Mit Hebekissen wurde der "schwere Balken", unter dem die Übungspuppe lag, angehoben und diese anschließend von den Feuerwehrleuten befreit.

Mit Hebekissen wurde der „schwere Balken“, unter dem die Übungspuppe lag, angehoben und diese anschließend von den Feuerwehrleuten befreit.

Dort, wo normalerweise an die hundert Hort- und Kindergartenkinder spielen und toben, herrschte an diesem Morgen erst einmal Schweigen vor. An sich wenig überraschend, schließlich war es ein Sonntag, doch die Ruhe sollte nicht lange währen. Kurz darauf rückten drei Feuerwehr-Fahrzeuge aus Nierstein und Schwabsburg an, denn im Rahmen der Aktiven-Übung am 29. Juli war in der Küche des Kindergartens ein Feuer ausgebrochen.

Verletze gerettet und Feuer gelöscht

Gemäß Übungsszenario befanden sich ungeachtet von Wochentag und Uhrzeit noch einige Personen im Gebäude, zu deren Rettung zwei Trupps unter Atemschutz ins Gebäude vorgingen. Ihre Kameraden kümmerten sich zeitgleich vor dem Gebäude um einen unter Schock stehenden Erzieher und eine weitere Person, die unmittelbar vor dem Küchenfenster unter einem schweren Balken eingeklemmt war. Während der Erzieher beruhigt und die eingeklemmte Übungspuppe mit Hilfe von Hebekissen aus ihrer Zwangslage befreit wurde, brachten die Trupps aus dem Gebäudeinneren immer mehr Verletzte aus unterschiedlichen Gebäudeteilen ins Freie, die teilweise über Zugänge im Erdgeschoss und teilweise über eine Rettungstreppe im ersten Stock gerettet und anschließend dem fiktiv anwesenden Rettungsdienst zur weiteren Betreuung übergeben wurden.

Zeitgleich leiteten die Wehrleute von außen bereits den Löschangriff ein, während man sich im Innern nach Abschluss der Rettungsarbeiten ebenfalls der Brandbekämpfung widmete. Mit der aus Oppenheim nachgeforderten Wärmebildkamera wurde das Gebäude anschließend nach weiteren, auf den ersten Blick nicht sichtbaren, Brandherden abgesucht. Anschließend galt es noch einen Kameraden unter Atemschutz, für den das Übungsszenario einen plötzlichen Bewusstseinsverlust vorhergesehen hatte, aus dem ersten Stock des Kindergartens zu evakuieren – ein letzter Kraftakt für die beteiligten Wehrangehörigen, bevor die Übung anschließend abgearbeitet war und beendet werden konnte.

Örtlichkeiten für Ernstfall kennen

Über eine Rettungstreppe wurden Verletzte aus dem ersten Stock ins Freie gebracht.

Über eine Rettungstreppe wurden Verletzte aus dem ersten Stock ins Freie gebracht.

Die Übung im Kindergarten verfolgte zudem noch einen weiteren Zweck: Da der Kindergarten seit einiger Zeit über einen neuen Anbau verfügt, war es den Übungsplanern ein Anliegen, die Wehrleute mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut zu machen. Daher schloss sich an die Übung ein ausführlicher Rundgang durch sämtliche Räume des Gebäudes an, bei dem auch Sammelpunkte, Mechanismen zur Türöffnung und mögliche Anfahrtswege erläutert wurden, damit im tatsächlichen Einsatzfall ein reibungsloser Ablauf sichergestellt werden kann.