Eine Badewanne, ein Sofa, Zäune, Gartentore und weiteren Sperrmüll holten die Helfer aus der Natur.

Eine Badewanne, ein Sofa, Zäune, Gartentore und weiteren Sperrmüll holten die Helfer aus der Natur.

In den beiden letzten Jahren war die „Aktion Sauberes Wäldchen“ in Oppenheim zwei mal ausgefallen und deshalb dieses Jahr nötiger denn je. Das belegte schon alleine die imense Menge Müll, die über 100 freiwillige Helfer unter anderem von diversen Oppenheimer Vereinen aus der Oppenheimer Gemarkung holten. Darunter nicht nur Unmengen Kleinkram, von Flaschen, Plastiktüten, Styropor, Lebensmittelverpackungen, die beispielsweise im Oppenheimer Wäldchen oder am Strandbad säckeweise eingesammlt wurden. Bedenkt man, dass Plastikflaschen 25 Cent Pfand kosten, dann werfen die Menschen quasi Bargeld weg.

LKW-Ladungen voller Sperrmüll aus der Natur geholt

Sofa und Co füllten drei LKW voll.

Sofa und Co füllten drei LKW voll.

Aus dem Unterfeld, der Gegend um den Turnacker und anderen Gegenden wurden auch zahlreicher Sperrmüll geborgen. Ein großes Sofa und eine gusseiserne Badewanne gehörten ebenso dazu, wie Maschendrahtzaun, ein knapp zwei Meter langer Flügel eines hölzernen Gartentores, eine Schubkarre, Teppich, Bauschutt, Elektronikschrott wie ein Computermonitor und vieles mehr.

Die Schweine wohnen auch in Oppenheim

Bei der "Aktion Sauberes Wäldchen" fand sich allerlei Unrat.

Bei der "Aktion Sauberes Wäldchen" fand sich allerlei Unrat.

Eine der freiwilligen Müllsamnmlerinnen brachte es recht pointiert auf den Punkt: „Die Schweine wohnen auch in Oppenheim“. Denn die Menschen, die ihren Unrat in der Natur entsorgen, sind keine weit angereisten „Mülltouristen“, sondern Mitbürger. Das ist gerade auch im Sommer sehr gut zu beobachten. Viele Besucher des Stranbades schleppen körbeweise Essen mit an den Rhein. Doch sobald die Packungen leer gefuttert sind, scheinen sie die Menschen plötzlich zu überwiegen und bleiben teilweise einfach im Kies liegen. Am Strandbad liegt der Wohlstandsmüll teilweise nur zwei oder drei Meter neben den bereit gestellten Mülleimern.

Seit 40 Jahren Kampf gegen den Müll und Kampf gegen die Unvernunft

Säckeweise Müll und viele "Großfundstücke" kamen zusammen.

Säckeweise Müll und viele "Großfundstücke" kamen zusammen.

Raimund Darmstadt hat die „Aktion Sauberes Wäldchen“ als Umweltbeigeordneter der Stadt organisiert. Er hatte eine Einladung dabei, mit der der damalige Stadtbürgermeister Norbert Becher die Bürger im Jahr 1982 zur Aktion eingeladen hatte. Darin steht zu lesen „Seit über zehn Jahren ….“. Damit räumen Oppenheimer Bürgerinnen und Bürger seit 40 Jahren einmal im Jahr freiwillig in der Natur auf. Dieser Kampf gegen Müll ist aber eigentlich ein Appell an die Mitbürger, ihren Dreck doch auf ordentlichem Wege zu entsorgen. Bedenkt man, dass jedes Jahr wieder tonnenweise Müll aus der Natur geholt wird, ist es eigentlich ein Kampf gegen Unvernunft.