Freitag, Juli 3

Rheinradeln 2012 von Oppenheim nach Worms

Rheinradeln 2012

Was für ein bombastisches Wetter fürs Rheinradeln, dachten wohl nicht nur wir, als wir uns am Sonntag auf unsere Fahrräder stürzten. Zusammen mit 100.000 Radbegeisterten aus Rheinhessen und Umgebung nutzten wir den autofreien Sonntag auf der B9 zwischen Oppenheim und Worms für unsere Fahrradtour.

In diesem Jahr stand das Rheinradeln ganz unter dem Zeichen der gesunden Lebensweise. Bereits seit Wochen warben die Organisatoren für die vorbildliche Kampagne: „Wissen[,] was bei Diabetes zählt: gesünder unter 7″. Bundesweit wurden Diabetiker aufgerufen, am Sonntag mitzufahren. An einem DAK-Stand konnten Interessierte ihr Diabetesrisiko gleich testen lassen.

Nach unserer Tour freuten wir uns vor allem auf den Starkoch Johann Lafer, der zusammen mit unserem Bürgermeister Marcus Held auf dem Oppenheimer Postplatz Dorade mit Eisenkraut-Pfannkuchen zubereitete. Auch wenn der Bürgermeister vielleicht eher in der Politik zu Hause ist, machte er in seiner Schürze doch keine schlechte Figur. Es war wirklich eine tolle Atmosphäre, und wir hätten die Pfannkuchen gerne probiert.

Keine rheinhessischen Spezialitäten?

Schade nur, dass wir in Oppenheim zum Zuschauen verdammt waren. Denn auf uns warteten keine gesunden Leckerbissen. Wer tatsächlich auf seine Ernährung achten wollte oder aufgrund einer Diabeteserkrankung unbedingt sollte, hatte es hier nicht ganz einfach satt zu werden: Außer Pommes, Würstchen, Spießbraten und Kuchen gab es soweit wir sehen konnten nicht mehr viel. Schade auch, dass keiner der lokalen Gastwirte diesen Tag nutzte, um mit einem Stand auf sein kulinarisches Können aufmerksam zu machen – wann hat man als Restaurant schon so eine Gelegenheit? Verzichten mussten wir auch auf rheinhessische Traditionshäppchen wie Spundekäs oder Flammkuchen. Dafür wurden Salzstangen zum Wein serviert.

Großereignisse wie das Rheinradeln locken Menschen aus ganz Hessen und Rheinland-Pfalz in unsere schöne Region. Wir haben Menschen getroffen, die aus Frankfurt, Darmstadt und Bensheim (Bergstraße) kamen. Diese Veranstaltungen bieten für Städte, Gemeinden und Region eine einzigartige Möglichkeit, sich im besten Licht zu präsentieren, aktiv auf weitere touristische Angebote aufmerksam zu machen und die regionalen Spezialitäten vorzustellen. Es braucht ja nicht viel, um die Aufmerksamkeit zu steigern. Eine Gemüsepfanne beispielsweise wäre doch mal ein schöner Anfang.

 

 

4 Comments

  • Vielleicht hätte man die kulinarische Rast mal 8 km weiter südlich gemacht. Dort kochte zwar kein Lafer, aber die Winzerhöfe hatten wirklich gesundes und vielseitiges zu bieten. Da gab es Salate mit frischen Zutaten aus dem Garten, Spargelcremesuppe, Spundekäs‘ und viele weitere regionale Spezialitäten. Sicher fand man auch die Bratwurst mit Pommes, aber eine Suche lohnte sich wirklich. Ich gebe gerne Tipps für’s nächste Jahr!

  • Ja, sehr gerne! Aber das haben wir doch auch alles zu bieten, nur leider nicht an diesem Tag und nicht auf dem Postplatz. Außerdem sind 8 km für Familien mit kleinen Kindern doch eine ganz schöne Strecke :-(.

  • Thorsten Wüstenhaus

    Soweit ich weiß, werden die Stände alle verkauft oder an Vereine vergeben, vielleicht haben die lokalen Gastwirte dies gescheut. Ich weiß von einem Fahradhändler, der an der B9 keinen Service anbieten durfte, weil alles zentral an Fahrrad Frantz vegeben wurde.

  • Dieses Denken schadet den Aktionen langfristig ungemein! Die Attraktivität wird stark gemindert. Ich weiß allein von 3 Radlern, die mit ihren Rädern einen Unfall hatten und gerne einen Service in Anspruch genommen hätten! Beim nächsten Mal sind diese Menschen leider nicht mehr dabei. Und so etwas spricht sich herum.
    Trotzdem hätte ich als Gastronom zumindest mal nachgefragt und nicht gewartet, bis die Stadt bittet. Denn so eine Chance, sich vor 100.000 Reisenden zu präsentieren, bekommt man nicht alle Tage.
    Mir ist sowieso aufgefallen, dass auf den Stadtfesten die hiesige Gastronomie warum auch immer nicht dabei ist. Wie viel attraktiver wäre zum Beispiel ein Themenfest wie der Mittelaltermarkt, wenn die ganze Stadt mitmachen würde und Gastronomen entsprechend verkleidet Rittertafeln organisieren würden, siehe Horb oder Gelnhausen http://texttur.wordpress.com/2010/06/02/ein-tag-im-mittelalter/. Das Kellerlabyrinth bietet sich für die Mittelalterfans doch regelrecht an. Dasselbe gilt auch für das Rheinradeln. Touristen möchten kulinarisch verwöhnt werden und ein ganzheitliches Konzept. Nur „Weinregion“ reicht schon lange nicht mehr aus.

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Prima. es hat geklappt. :-)

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