Sonntag, Januar 31

Ausbauwahnsinn Frankfurt geht in die nächste Stufe: Rheinhessen bekommt die volle Fluglärm Dröhnung

Ab heute volle Dröhnung.
Ab heute volle Dröhnung.

Fluglärm – Jetzt ist es also soweit: heute, am 20.09.2012 beginnt der erste Abschnitt der von der DFS und der Fraport geplanten großflächigen Vertreibung aus Rheinhessen – der südliche Ast der Südumfliegung oder auch Route 13 soll von heute an in vollem Umfang beflogen werden.

Willkürliche Entscheidung

Bei dieser Route handelt es sich um die Strecke für Flugzeuge, die mit Zielen im Norden und Westen starten. Der Wahnsinn besteht darin, dass diese – nach der willkürlichen Entscheidung der Verantwortlichen – zunächst einen Umweg nach Süden zu machen haben. Dabei überqueren sie die hessischen Gemeinden Nauheim, Trebur, Königstädten und Gross-Gerau, um dann bei Nierstein über den Rhein nach Rheinland-Pfalz zu wechseln. Hier überfliegen sie Orte wie Lörzweiler, Mommenheim, Harxheim, Nieder-Olm, Ober-Olm, und Wackernheim und überqueren zwischen der Rotweinstadt Ingelheim und Heidesheim wieder den Rhein.

Heavies und Superheavies machen mehr Fluglärm

Diese Flugzeuge sind die sogenannten 3- und 4-strahligen „Heavies“ und „Superheavies,“ also alle großen und schweren Maschinen wie z.B. die MD 11- das lauteste in Deutschland noch zugelassene Flugzeug – und die Boeing 747 sowie den A380. Auf Grund ihres Gewichtes können diese Großflugzeuge nicht schnell genug steigen und müssen daher unter dem sogenannten „Gegenanflug“, nämlich den zur Landung anfliegenden Maschinen auf der hessischen Seite durch tauchen. Das bedeutet auf der ganzen Strecke vom Rheinübertritt nach Rheinland-Pfalz und retour zum Rheinübertritt zurück nach Hessen eine sehr geringe Überflughöhe mit den lautesten Maschinen, die Frankfurt anfliegen und damit verbunden eine unzumutbare Lärmbelastung für die dort lebenden Menschen.
Damit nicht genug – auch die Abflugroute für die USA-Flüge wird künftig komplett auf die Südumfliegung gelegt. Das bedeutet, dass ab spätestens 2016 alle startenden Flugzeuge von der Centerbahn aus Frankfurt über die o.g. Streckenführung gehen.

Fluglärm durch die Politik nach Rheinhessen verlagert

Logo der BI Fluglärm Rheinhessen.
Logo der BI Fluglärm Rheinhessen.

Das Empörende dabei ist die Tatsache, dass die Entscheidung für diese Streckenführung aus rein politischen Gründen erfolgt ist. Denn nachdem klar war, dass die Nordwestlandebahn gebaut werden würde, wurde nach Tricks gesucht, um den Lärm klammheimlich denjenigen aufzuhalsen, die sich nicht wehren können und gleichzeitig die eigenen Wähler weitgehend zu entlasten. Das Bauernopfer namens „Rheinhessen“ war schnell gefunden. Während der Entscheidung über die Ausbauvarianten hätte es etliche andere Möglichkeiten gegeben, aber man hat sich bewusst für die Lärmverschiebung nach Rheinland-Pfalz entschieden, obwohl dies mitUmwegen, erhöhtem Treibstoffverbrauch und vermehrten Schadstoff-Emissionen verbunden ist.

Dabei wurden von Anfang an von den Fachleuten immer wieder Bedenken gegen diese Route geäußert: Sowohl die Gewerkschaft der Fluglotsen (GDFL) als auch Piloten haben mehrfach betont, dass diese Strecke verkehrstechnische Unsicherheiten mit sich bringt – das alles verhallte ungehört. Im Gegenteil: Die Deutsche Flugsicherung (DFS) behauptet starrsinnig, die „Südumfliegung sei alternativlos“. Auch das Bundesamt für Flugsicherung, dass auf Empfehlung der DFS diese Flugroute verordnete, hat diese Sicherheitsbedenken ignoriert. Mit der Nutzung der Südumfliegung wird eine Fluglärm-Verschiebung ohnegleichen betrieben.

Unbemerkt von der Öffentlichkeit

Und das Ganze beinahe unbemerkt von der Öffentlichkeit! Die neu betroffenen Kommunen hatten zu keiner Zeit ein echtes Mitsprache- oder Stimmrecht, mit dem sie sich vor diesem Angriff auf ihre Gesundheit hätten schützen können. Das ganze Ausmaß dieses Skandals wird deutlich, wenn man sich die offiziellen
Lärmkarten des Landes Hessen anschaut: Im aktuell ausliegenden „Lärmaktionsplan“ hört der Fluglärm am Rhein auf, egal, ob Ist-Situation oder  prognostizierter Lärm durch den Ausbau. Die Südumfliegung ist gar nicht eingezeichnet! Für Rheinhessen, unsere blühende, wunderschöne Landschaft mit Wein-, Gemüse- und Obstanbau bedeutet die Südumfliegung nicht mehr und nicht weniger als wissentlich herbeigeführte Unbewohnbarkeit.

Bleibt zu hoffen, dass die Bürgerinnen und Bürger im Wahljahr 2013 neue Weichen stellen, um den Ausbauwahnsinn Flughafen Frankfurt zu stoppen. Denn der Fluglärm muss weg! Weitere Details zum Thema finden Sie unter http://www.fluglaerm-rheinhessen.de

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