Gutenberg.tv scheiterte, Ermittlungen laufen wegen Insolvenzverschleppung.

Gutenberg.tv scheiterte, Ermittlungen laufen wegen Insolvenzverschleppung.

Eine Pressemeldung der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) gibt Grund zu der Annahme, dass es eventuell in Rheinhessen und der Vorder- und Westpfalz einen neuen Fernsehsender geben könnte, der über Kabel ausgestrahlt wird. Dieser würde dann gutenberg.tv ersetzen, denn dieser Sender ist wirtschaftlich ins Straucheln geraten, wie die Allgemeine Zeitung berichtete. Details hier in der Pressemeldung der LMK:

Die Versammlung der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) hat in ihrer Sitzung am 16. April 2012 den analogen Kabelkanal in Rheinhessen, Vorderpfalz und Westpfalz (ca. 340.000 angeschlossene Haushalte) neu ausgeschrieben, für den derzeit noch „gutenberg.tv“ eine Erlaubnis besitzt. Die Ausschreibung steht deshalb unter dem Vorbehalt der Verfügbarkeit der Kapazität.

Gutenberg.tv sendet seit 7. März nicht mehr

Seit dem 7. März 2012 wird das Programm nicht mehr im Kabelnetz verbreitet. Eine für die Erlaubniserteilung wesentliche Finanzierungsquelle ist entfallen. Die LMK hat zahlreiche Gespräche geführt, ohne dass sich daraus bisher eine Prognose für die Fortführung des Programms ergibt. Sie musste deshalb ein Lizenzentzugsverfahren einleiten. Um möglichst bald wieder ein regionales Programmangebot zu ermöglichen, für das Interessenten bereits vorhanden sind, hat sich die LMK zu einer frühen Ausschreibung entschieden.

Entwicklung von Gutenberg.tv bedauerlich

Die Direktorin der LMK, Renate Pepper, erklärte: „Es ist äußerst bedauerlich, dass das im Juni 2010 gestartete Programm in Schwierigkeiten gekommen ist. Die regionalen Kulturbeiträge und die Wissenschaftssendungen waren von höchster Qualität.“

LMK beanstandet Dauerwerbesendungen

Die LMK-Versammlung hat ferner mehrere Dauerwerbesendungen im Programm von wwtv und TV Mittelrhein beanstandet. Bei der Ausstrahlung wurden die gesetzlichen Vorschriften zur Gestaltung von Dauerwerbesendungen nicht eingehalten. So wurden die entsprechenden Sendungen nicht als solche angekündigt und die geforderte Kennzeichnung zu spät eingeblendet.

Bei Dauerwerbesendungen handelt es sich um redaktionell gestaltete Werbung. Für den Zuschauer ist somit nicht immer eindeutig und auf den ersten Blick erkennbar, dass die Ausstrahlung zu Werbezwecken erfolgt. Der Gesetzgeber hat deshalb – um den Zuschauer vor einer Irreführung zu schützen – sehr genaue Vorschriften zur Gestaltung von Dauerwerbe-sendungen festgelegt.

Die Dauerwerbesendungen im Programm von wwtv und TV Mittelrhein sind in ihrer Gestaltung und der Ansage durch den Moderator sowie der entsprechenden Einbindung in das Programm den übrigen – redaktionellen Beiträgen – identisch. Der Zuschauer konnte die Werbeabsicht der Sendung durch die fehlende Ankündigung und zu späte Kennzeichnung somit nur zu spät oder gar nicht wahrnehmen. www.lmk-online.de