FDP auf dem „asphaltierten Holzweg“ 1

Die A 643 führt mitten durch die europweit einzigartige Natur von Mainter Sand und Lennebergwald

Eine völlig einseitige Sicht wirft das Bündnis „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“ der FDP vor. „Die Partei ist auf dem sprichwörtlichen asphaltierten Holzweg, wenn sie glaubt, durch mehr Asphalt und Beton die Staus auf der A643 auflösen zu können“, so Heinz Hesping für das Bündnis. „Denn Ursache der Staus ist eben nicht die Breite der Autobahn oder die Anzahl der Fahrspuren, sondern die Engstellen Schiersteiner Kreuz und Anschluss Mombach. Was nutzt ein Ausbau der Autobahn, wenn wegen der Engstellen die Staus dann nicht zweispurig, sondern dreispurig sind, fragt Hesping. „Werden diese Nadelöhre beseitigt oder verbessert, ist ein Ausbau möglicherweise überhaupt nicht nötig“.

Außerordentlich kritisch sieht das Bündnis „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“ die geringe Bedeutung , die die FDP dem Naturschutz beimisst. „Eine immer stärkere Beeinträchtigung und Bedrohung von Natur und Arten ist in heutiger Zeit nicht mehr hinnehmbar. Überall und zunehmend stehen Naturschutzgebiete und Artenvielfalt unter Druck. Dabei handelt es sich bei dem Mainzer Sand nicht um irgendein Naturschutzgebiet, sondern um einen international bedeutsamen Teil des Natura 2000 Netzwerkes mit Vorkommen von Tier- und Pflanzenarten von europäischer Bedeutung. Aufgrund der bereits starken Beanspruchung des Gebietes ist dabei der von der EU vorgegebene zu erreichende gute Erhaltungszustand des Lebensraumes bereits jetzt nur schwer zu erreichen. Jeder weitere zerstörte Quadratmeter konterkariert dieses Ziel, erläutert Dr. Christoh Willigalla.

„Die europaweit einzigartigen Gebiete Mainzer Sand und Lennebergwald vertragen keine weiteren Belastungen“, so Jürgen Weidmann. „Wenn die Böschungen wegfallen wie die FDP vorschlägt, so entfallen alle Pufferflächen für dieses europäische Naturerbe. Dann gehen gleich mehrere Hektar Naturschutzgebiet verloren. Auf 5 Kilometern Länge kommt auch bei einer geringen Tiefe von nur wenigen Metern schnell eine große Fläche zusammen. Dies wäre ein entscheidender Todesstoss für den Mainzer Sand und seine Arten. Jeder, der sich mit Ökologie beschäftigt, weiß, dass Populationen von den Rändern her sterben“, betont Weidmann“

„Die Behauptungen der FDP sind wenig begründet. Es ist schon bezeichnend, dass die Partei noch nie mit unserem breiten Bürgerbündnis gesprochen hat und nun die 4 +2 Lösung in Bausch und Bogen ‚als grünes Teufelszeug‘ verdammt. Statt sich den Argumenten der Bürger zu öffnen und sich zu informieren, verharrt sie lieber bei den alten Parolen wie ‚freie Fahrt für freie Bürger'“, so Weidmann weiter. „In der Frage der A 643 geht es der FDP scheinbar nur um populistische Angriffe auf die Landesregierung und die Grünen. Ansonsten kann man nicht verstehen, dass eine Partei, die sich ja den mündigen Bürger auf die Fahne geschrieben hat, so agiert“.

Bedauerlich ist es aus Sicht des Bündnisses auch, dass die FDP mit Panikmache arbeitet. Der tragische Unfall von Heidesheim auf einer unbewachten ständig freigegebenen Fahrspur wird verglichen mit einem auf einer  gut überwachten temporär freigegeben Fahrspur. Dieser Vorschlag einer zeitweisen Freigabe der Standspuren bei intelligenter Verkehrslenkung und Verkehrsüberwachung, deckt sich vollständig mit dem Antistauprogramm der Bundesregierung, das von der FDP mitgetragen wird. „Nun bei der A 643 zu behaupten, dass genau dies höchst problematisch und unvernünftig sei, ist wohl Ausdruck der dramatischen Existenzängste, die die FDP plagen“, folgert Weidmann.

Wer das Bündnis „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“ beim Einsatz für die 4 + 2 Lösung unterstützen möchte erfährt mehr unter der Mailadresse nix-in-den-Sand-setzen@arge-mz.de.

Mitglieder des Bündnisses sind:

Arbeitsgemeinschaft der Mainzer Naturschutzverbände,

Arbeitskreis Umwelt Mombach e.V.,

Bund Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Kreisgruppe Mainz

Bund Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz

CDU Stadtbezirk Mainz Gonsenheim

CDU Stadtbezirk Mainz Mombach

GNOR Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie, Arbeitskreis Rheinhessen

GNOR Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz

Bündnis 90/Die Grünen Landesverband Rheinland Pfalz

Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Mainz

Bündnis 90/Die Grünen Ortsgruppe Gonsenheim

Bündnis 90/Die Grünen Ortsgruppe Mombach

Stadtratsfraktion die Bündnis 90/Die Grünen

Lokale Agenda – Arbeitskreis Naturnahes Grün

Lokale Agenda – Arbeitskreis Verkehr

NABU Landesverband Rheinland-Pfalz

NABU Mainz und Umgebung

Stadtratsfraktion ÖDP/Freie Wähler

ÖDP-Landesverband Rheinland-Pfalz

ÖDP-Kreisverband Mainz-Stadt

ÖDP-Ortsverband und Ortsbeiratsfraktion Gonsenheim

ÖDP-Ortsverband und Ortsbeiratsfraktion Mombach

Rheinische Naturforschende Gesellschaft

SPD Ortsverein Mainz-Mombach

Umweltausschuss der evang. Friedenskirche Mainz-Mombach

VCD Kreisverband Rheinhessen