem selbst arrangierten Komitee-Stadel abermals einen echten Höhepunkt zum Ausklang. Als bissig-streitbares Ehepaar radelten Holger Pietsch und Marlis Schmitt durch die Weltgeschichte und die Mitglieder des Elferrates sangen auf den jeweiligen Stationen bekannte Welthits. Das begann mit „Erbarmen, die Hesse komme“ von den Rodgau Monotones, ging über Udo Jürgens „Ich war noch niemals in New-York“ bis zu den langen Kreuzberger Nächten, die einst schon in den 70ern die Gebrüder Blattschuss besangen. Und so endete die närrische Weltreise in der Mommenheimer Gemeindehalle mit einer zauberhaftem Show. Bis allerdings das Licht in der Halle endgültig aus ging, dauerte es noch eine ganze Weile.

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Prima. es hat geklappt. :-)

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