Flugsteig A-PLUS in Frankfurt.

Flugsteig A-PLUS in Frankfurt. (Bild: Lufthansa Presse)

In der offiziellen Pressemeldung der Lufthansa wird erläutert, dass nach rund vier Jahren Bauzeit am Frankfurter Flughafen der Flugsteig A-Plus eröffnet wurde. Das ist eine 800 Meter lange Westerweiterung des Terminals 1. Ab dem kommenden Mittwoch, dem 10. Oktober, wird dort der Regelbetrieb gestartet. Wie die Lufthansa mitteilt, steht A-Plus nur der Lufthansa und deren Star Alliance-Partnern zur Verfügung.

Der Erweiterungsbau hat 700 Millionen Euro gekostet und ermöglicht, dass das größte deutsche Luftverkehrsdrehkreuz dann sechs Millionen zusätzliche Passagiere abfertigen kann. Damit steigt die Kapazität des Flughafens auf insgesamt rund 65 Millionen Fluggäste pro Jahr.

Mehr Fluggäste mehr Flugzeuge mehr Fluglärm

Sechs Millionen zusätzliche Passagiere bedeuten auch, dass zusätzliche Flüge starten und landen werden. Die Lufthansa und ihre Partner werden mehr Flüge und Zielen anbieten, um die Kapazität ihres Standortes in Frankfurt auszunutzen. Eine Investition von 700 Millionen Euro muss auch Einnahmen bringen. Die Anzahl der Flüge wird also zunehmen.

Terminal 3 bringt weitere 25 Millionen Passagiere

Fluggastaufkommen in Frankfurt seit 1940. (Grafik: Wikipedia)

Fluggastaufkommen in Frankfurt seit 1940. (Grafik: Wikipedia)

Damit nicht genug, denn auf dem östlichen Areal, also dort wo einst die Rhein-Main Air Base war, beginnt 2013 der Bau eines neuen modernen Terminals. Dieses Terminal 3 soll für 25 Millionen Passagiere pro Jahr ausgelegt werden. Dann wird Fraport 90 Millionen Fluggäste pro Jahr bewegen können. Die Konsequenz ist klar: Die Zahl der Flugbewegungen muss deutlich steigen, um diese vielen Menschen befördern zu können.

Es werden also jeden Tag mehr Flugzeuge starten und landen. Noch mehr Flugzeuge, die noch mehr Lärm für die Rhein-Main-Region und auch für Rheinhessen bedeuten. Nun stellt sich die Frage, wie diese Masse an Flugbewegungen abgewickelt werden soll. Tagsüber kann man kaum noch mehr Flugbewegungen „aufeinander packen“. Mit anderen Worten, es werden mehr Flugbewegungen in den Tagesrandzeiten früh morgens und spät abends stattfinden.

Nachtflugverbot aus Betreibersicht unhaltbar

Und mit der Eröffnung des Terminal 3 kann es für Fraport, die Airlines und weitere Interessengruppen eigentlich nur eine logische Konsequenz geben: Durchfliegen! Sprich, das derzeit gültige Nachtflugverbot muss fallen. Und allenthalben las man schon im Januar in der Presse, dass die EU das Nachtflugverbot kippen könnte. Zudem sollen entsprechende Bemühungen auf EU-Ebene seitens der Luftfahrt-Lobbygruppen schon betrieben werden. Auch lesen wir beispielsweise im Artikel „Fraport verhöhnt ganze Region“ in der Allgemeine Zeitung: „Sollten die EU-Parlamentarier bald einer im Dezember 2011 vorgestellten Betriebsbeschränkungsverordnung zustimmen, können Betriebsbeschränkungen an Flughäfen – wie etwa das Nachtflugverbot in Frankfurt – von der EU aufgehoben werden, warnt Fraktionsvorsitzender Dr. Eckart Lensch.“

Es steht also zu befürchten, dass der Refrain eines Song von Bachman–Turner Overdrive (BTO) bald zutrifft: „You aint seen nothing yet“ – Ihr hab noch gar nicht wirklich etwas gesehen – oder eher gehört. Ok, zugegeben, BTO hat mit diesem Song nicht über Fluglärm gesungen.