Das Kennzeichen wurde gestohlen.

An der Landskronfähre Nierstein: Das Kennzeichen wurde gestohlen.

Immer häufiger werden auch in Rheinhessen bei im Freien abgestellten Fahrzeugen die Autokennzeichen gestohlen. Kennzeichendiebstähle aber sind mittlerweile keine Dummejungenstreiche mehr. Statt dessen sind diese Kennzeichendiebstähle meist eine „Auftakt-Straftat“ für den Diebstahl von Benzin an Tankstellen.

Tanken mit falschem Kennzeichen

Die Benzindiebe stehlen zunächst die Nummernschilder eines Autos, das leicht zugänglich ist. Beispielsweise Fahrzeuge die in unbeleuchteten Nebenstraße stehen. Oft genug machen es moderne „Clip-Halterungen“ den Dieben leicht. Diese schwarzen Plastikrahmen – meist mit Werbeaufdruck des Autohändlers – können ohne Werkzeug aufgeklappt werden. So ist das Kennzeichen binnen weniger Augenblicke ohne Lärm demontiert. Dann montieren die Diebe die gestohlenen Nummernschilder an ihrem eigenen Fahrzeug und fahren zu einer Tankstelle. Dort wird getankt und dann ohne zu bezahlen die Flucht ergriffen. Die Videoüberwachung filmt die Fahrzeuge zwar, aber die Ermittlung anhand der Kennzeichen führt nur zu dem Halter des Fahrzeuges, an dem die Schilder abmontiert wurden. Die Täter besuchen fast nie die gleiche Tankstelle mehrmals.

Schaden hat der Kennzeichenbesitzer

Das der eigentliche Besitzer des Kennzeichens nicht der Benzindieb ist, stellt sich meist direkt heraus, wenn die Videoaufzeichnungen der Tankstelle mit dem Fahrzeugen abgeglichen werden, zu denen die Kennzeichen tatsächlich gehörten. Doch der bestohlene Fahrzeugbesitzer hat Stress, Ärger und Kosten. Er muss in der Regel ein neues Kennzeichen beantragen und neue Nummernschilder prägen lassen. Von den nötigen Behördengängen ganz abgesehen. Außerdem kann er sein Fahrzeug so lange nicht benutzen, bis neue Nummernschilder angebracht sind, denn das Fahren ohne Kennzeichen ist nicht erlaubt.

Kennzeichendiebstähle wirksam verhindern

Um den Diebstahl des Kennzeichens zu verhindern oder zumindest zu erschweren, gibt es einfache Methoden. Zunächst sollte auf die billigen Klapphalter, die ohne Werkzeug zu öffnen sind, verzichtet werden. Statt dessen sollte das Nummernschild festgeschraubt werden. Fahrzeuge haben dafür vorgesehene Schraublöcher. Jetzt brauch der Dieb schon mal einen passenden Schraubendreher. Im Fachhandel gibt es dann passende Spezialschrauben, die man mit keinem normalen Schraubendreher öffnen kann. Nur ein genau passender Spezialschraubendreher funktioniert und den hat der Dieb nicht dabei. Damit dauert der Diebstahl zu lange, als dass der Dieb schnell zuschlagen könnte. Kennzeichendiebstähle lassen sich so nicht komplett verhindern, aber zumindest deutlich erschweren.