Landrat Claus Schick fordert Nachtflugverbot.

Landrat Claus Schick fordert Nachtflugverbot.

Ende letzter Woche hat sich auch Landrat Claus Schick zu der tatsache geäußert, dass jetzt auch große Maschinen die Südumfliegung nutzen dürfen und der Lärm über Rheinhessen damit deutlich zunimmt. Hier die von der Kreisverwaltung dazu heraus gegebene Pressemeldung, in der Schick unter anderem ein striktes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr fordert.

PRESSEMELDUNG vom 19. September: Mit dem heutigen Donnerstag ändert sich die Belegung der Südumfliegung. Nun dürfen auch die drei- und viermotorigen „heavys“ und auch der A380, also die großen, schweren und damit deutlich lauteren Maschinen die neuen Flugrouten nutzen. Für den Landkreis Mainz-Bingen und das gesamte Rheinhessen bedeutet das, dass die Verlärmung der Region noch weiter zunimmt. „Bisher durften nur die kleineren und leiseren Maschinen auf den neuen Abflugrouten starten. Jetzt wird es erst richtig laut werden“, befürchtet Landrat Claus Schick. Er erneuert seine Kritik an der Festlegung der sogenannten Südumfliegung und die im Zuge des Ausbaus des Frankfurter Flughafens geänderten An- und Abflugrouten.

Nachtflugverbot und gerechte Verteilung von Fluglärm

„Wir fordern ein striktes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr und eine gerechtere Verteilung des Fluglärms. Rheinhessen darf nicht alleine die Hauptlast des Fluglärms tragen“, so Schick. Er erinnert in diesem Zusammenhang an die Klage gegen die Südumfliegung und Flugroutenfestlegung. Da der Landkreis nicht klagebefugt ist, haben im Februar stellvertretend für den Kreis die Kommunen Nackenheim, Lörzweiler, Nierstein, Ober-Olm und Klein-Winternheim gemeinsam mit Bürgerinitiativen Klage gegen die neuen An- und Abflugrouten und insbesondere gegen die Südumfliegung eingereicht.

Klage zielt auf Beschränkung des Flugbetriebes

„Ziel unserer Klage ist die Beschränkung des auf die neuen Routen verlagerten Flugbetriebs und eine grundsätzliche, rechtlich abgesicherte Beteiligung aller Flughafenanrainer an Entscheidungen zu Veränderungen im Betriebssystem“, so Schick. Denn die betroffenen Kommunen seien nicht am Planfeststellungsverfahren zur Festlegung der Flugrouten beteiligt gewesen, hätten aber die Hauptlast zu tragen. Der Landkreis trägt ein Viertel der Gesamtkosten der Klage, an der sich auch Privatkläger und hessische Kommunen beteiligen. Das Land Rheinland-Pfalz trägt die Hälfte der Verfahrenskosten.

Bis zum 19. Oktober Einwände und Stellungnahmen möglich

Im Bürgerbüro der Kreisverwaltung in Ingelheim liegt derzeit der Entwurf des Lärmaktionsplans Hessen, Teilplan Flughafen Frankfurt/Main, aus. Auf der Homepage der Kreisverwaltung Mainz-Bingen unter www.mainz-bingen.de sind Links zur Seite des Regierungspräsidiums Darmstadt und zum Lärmaktionsplan sowie zur Homepage des Bündnisses der Bürgerinitiativen geschaltet. Noch bis zum 19. Oktober können Einwendungen und Stellungnahmen gegen den Lärmaktionsplan geltend gemacht werden.