Symboldbild: stock:xchng

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Mit dem nachfolgenden Kommentar geht die FWG Nierstein-Oppenheim auf die Kostensituation der 40-Jahr-Feier der VG Nierstein-Oppenheim ein. Die Feier wurde im Juni auf dem Gelände der ehemaligen US-Kaserne „Anderson-Barracks“ ausgerichtet.

Die seitens der VG-Verwaltung vorgelegten Zahlen zu den Kosten und Einnahmen der 40-Jahr-Feier der VG Nierstein-Oppenheim werfen einige Fragen auf. Wir wollen uns auf die wichtigsten beschränken.

1. Bei der Frage nach den Kosten, die für den Arbeitsaufwand der VG-Bediensteten, der Bauhöfe etc. zu veranschlagen sind, gibt die VG-Verwaltung die Auskunft: „Es erfolgte keine Kosten- und Leistungsrechnung des Einsatzes der VG-Bediensteten.“

Diese Antwort ist unbefriedigend. Schon aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht müssten diese Kosten nach dem Prinzip der Deckungsbeitragsrechnung aufgeschlüsselt und dem gesamten Projekt zugeschlagen werden. Alleine die Bauhöfe haben auf dem Gelände unzählige Arbeiten verrichtet, die laut dieser Antwort aber nicht als Kosten veranschlagt wurden, aber dennoch nicht umsonst geleistet wurden. Ignoriert man diese, lässt sich die Kostenseite natürlich kleiner rechnen, als sie wäre, würden diese Kosten mit eingerechnet.

2. Der Sicherheitsdienst, der immerhin 13.000,00 Euro gekostet hat, hat in der Nacht von Freitag auf Sonntag versagt. Vandalen drangen in die Halle der gewerblichen Aussteller ein, verursachten Schäden und stahlen etliche Produkte. Gespräche mit den Betroffenen noch am Samstag vor Ort vermitteln den Eindruck, dass der Sicherheitsdienst zumindest in der ersten Nacht personell hoffnungslos unterbesetzt war und die eingesetzten Kräfte dann durch eine Schlägerei in der Peripherie des Geländes gebunden war. Dem Betrachter könnte sich der Eindruck aufdrängen, dass diese Firma das Geld nicht wert war, dass sie gekostet hat, denn anscheinend wurde der Bewachungsaufwand für das Areal entweder drastisch unterschätzt oder aber das Unternehmen wollte mit minimalem Aufwand maximalen Gewinn erzielen. Die Verwaltung sollte begründen, warum das Unternehmen hier nicht in Regress genommen wurde.

3. Die Energie- und Versorgungskosten belaufen sich auf gewaltige 17.445,99 Euro. Laut Kostenaufstellung wurden alleine 4.305,59 Euro für Kanalreinigungsarbeiten ausgegeben. Demnach war diese Kanalreinigung teurer als die Miete (4.236,99 Euro) für Hallen und Gelände. Hier stellt sich die Frage, ob das Kasernengelände der falsche Ort für die Feierlichkeit war. Hätte das Fest in einer der Gemeinden stattgefunden, so darf vermutet werden, dass die Kanalreinigung überflüssig gewesen wäre. Auch die Stromversorgung hätte über das öffentliche Netz dann sicher deutlich günstiger erfolgen können, als über die Stromaggregate des THW. Die Kostenaufstellung listet alleine 1.233,00 Euro für Dieselkraftstoff auf und es dürfte sich dabei wohl um den Kraftstoff für besagte Stromaggregate handeln.

4. Summiert man die Energie- und Versorgungskosten von 17.445,99 Euro, die Kosten für die Werbung von 21.306,26 Euro und die Kosten für die Eventagentur von 11.095,90 Euro auf, kommt man auf eine Summe von 49.848,15 Euro. Liest man dann in der Kostenaufstellung, dass für Künstler und Bands 2.326,00 Euro ausgegeben wurden, dann muss sich der Eindruck aufdrängen, dass hier sehr viele Nebenkosten für ein dünnes Rahmenprogramm aufgewendet wurden. Selbstverständlich erkennen wir an, dass hier sehr viele Programmpunkte von den Vereinen ehrenamtlich und damit ohne Kostenaufwand gestaltet wurden. Aber wenn die Gage für Künstler und Bands nicht einmal fünf Prozent des Betrages ausmacht, den die Nebenkosten verursacht haben, dann ist das ein ebenso eklatantes wie trauriges Missverhältnis.

Fazit: Die Feierlichkeiten anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Verbandsgemeinde Nierstein-Oppenheim haben zu ausufernden Kosten von 118.837,12 Euro und einem Defizit von 46.056,53 Euro geführt. Beide Zahlen wären größer, würde der Aufwand der VG-Bediensteten betriebswirtschaftlich korrekt mit einkalkuliert. Schon alleine mit einem anderen Standort der Feierlichkeiten wäre das Fest mit Sicherheit deutlich günstiger zu realisieren gewesen.

Anmerkung: Für die Aussagen in diesem Text ist die FWG als Verfasser und Aussender verantwortlich.