Freitag, April 16

Mainz – Kriminelle klauen per Skimming Bankzugangsdaten

Beim Skimming werden die Daten der Karte gestohlen, nicht die Karte selbst. (Bild: stock:xchng)
Beim Skimming werden die Daten der Karte gestohlen, nicht die Karte selbst. (Bild: stock:xchng)

Die Polizei warnt vor Skimming in Mainz: Derzeit mehren sich Hinweise auf Skimming-Fälle bei der Mainzer Polizei. Seit Montagmorgen gingen bisher insgesamt 35 Anzeigen ein, bei denen von den Konten der Geschädigten insgesamt nahezu 30.000 Euro unberechtigt abgebucht wurden. Im Rahmen der kriminalpolizeilichen Ermittlungen konnte in einem Geschäft in der Mainzer Innenstadt ein sogenannter POS-Terminal an der Kasse (Kartenlesegerät) festgestellt werden, das von unbekannten Tätern manipuliert wurde.

Was genau ist Skimming?

Beim Skimming geht es den Kriminellen darum, eine EC- oder Kreditkarte zu „kopieren“ und nicht darum, die Karte selbst zu stehlen. Dazu werden meist kleine Zusatzgeräte auf den Schlitz des Kartenlesers eines Geldautomaten oder Kasseterminals aufgebracht. Dieses Gerät liest die Daten des Magnetstreifens eine EC- oder Kreditkarte aus und speichert diese ab. Die Karte wird durch dieses Skimming-Gerät hindurch in den normalen „echten“ Kartenleser des Automaten eingeführt, sodass der Nutzer den eigentlich geplanten Vorgang – beispielsweise Geld abheben oder ein Parkticket bezahlen – ganz normal durchführen kann. Erschöpft also keinen Verdacht.

Da die Angreifer auch die PIN der Karte brauchen, erfolgt eine zweite Manipulation am Geldautomaten. Entweder wird die Zifferntastatur mit einer winzigen versteckten Kamera abgefilmt, oder es wird eine Aufsatztastatur auf die eigentliche Tastatur des Automaten so geschickt montiert, dass diese wie das Original aussieht. Diese Tastatur speichert die eigegebene PIN ab und leitet die Tastetbewegungen an die echte Tastatur weiter, damit auch hier die geplante Transaktion normal funktioniert und das Opfer keinen Verdacht schöpft. Zumindest gegen das Ausspähen der PIN mit einer Kamera hilft es, wenn Sie mit der zweiten, freien Hand die Tastatur von oben abdecken, sodass eine Kamera keinen freien Blick auf die tippende Hand hat.

Die Täter kopieren dann die ausgelesenen Kartendaten auf einen Kartenrohling und heben mit der erbeuteten PIN dann an anderen Geldautomaten Geld ab. Meist geschieht das nicht in der gleichen Stadt oder im gleichen Land, in dem der Skimming-Angriff erfolgte. Die Täter übertragen die Daten oft via Internet ins Ausland wo Komplizen das Geld stehlen. Damit wird die Zeitspanne der Kartensperrung eventuell verlängert.

Polizei ermittelt in Sachen Skimming

Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass dieses Kartenlesegerät bereits vor etwa 4 Wochen unbemerkt manipuliert wurde. Die Mainzer Kripo konnte weiterhin feststellen, dass in diesen vier Wochen etwa 2500 Datensätze ausgelesen wurden. Demnach geht die Polizei davon aus, dass sich sowohl die Anzahl der Geschädigten als auch die Schadenssumme noch weiter erhöhen werden. Die Geldabhebungen fanden bisher in den USA und Mexiko statt. Die Polizei hat die Geschäftsleute aufgefordert ihre Kartenlesegeräte auf Manipulationen zu prüfen und bei Auffälligkeiten umgehend den jeweiligen Kartenservice, sowie die Polizei zu informieren. Hinweise bitte an die Kriminalpolizei Mainz, Telefon: 06131-653633.

Was tun, wenn es einen erwischt hat?

Zunächst SOFORT die Karte sperren lassen. Entweder bei ihrer Bank oder dem Betreiber der Kreditkarte oder über denn Sperr-Notruf über die Kurzwahl 116 116, die auch auf dem Handy funktioniert und für fast alle Karten nutzbar ist. Wenn Sie über diese Nummer die Karte sperren lassen, sagen Sie trotzdem ihrer Bank bescheid, dass das Konto gegen Abbuchungen blockiert wird. Wenn bereits Geld gestohle wurde, müssen Sie auf alle Fälle Anzeige bei der Polizei erstatten. Die Schadensabwicklung der Bank wird einen Durchschlag dieser Anzeige verlangen, damit Sie ihr Geld zurück erstattet bekommen. Weil ihnen ja nicht die eigentliche Karte, sondern nur die Daten gestohlen wurden, sind die Chancen gut, dass ihnen das gestohlene Geld über die Bank-eigene Versicherung zurück erstattet wird. Anders sähe es aus, wenn ihnen tatsächlich die Karte gestohlen wurde.

Herausgebende Stelle: Kriminaldirektion Mainz
Valenciaplatz 2
55118 Mainz
Telefon: 06131/65-0

Geschrieben unter verwendung der Pressemeldung der Polizei Mainz.

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Prima. es hat geklappt. :-)

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