So wird die Niersteiner Kilians-Kirche im Programmheft gezeigt.

So wird die Niersteiner Kilians-Kirche im Programmheft gezeigt.

Für diese Frotzelei liefert jetzt ausgerechnet Hessen den Beweis, wie auch die Allgemeine Zeitung berichtet. Konkret in einem Programmheft des Rheingau Musik Festivals. Dort hat sich ein Bild eingeschlichen, was Idylle am Rhein vermitteln soll und das auch wunderbar tut. Nur dass die Szene, die auf diesem Bild zu sehen ist, nicht im Rheingau fotografiert wurde, sondern im schönen Rheinhessen. Zu sehen ist die katholische Kirche „St. Kilian“ in Nierstein. Betrachtet man die Seite des Programheftes genauer, fällt auf, dass das Bild dort spiegelverkehrt abgedruckt ist. Die Perspektive ist im Original genau anders herum.

Bild von St. Kilian in Rheinhessen kam von Agentur

Betrachtet man die Seite spiegelverkehrt, zeigt sich die tatsächliche Ansicht, wie sie jeder Wanderer in Nierstein erleben kann.

Betrachtet man die Seite spiegelverkehrt, zeigt sich die tatsächliche Ansicht, wie sie jeder Wanderer in Nierstein erleben kann.

Wie die Allgemeine Zeitung von Sabine Siemon, Pressesprecherin des Rheingau Musik Festivals, und von Anna Kristine Laue, der für die Programmhefte zuständigen Redakteurin, erfuhr, kam das Bild so von einer Grafikagentur. Diese Agentur scheint demnach eine attraktive Weinbergszene gesucht und geliefert zu haben, ohne sich um die auf dem Bild sichtbaren Details zu kümmern. Grafiker und Layouter denken eben oft nur in Bildern. Als der Fehler bemerkt wurde, sei das Heft bereits im druck gewesen, kommentierte Laue gegenüber der AZ.

St. Kilian steht aber auch in Oppenheim

St. Kilian liegt hier anscheinend in Oppenheim.

St. Kilian liegt hier anscheinend in Oppenheim.

Doch die Niersteiner Kirche St. Kilian ist nicht nur auf wundersame Weise von Rheinhessen in den Rheingau verpflanzt worden. Nein, sie stand auch schon einmal in der Nachbarstadt Oppenheim. In einem Prospekt, in dem die Wohnanlage im und um dem ehemaligen Fasslager der Klosterbrennerei Mariacron beworben wird, lobt die Seite 14 die wunderbare Fernsicht, die diese am Oppenheimer Hang gelegene Wohnanlage bietet. Und auf zwei Bildern auf dieser Seite ist die katholische Kirche aus Nierstein in der gleichen Perspektive (aus Richtung Brudersberg) zu sehen. Unter dem Bild der Lageplan der Immobilie. Wer sich in der Region auskennt, weiß, die Käufer der Wohnungen des Objektes „Kloster-Terrassen MariaCron“ haben nur eine Chance, diesen wunderbaren Blick auf St. Kilian zu genießen. Sie müssen sich nach Nierstein auf den Brudersberg begeben. Der Text im Prospekt verschweigt das aber. Das die Immobilienfirma „DEUTSCHE DENK MAL AG„, die die Wohnungen in Oppenheim vermarktet, ihren Sitz in Wiesbaden und damit in Hessen hat, dürfte hier aber in keinem Zusammenhang stehen…