Thomas Ehlke

Thomas Ehlke

Thomas Ehlke ist Journalist und Buchautor. Er lebt in Nierstein und arbeitet bei der Allgemeinen Zeitung in der Lokalredaktion Alzey. Sein erstes Buch Die unterirdische Stadt Oppenheim. Von der Schattenwelt zum Erlebnisraumerschien 2003 und beschreibt die Stadt unter der Stadt in Oppenheim. Zum gleichen Thema veröffentlichte er 2007 die gleichnamige Neuauflage, die er gemeinsam mit Torsten Zimmermann publizierte, der die faszinierenden Bilder beisteuerte. Das gleiche Gespann publizierte im Jahr 2008 das Buch „Mythos Roter Hang: Von Riesling, Reben und Ritualen hoch über dem Rhein.

Thomas Ehlke stellt sein neuestes Buch vor

Am Donnerstag stellte Thomas Ehlke sein neuesten Buch in der Staatlichen Weinbaudomäne Oppenheim vor. Es trägt den Titel: „Weinkompass Rheinhessen. Die 50 besten Straußwirtschaften und Gutsschänken„. Das Buch ist im Leinpfad-Verlag erschienen. Andreas Lerg von Wir-in-Rheinhessen hat sich mit Thomas Ehlke über das neue Buch und die Arbeit daran unterhalten.

Wir-in-Rheinhessen: Warum dieses Buch? Wie entstand die Idee für dieses Buch?

Thomas Ehlke: Auf der Rückfahrt von der Wahl zur Deutschen Weinkönigin, bei der ich für die Allgemeine Zeitung in der Jury saß, Anfang Oktober 2011, klingelte mein Handy. Am anderen Ende meldete sich Angelika Schulz-Parthu, die Inhaberin des Leinpfad Verlags. Sie fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, einen Straußwirtschaftsführer für Rheinhessen zu schreiben und ich sagte: „Nein.“ Doch sie ließ nicht locker und so kam es zu einem Gespräch im Ingelheimer Leinpfad Verlag. Dabei überzeugte mich das Konzept. Also willigte ich ein, nur in Umrissen ahnend, dass vier Wochen Urlaub und nahezu sämtliche Wochenenden ab Februar dieses Jahres dafür draufgehen sollten. Doch es war, sieht man das Ergebnis, gut investierte Zeit.

Zur Frage „Warum dieses Buch?“ – nun ganz einfach: Die letzte Publikation in dieser Richtung ist vier Jahre alt und die Nachfrage nach etwas Neuem ist da, wie wir nun an den erfreulich guten Reaktionen und Bestellzahlen sehen. Weingastronomie ist „in“. Die Straußwirtschaften und Gutsschänke boomen. Aber welche sind nun besonders empfehlenswert? Wo gibt es den besten Wein? Wo ist die Küche besonders lecker? Wo hat man ein tolles Ambiente? Orientierung tut angesichts von 250 Straußwirtschaften und Gutsschänken in Deutschlands größtem Weinanbaugebiet Not. Und diese Orientierung soll der „Weinkompass Rheinhessen“ geben.

Wir-in-Rheinhessen: 50 Straußwirtschaften und Gutsschänken sind ja sicherlich nicht alle. Fiel es Dir schwer zu entscheiden, welcher Betrieb im Buch genannt wird und welcher nicht?

Thomas Ehlke: Wie gesagt, gibt es 250 Straußwirtschaften und Gutsschänken. Da der Besuch solcher Einrichtungen zu meinen Hobbys zählt und ich aus eigener Erfahrung mindestens die Hälfte aller Straußwirtschaften und Gutsschänken in Rheinhessen kenne, war das schon mal ein guter Grundstock. Durch Internetrecherche, Quellenstudium einschlägiger, bereits verfügbarer Literatur, Austausch mit vinophilen Freunden und Kollegen aus der Weinbruderschaft Rheinhessen, entstand am Ende ein rundes Bild und es füllte sich die Liste. Am Ende standen auf dieser Liste 80 Straußwirtschaften und Gutsschänken. Dann begann die – zugegebenermaßen nicht ganz einfache – Feinjustierung, bis schließlich 50 übrig blieben.

Wir-in-Rheinhessen: Wie lange hast Du recherchiert für dieses Buch und wie wurden die Straußwirtschaften und Gutsschänken getestet?

Thomas Ehlke: Richtig begonnen habe ich im Januar. Abgabe war Anfang Juni. Den Wein habe ich komplett selbst getestet und dazu mit allen 50 Winzern/Winzerinnen Termine vor Ort ausgemacht. Dabei habe ich auch das Ambiente in Augenschein genommen und mit den Winzerinnen und Winzern über ihre Straußwirtschaften und Gutsschänken gesprochen, also alle wissenswerten und relevanten Details zusammengetragen. Auch das Speisenangebot war dabei Thema. Wo kommen die Zutaten her? Wer kocht? Nach welchen Gesichtspunkten ist die Speisekarte zusammengestellt? Um nur mal drei Aspekte zu nennen, die abgefragt wurden. Um die Qualität der Speisen zu bewerten, habe ich insgesamt vier Teams von „Testessern“ zusammengestellt, die nach bestimmten und klar festgelegten Bewertungskriterien ans Werk gingen, denn 50 Weinstuben hätte ich in der zur Verfügung stehenden Zeit unmöglich selbst zum Speisen besuchen können. Aber mein Anspruch war von vornherein, keine „Fakes“ zu produzieren, sondern absolut seriös und nachvollziehbar zu agieren. Das ist – auch wenn der Aufwand letztlich immens war – gelungen.

Wir-in-Rheinhessen: Gibt es einen Unterschied zwischen dem Schreiben für eine Tageszeitung und dem Schreiben eines Buches?

Thomas Ehlke: Ja. Tageszeitung ist aktuelles Geschäft. Da geht es um die schnelle Nachricht, die spannende Reportage, den pointierten Kommentar, das knackige Interview usw. – und das jeweils tagesfrisch und mit Blick auf den Redaktionsschluss. Bei einem Buch konzentriert man sich auf ein Thema und arbeitet das über Monate hinweg aus. Wenn man es mit dem Sport
vergleicht und der gerade laufenden Leichtathletik EM: Die Tageszeitung ist der Sprint, das Buch der Marathonlauf.

Wir-in-Rheinhessen: Hast Du schon Pläne für ein neues Buch?

Thomas Ehlke: Ja, aber die werden noch nicht verraten. Es gibt aber auch noch andere Pläne. So arbeiten der Saulheimer Komponist und Arrangeur Rolf Discher und ich gerade an einem Rheinhessen-Musical anlässlich des 200. Geburtstages des Reben- und Hügellandes.