Fluglärmmessergenbisse für Nierstein liegen vor. (Bild: stock:xchng / Pablo Barrios)

Fluglärmmessergenbisse für Nierstein liegen vor. (Bild: stock:xchng / Pablo Barrios)

Die Allgemeine Zeitung berichtet heute über die Ergebnisse der Fluglärmmessung in Nierstein, die im Zeitraum vom 6. Juli bis 30. September 2012 erfolgten. Gemessen wurde an zwei Stellen innerhalb der Gemeinde. Zunächst am Standort Hinter Saal in Nierstein und parallel auch am Sportplatz in Schwabsburg. Die Messeinrichtungen nahmen insgesamt 3440 „Geräuschereignisse“  am Niersteiner Messstandort Hinter Saal auf. Durch den Abgleich mit Radardaten des Flughafens konnten dabei 696 dieser Lärmereignisse tatsächlichen Flugbewegungen zugeordnet werden. Nach Adam Riese hatten die restlichen 2744 Lärmereignisse andere Ursachen.

Dauerpegel unkritisch

Die Ergebnisse sind beruhigend, könnte man meinen. So zeigen die Messergenisse, dass der „energieäquivalente Dauerschallpegel“ der eine Art Mittelwert aus den Einzelmessungen darstellt, in Nierstein sowohl am Tage als auch in der Nacht deutlich unter der Schwelle von 62 Dezibel bleibt. Ab dieser Schwelle sieht der Gesetzgbeber einen Anspruch auf Schallschutzmaßnahmen vor. In Nierstein liegt dieser Dauerschallpegel bei 41 Dezibel und in Schwabsburg bei 38 Dezibel, wobei es nachts in Schwabsburg mit 39 Dezibel etwas lauter ist, als am Tage.

Maximalpegel kosten den Schlaf

Mag sein, das der Dauerschallpegel sozusagen „angenehm niedrig“ ist. Aber der Schlaf wird nicht durch einen rechnerisch ermittelten Tagesmittelwert an Lärm gestört, sondern von kurzfristigen Maximalpegeln. Auch hier liefert die Messung, die übrigens von der FraPort durchgeführt wurde, einige Daten. So wurde der „Fluglärm-Maximalpegel“ von 68 Dezibel in einer Durchschnittsnacht im Messzeitraum in Nierstein 1,3 mal überschritten und in Schwabsburg 0,3 mal. Maximalpegel zeigten sich wie folgt:

[tabbedcontent effect=“slide“ alignment=“horizontal“]
[tabtitles][tabtitle]Am Tag[/tabtitle]
[tabtitle]In der Nacht[/tabtitle]
[/tabtitles]
[contenttab]Zwischen 58 und 59 dB – 5 Flüge
Zwischen 60 und 64 dB – 8 Flüge
Zwischen 65 und 69 dB – 2 Flüge
Zwischen 70 und 74 dB – keine Flüge
Oberhalb 74 dB – keine Flüge
[/contenttab]
[contenttab]Zwischen 58 und 59 dB – keine Flüge
Zwischen 60 und 64 dB – 1 Flug
Zwischen 65 und 69 dB – 1 Flug
Zwischen 70 und 74 dB – 1 Flug
Oberhalb 74 dB – keine Flüge[/contenttab]
[/tabbedcontent]

Messwerte sind bereits veraltet

Der Pegel von 62 dB wird also in Pegelspitzen tagsüber von zehn Flügen überschritten und nachts von drei Flügen. Allerdings sind die ganzen Messwerte eigentlich schon veraltet. Denn die Messungen endeten im September.  Seit Oktober dürfen auch die sogenannten „Super Heavys“, also große Maschinen wie die Boing 747 und andere „dicke Dinger“, die Südumfliegung nutzen. Damit sind also mittlerweile „lärmträchtigere“ Flugzeuge über Nierstein und Umgebung unterwegs. Außerdem macht FraPort den Lärm für die Airlines auch günstiger, indem Lärmzuschläge teilweise verbilligt wurden.

Videobeitrag der Allgemeinen-Zeitung zum Thema Fluglärm

Weitere Artikel zum Thema:

 

Fluglärm: Belastung durch große Maschinen am Beispiel von Nackenheim

 

 

Fluglärm: Die Fraport-Mogelpackung bei den Lärmentgelten für 2013